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Fünfter Band.
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 211

wie sie Somsich an der Ständetafel gewünscht hatte, und in demselben SinneMachen Gras Sze'csen (nicht mit Szechenyi zu verwechseln), Almäsy, M. Palfy undändere; aber sie stiegen auf den heftigsten Widerstand. Graf Joseph Palfy) Georgund Joseph Kärölyi, Näday, Otto und Alfred Zichy, Teleky, Podmaniczky, Nikolaus^ay und Andere kämpften für die Adresse der Stände. Sie warfen besonders ihrenGegnern vor, daß sie aus Selbstsucht für das Administratorenthum sprächen, indemdurch dasselbe neue Sinecuren für die regierungsfreundlichen Mitglieder der hohenAristokratie geschaffen werden sollten. Aber die Opposition sah sich von der conser-vativen Majorität überstimmt. Am 10. Dec. ward Szerencsey's, respective Som-^ch's Antrag auf Votirung einer reinen Dankadresse und Auslassung der Beschwer-den von der Magnatentafel mit 96 gegen 50 Stimmen angenommen. Als dieAdresse in dieser neuen Form an die Ständetafel zurückgelangte, beantragte Kossuthselbst, lieber gar keine als eine so verstümmelte Adresse abzusenden. Dieser Antrag^ard auch angenommen, und demnach die Adresse nicht abgeschickt. Die Regierungverlor zwar den ihr votirten Dank der Nation, brauchte aber auch nicht die Be-schwerden derselben entgegenzunehmen.

Das Endresultat dieses ersten parlamentarischen Parteikampfs erschien demnachein Sieg der Regierung; aber es war ein Sieg, wie man ihn nur seinen Fein-den zu wünschen pflegt. Die Regierung hatte während der Verhandlung solch bit-tre Wahrheiten und so derbe Vorwürfe hören müssen, daß die officielle Übersen-dung oder Nichtüberseudung der Adresse wenig Unterschied machen konnte. Währendder Debatte hatten sich auch die eminenten Kräfte der Opposition gezeigt, war die Fragew vielseitig beleuchtet, die Nation über die Größe jener Gesetzwidrigkeit so vollkommen^geklärt worden, daß die Regierung nach dem mühsam errungenen Siege den Rück-zug antreten mußte. In ganz »«parlamentarischer Weise, ohne nämlich vom Neichs-ag officiell aufgefodert zu werden, sah sich jetzt die Krone veranlaßt, in einem vom- ^an. 4848 datirten Rescript die Besorgnisse des Reichstags und der Nation alsnvegrundet nachzuweisen. Dem Übel war freilich mit dem Rescript, das am 2. Febr.ui einer gemischten Sitzung (Vereinigung der Stände- und Magnatentafel) verlesenurde, nicht abgeholfen; aber es konnte doch als ein Triumph der Opposition be-achtet werden. Der König hatte in seinen Propositionen jene Hauptbeschwerde^ le Administratorenangelegenheit) mit Stillschweigen umgehen zu können geglaubt;^ mußte er selbst sie wieder aufnehmen, und Nachgiebigkeit an den Tag legen.

urch den Schritt der Krone wurde wirklich ein Theil der Opposition etwas mildergestimmt. Allein die Debatte gestaltete sich mit dieser Wendung nur hitziger, dennle entschiedenen Oppositionsmä'nner, die sich durch schöne Worte nicht umstimmenwo^n durchaus nicht nachgeben, hatten aber diesmal keineswegs die Majo-rat für sich. Dre Discussion über die auf das königliche Rescript zu ertheilendeAntwort wurde am 5. Febr. eröffnet. Die Majorität erklärte sich durch das Ne-script vollkommen beruhigt, und verlangte eine reine Dankadresse. Die entschiedeneOpposition foderte abermals, man möge nebst dem Danke auch die Bitte aussprechen,aß die Verheißungen des Rescripts noch im Laufe des Reichstags erfüllt würden,män ^.^6 fiel anfangs durch, weil, wie bemerkt, die gemäßigter« Oppositions-^ uer mit den entschiedener« übereinstimmten. Dennoch ließ die entschiedeneSache nicht auf sich beruhen, und nach mehrtägigen Verhandlungenrück* ^ ^ wirklich durch, daß das Haus am 12. Febr. seinen frühern Beschluß zu-^9 und eine in ihrem Sinne gefaßte Adresse votirte.hands ^ Administratorenfrage nahm den Vordergrund der parlamentarischen Der-niüb ^"^n ein, denn sie war eine Lebensfrage für Ungarn. Alle sonstigen Be-dg/^äen der nationalen Partei mußten fruchtlos bleiben, wenn sie es geschehen ließ,Una ^ Kreishauptmannssystem, wie Kossuth das Administratorenwesen nannte,virr ^ ^ einer ganz unter der Botmäßigkeit des wiener Cabinets stehenden Erbpro-i Östreichs herabgedrückt würde. Aber neben dieser Hauptfrage beschäftigte sich der

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