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Fünfter Band.
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 235

Seklagten Banus, sondern als kaiserlicher General mit dem kaiserlichen General zusprechen. Dagegen ging Jellachich nach Innsbrucks wohin damals die kaiserliche Re-Ndenz verlegt war, und wo der „Hochverräther" öffentlich empfangen und mit wei-ter« Jnstructionen versehen wurde.

Nicht anders ging eS bei den Raihen, die schon im April in Karlovitz einenNationalconvent abgehalten und noch viel ungehörigere „Nationalfoderungen" als dieKroaten ausgestellt hatten. Die Raihen, die nie in Ungarn ein eigenthümliches Landinnegehabt, verlangten, daß ihnen die Comitate Bacs, Torontal, Krassö, Temeß,Baranya und Syrmien als selbständiges, von ihnen allein zu bewohnendes Land an-gewiesen und als besonderes Kronland anerkannt würden. Sie hatten sogar diesemKronlande bereits den Namen einer „Serbischen Wojwodschaft" gegeben, und auseigener Machtvollkommenheit den Priester Rajachich zu ihrem Patriarchen, den Hel-den Supplikacz zu ihrem Wojwoden ernannt. Die ungarische Regierung erklärte dieVersammlung für ungesetzlich, und schrieb selbst auf den 15. Juni eine Versammlungder Serben nach Temesvar aus, wo sie deren gerechte Wünsche anhören und er-füllen wolle. Dies kam jedoch nicht zur Ausführung, weil das wiener Cabinethier dasselbe Verfahren wie bei den Kroaten beobachtete. Öffentlich erklärte mandas Treiben der Serben für ungesetzlich, während man denselben unter der HandMunition und Waffen für den bevorstehenden Kamps zuschickte. Der Kampf be-gann hier auch am frühesten, indem die Serben sich mit der bloßen Hinstellung ihrerFederungen nicht begnügen, sondern sogleich von ihrem verlangten Lande Besitz er-greifen wollten, und sich die größten Gewaltthätigkeiten gegen die dort wohnendenUngarn und Deutschen erlaubten. Feldmarschallieutenant Hrabovsky, der auch hier^wmcmdirte, verjagte sie zwar in den ersten Junitagen aus ihrer improvisirten Haupt-stadt Karlovitz; aber er beging die Unklugheit, ihnen einen 14tägigen WaffenstillstandKu gewähren, während dessen nämlich die obschwebenden Differenzpunkte aus sried-uchem Wege ausgeglichen werden sollten. Die Serben benutzten diese Pause, umsich mit 8000 ihrer Genossen, welche bereits die starken Römerschanzen innehatten,ju vereinigen, und möglichst viel neue Kräfte ansichzuziehen, sodaß nach Ablauf des"tägigen Waffenstillstandes ihre Macht der ungarischen zweifach überlegen war.

Auch an andern Punkten des Landes bemühte sich die Camarilla, Ungarn Feindeiu erwecken. Die Geistlichen Hurban und Hodsza und der Redacteur Stur suchtendie nördlichen Comitate Ungarns, nur von Slowaken bewohnt, gegen Ungarn aufzu-regen. Dies hielt nun freilich sehr schwer. Der Slowake, überdies der trägste Stammder Slawen und für politische oder nationale Verhältnisse ganz indifferent, freute sichnämlich, daß er durch die Märzerrungenschaften der Robot und des Zehnts ledig ge-worden; der intelligentere Theil der Bevölkerung aber war durch und durch magya-^sch gesinnt und ist es auch noch heute. Die drei Agitatoren sammelten zwar inMähren und Böhmen, sogar in Wien, eine slawische Freischar zum Einfall in Un-garn. Doch diese slawischen Helden wurden, bevor sie noch in die eigentlich unga-rischen Comitaten gelangten, von ihren slowakischen Stammesgenossen in die Flucht ge-nügen, sodaß die ganze antimagyarische Bewegung hier ein schnelles Ende sinken mußte.L bedeutsamer hingegen war die Erhebung in Siebenbürgen. Der dortige Reichs-sck ^ auf das Drängen Ungarns wie der siebenbürgischen Bevölkerung selbstl^wn im April einberufen worden, und hatte sich fast einstimmig für die Wieder-remigung Siebenbürgens mit Ungarn ausgesprochen. Der König hatte auch diesanctionirt, worüber großer Jubel in Ungarn herrschte. Ein Theil Sieben-und zwar das Sachsenland, erhob jedoch seine Stimme gegen die Vereini-indem dieses ebenfalls ein selbständiges, reichSunmittelbares Kronland zu wer-ein ^Erlangte. An der Spitze dieser Bewegung der siebenbürgischen Deutschen stand3w 'f ^ festen und entschiedensten Reactionaire, Graf Salm, sodaß man keinenAufn ^"ber hegen durfte, daß auch die Sachsen nur von der Camarilla zum' Ungarn getrieben wurden.

wahrend Ungarns Feinde von allen Seiten rüsteten und von Wien au- mit