Band 
Fünfter Band.
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848.

„Bevor wir nun diesen Klagen Gehör verliehen, versuchten wir den letzten Schritt,indem wir dem Angeklagten zu seiner persönlichen Rechtfertigung Gelegenheit gaben.Wir foderten denselben durch unsern eigenhändigen Befehl zur Absagung der vonihm ohne unsere gesetzliche Zustimmung zum 5. Juni berufenen Landescongregationaus. Wir befahlen ihm ferner, zur Ausgleichung der kroatischen Wirren in Personan unserm Hoftager zu erscheinen. Doch hat Jellachich auch diesen unsern Befehlen,ebenso wie unsern bisherigen Verordnungen, keineswegs gehorcht: er hat weder dieLandescongregation abgesagt, noch ist er in der von uns anberaumten Zeit in un-serm Hoflager erschienen. So blieb uns nichts Anderes übrig, als zur Herstellungunsers verletzten königlichen Ansehens und zur Aufrechthaltung der Gesetze unserngetreuen Rath und Feldmarschallieutenant Baron Hrabovsky als Commissar zurUntersuchung dieser ungesetzlichen Vorgänge auszusenden, sowie gegen den BaronJellachich und seine etwaigen Mitschuldigen einen der Anklage entsprechenden Proceßerheben zu lassen, und denselben bis zu seiner vollständigen Rechtfertigung seiner Ba-natwürde und aller militairischen Bedienstungen zu entheben. Wir mahnen euch zu-gleich streng, aller Theilnahme an den Umtrieben, die eine Trennung von unsererKrone bezwecken, zu entsagen, befehlen auch den Behörden, unter Androhung gleicherStrafe, allen Verkehr mit Jellachich und seinen etwaigen Mitangeklagten sogleich ab-zubrechen, und den Verordnungen unsers königlichen Commissars unbedingt zu folgen.^

„Kroaten und Slawonier! Mit unserm königlichen Worte verbürgen wir euchdie Bewahrung eurer Nationalität und Freiheiten, sowie die Erfüllung eurer gerechtten Wünsche. Daher schenket keinen Glauben bethörenden Einflüsterungen, mit wel-chen man euch zur Erreichung widerrechtlicher Zwecke misbrauchen und euer Vater-land der Knechtschaft und unendlichem Elende preisgeben will. Hört auf die wohl-wollende Stimme eures Königs, der zu euch spricht, auf die Stimme eures Königs/der eure Nationalität und eure Rechte stets mit seiner königlichen Macht beschirmenwird; der aber auch ebenso fest entschlossen ist, das Ansehen seiner ungarischen Kroneund der Gesetze mit aller Kraft gegen jeglichen Eingriff zu wahren. Haltet daherfest am gesetzlichen Gehorsam, an der uns schuldigen Treue. Verbreitet nicht durchUngehorsam Jammer und Elend in eurer Heimat und auf euch und eure Kinder.Beweist hierdurch in diesen schweren Zeiten, daß ihr noch immer unsers erlauchtenHauseS treue Kroaten und Slawonier seid."

„Zur Kundmachung und Verbreitung dieses Manifestes fodern wir hiermit Jedenbei seiner Unterthanentreue auf. Gegeben in unserer Stadt Innsbruck, am 10. Juni4848. Ferdinand, m. p."

So sprach der König, während die Hofpartei ganz anders handelte. Die Pro-klamation blieb ohne alle Einwirkung auf die Kroaten, da Jellachich öffentlich be-hauptete: Der König sei nicht frei; seine Erlasse können daher nicht als wirklich^Ausdruck seines hohen Willens gelten. In vertrautem Kreisen berief sich Jellachichsogar aus directe Gegenbefehle von oben. Die vom Könige als ungesetzlich erklärtekroatische Landescongregation tagte fort, und benahm sich als Vertreterin der „drelvereinigten Königreiche": Kroatien, Slawonien und Dalmatien. Sie foderte voMKönig die Vereinigung dieser drei Provinzen zu einem gesonderten, von Ungarn un-abhängigen Kronlande; widrigenfalls werde sie ihre in Italien kämpsenden Soldaten„zur Erfüllung höherer patriotischer Pflichten" nach Hause berufen. Der König er-klärte zwar der an ihn entsendeten illyrischen Deputation abermals, daß das Treibender Versammlung ungesetzlich sei und sein väterliches Herz tief betrübe; nichtsdefl^weniger geschah nicht daS Geringste, die Versammlung wirklich aufzulösen. Die un-garische Regierung entsendete den auch vom Könige bestätigten FeldmarschallieutenüNHrabovsky als Commandanten und Commissar in die aufständischen Gegenden. Der-selbe wurde aber an der kroatischen Grenze von Jellachich's Vorposten zurückge^/sen, und ihm bedeutet, keinen Schritt weiter zu machen, wenn ihm sein Leben u^wäre. Als er Jellachich zu sich beordern ließ, kam dieser dem Befehle nichtselbst nicht als Hrabovsky ihm meldete, er verlange nicht als Richter mit dem §