Der pfälzisch-badische Krieg vom Jahre 1849.
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und 4 Geschütze, links derselben Baiern, Nassauer, Kurhessen heran; das Grosfolgte auf der Straße. Die an der Grenze stehenden „neutralen" Würtembergerwurden ebenfalls mit in das Gefecht gezogen. Die Feldwache der Aufständischen zogfich dem erhaltenen Befehle gemäß, der speciell dahin lautete, nicht über die wür-tenibergische Grenze zu schießen, auf Gernsbach zurück, woselbst sich Alles zur Ge-genwehr vorbereitete, und zwar so ziemlich auf eigene Faust. Auf der Brücke vonGernsbach wurde jetzt erst eine schlechte Barrikade aus etwa sechs quergelegtenBaumstämmen errichtet, mit 2'/r Fuß weiten Zwischenra'umcn, sodaß das Durch-schlüpfen möglich blieb. An eine Vorbereitung zum Abbrechen oder Verbrennen derBrücke war nicht gedacht worden. Einige Leute, die durch einen Scharfschützen ausFrankenthal dazu aufgefodert wurden, hatten jedoch Geistesgegenwart genug, im feind-lichen Kugelregen den Bohlenbeleg der Brücke in der Breite von 20 Fuß abzutragen.
Das Feuer aus den Häusern, unterstützt durch die beiden Kanonen, welcheüber der Stadt aufgefahren waren, ward nun sehr lebhaft gegen den anrückendenFeind eröffnet. Derselbe beschoß die Mühle mit Kartätschen und Vollkugeln, undden Ort mit Granaten, in der Absicht, ihn in Brand zu stecken. Unterdessen hielteine Abtheilung der Robert-Blumcompagnie vor der Barrikade, und ließ sich vondem aus den gegenüberliegenden Häusern feuernden Feinde decimiren. 42 Mann dieserKompagnie sielen. Muß auch der Muth dieser Streiter hochgeachtet werden, so istdoch der Führer zu tadeln, welcher seine Leute ohne Nothwendigkeit vor der Barri-kade preisgab. Als es dem Feinde nicht gelang, über die Brücke zu debouchiren,versuchten Preußen vom 38. Infanterieregiment und Mecklenburger zu wiederholtenmalen, die Murg oberhalb und unterhalb des Orts zu durchwaten, wurden aber jedes-mal mit blutigen Köpfen zurückgewiesen. Erst nachdem der Feind Gernsbach amobern Ende in Brand geschossen, vermochte er herüberzubringen. Der Kampf wurdeni den Straßen fast eine Stunde hindurch fortgesetzt, worauf die Aufständischen, derÜbermacht weichend, den Ort verließen.
Peucker hatte die beabsichtigte Umgehung vollendet. Als die Nachricht von die-sem Ereignisse in die Reihen der Aufständischen drang, begann, wie schon erzählt,chre wilde Flucht nach Oos und Sinsheim hin, von da nach Offenburg und Frei-es- Die Bemühungen Sigel's, Techow's, Oborski's und Anderer, die nach allen-oestgegenden auseinanderlaufenden Truppen zu sammeln, waren vergebens. Wennes Blenker möglich gewesen wäre, seine geschlagenen Truppen nach Kuppenheim zudlngiren, wohin am Abend Mieroslawski, ehe er die Nachricht von dem unglücklichenAusgange des Gefechts von Gernsbach erhielt, eine fernere Concentrirung befohlenhatte, so konnte noch Vieles gerettet werden. Oborski verließ das Heer, dasselbe auf-gebend. Nur Becker scheint der Einzige gewesen zu sein, der es versuchte, die Stel-lung der Kuppenheim und gegen Bischweier zu behaupten, um die Flucht nach OosZu schützen. Auffallend ist es, daß Peucker die Oos verlassenden Aufständischen, wennauch stark genug, doch nicht noch schärfer verfolgte. Er ließ ihnen nachrücken 1 Ba-taillon Nassauer, 1 Bataillon Hohenzollern und Liechtensteiner, 2 mecklenburgische^schütze und 1 Escadron hessische Chevauxlegers.
.. k - 5 ^*" ^0- Juni griffen die Preußen von Nothenfels und Bischweier aus" ^ -^verndorf rrnd Kuppenheim stehenden Becker'schen Volkswehren an. Esentspann sich am Brückenkopf ein kurzes aber heftiges Artilleriegefecht. Das 1. Li-ruentnfanteneregtment der Aufständischen sowie die Wehrleute hielten nicht Stand._an nöthigte die eigene Artillerie zum Rückzüge nach Haueneberstein und Oos.
Haueneberstein hielt sich Becker noch einen Augenblick mit seiner tapfern Artille,d- mußte dann aber ebenfalls weichen; denn Peucker's Vorhut rückte bereits schärferlnek '-s ö"' ^ schwäbische Legion bestand indessen glücklicherweise mit den von Gerns-'ty über Baden vorrückenden Neichstruppen zwischen Baden und Oos ein kleinesbrecht, wodurch es den Trümmern der Becker'schen Volkswehren und der polnischenonipagnie möglich wurde, Oos vor dem Feinde zu erreichen. In Oos faßte diese
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