Band 
Fünfter Band.
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Die deutsche Nationalversammlung.

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All diese Parteien stellten nur allgemein leitende Grundsähe auf, und hieltenAch dabei an die unmittelbare Ausgabe der Nationalversammlung. Anders derDeutsche Hof, die eigentliche Partei der Linken. Obschon sie in den ersten fünfMonaten des Parlaments eine ziemlich formlose Vereinigung darstellte, die ihre re-gelmäßigen Berathungen eine Zeitlang sogar bei offenen Thüren hielt, so hatte mansich doch bald über die social-politischen Lehrsätze verständigt, welche das erst zu EndeDctober förmlich aufgestellte Programm aussprach. Dieses umspannte den weitenKreis einer vollständigen Staatsordnung, wie es denn bei einer Partei, welche einengänzlichen Abbruch des alten Gebäudes und einen Neubau von unten auf für daseinzig Heilsame hielt, nothwendig erscheinen konnte. Volkssouverainetät, und in de-ren Gefolge das allgemeine Wahlrecht; die ausschließliche Überlassung der gesetzgeben-den Gewalt an die Volksvertretung; eine verantwortliche und auf Zeit gewählte Voll-jiehungsbehorde, und die Berechtigung jedes Einzelstaats, sich nach eigener Wahlals demokratischer Freistaat oder als „demokratische Monarchie" zu gestalten; voll-kommenste Freiheit, deutsche Einheit (also das Heerwesen ausschließlich für die Reichs-gewalt), Gleichberechtigung der Nationalitäten; endlich Humanität, in deren Namengefodert wurde: eine neue Begründung des Unterrichtswesens und der Strafgesetz-gebung, ein auf Volkswehr gegründetes Heerwesen, Wegfall aller unsittlichen Staats-einnahmen, eine mit der Steuerlast übereinstimmende Besteuerung, überhaupt durch-greifende Verbesserung der socialen Zustände. Robert Blum war das anerkannteHaupt des Deutschen Hofs; nach seinem Tode genoß Vogt aus Gießen des bedeu-tendsten Einflusses. Die hervorragendsten Mitglieder waren Christ aus Bruchsal,der schweigsam gewordene Adam von Jtzstein, Nauwcrck aus Berlin, NLsler ausDls, Schüler aus Jena, Schilling aus Wien, der Dresdener Wigard, Kolb ausSpeier, Löwe aus Kalbe, Noßmäßler aus Tharand, Eisenstuck aus Chcmnitz.

Ein Ableger des Deutschen Hofs war die unbedingt republikanische Partei deßDonnersberg, die äußerste Linke, die gegen Ende Juni von der eigentlichen Lin-ln ausschied. Man darf, ohne unbillig zu sein, unbedenklich sagen, daß dieDurchführung ihrer Grundsähe die Auflösung jedes Staatsverbandes bewirkt hätte.3ndem sie den Wahlspruch der ersten Revolution: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlich-keit", als die Grundlage ihres Programms hinstellte, erläuterte sie ihn so, daß nichtjeder Staat, sondern auch jede Gemeinde und jeder Mensch das Recht derSelbstbestimmung habe. Der Gefahr, daß hieraus ein Krieg Aller gegen Alle ent-stehen könne, suchte sie zwar dadurch vorzubeugen, daß Jeder verpflichtet sei, dasDeiche Recht aller Andern zu achten, und das Wohl aller Andern vor Augen zuhaben; allein sie unterließ es, auszusprechen, wie diese sittliche Verpflichtung zu einer^schlichen, zu einer im Nothsall auch zu erzwingenden werden müsse, und in welcher^eise und mit welchen Mitteln ein solcher Zwang des Gesetzes herzustellen sei. Ausübergroßer Sorgfalt für die möglichst weite Freiheit gab sie die Gesellschaft demguten Willen des Einzelnen, also geradezu der rohen Gewalt preis. Als Führerber äußersten Linken konnte Rüge angesehen werden; als er ausgetreten, trat der feurigberedte Ludwig Simon aus Trier als das bedeutendste Mitglied hervor. Neben undihm waren Berger aus Wien, der Badenser Brentano, Fröbel aus Nudolstadt,^gen aus Heidelberg, Schaffrath, Schlöffet, Schmidt aus Löwenberg, von Trübsch-er aus Dresden, Wesendonck aus Düsseldorf, Wiesner aus Wien, der zwar in den^.steu Zeiten noch mehr zum linken Centrum neigte, Zimmermann aus Stuttgart,^ aus Mainz.

die nicht alle Mitglieder dieser Partei den vorangestellten Grundsätzen bis in

sche'^bersten Folgerungen nachzugehen im Sinn hatten, zeigte sich bei mancher ent-Enden Gelegenheit. Aber auch bei den andern Verbindungen kam ein ähnlichesHfe, . "ken vor. Oft sah man einzelne Abgeordneten mitten in bedeutsamen Käm-i ihre Fahne verlassen, obschon die meisten Parteien ihren Mitgliedern in der Ne-tz ^ bie Wahl zwischen der Unterordnung unter den Willen der Mehrheit undAustritte ließen, wenn der Andersmeinende nicht vorzog, sich in dem einzelnen