Band 
Fünfter Band.
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 239

bis das von den Ereignissen gedrängte Ministerium selbst eine entschlossenere Haltungannehmen mußte, und die Oppositionsmänner entweder in die Regierung traten, oderdas Schlachtfeld aufsuchten.

Schon wenige Tage nach Zusammentritt der Versammlung kam indessen eineWichtige Angelegenheit zur Sprache, bei der das Ministerium im Augenblicke auchdie Opposition für sich hatte, weil es sich um die Rettung des Landes handelte. Erz-herzog Stephan hatte nämlich in der Thronrede die Nationalversammlung aufgeso-gen: dieselbe möge dem Könige die Mittel zur Unterdrückung der Unruhen im Sü-oen an die Hgnd geben, d. h. Geld und Soldaten herbeischaffen. Diese stereotypen«oderungen Ostreichs trafen diesmal mit den Wünschen der Nation insofern voll-kommen überein, als man voraussetzte, daß das neue unabhängige Ministerium wolgkraft und Patriotismus genug besitzen würde, jene Mittel in Wahrheit zum Schutzeoes Landes, vor allem zur Herstellung einer selbständigen nationalen Armee zugerwenden. Der Finanzminister Kossuth selbst stellte in der Sitzung vorn 11 . Juligen Antrag auf Verwilligung der Mittel zur Wahrung und Rettung des Vater-landes, und entwickelte seine Motion in einer glänzenden und manche wichtige That-sachen enthüllenden Rede. Er schilderte ausführlich die Gefahren, die Ungarn durchdie slawische Bewegung, speciell durch die kroatische und serbische Rebellion, drohen,Und deutete die Besorgniß an, welche die Concentrirung russischer Streitkräfte in denUntern Donauländern erregen müsse. Dagegen gedachte er auch der freundlichenBeziehungen, welche das Ministerium mit England, Frankreich und Deutschland an-zuknüpfen versucht habe. Sodann ging er auf die Beziehung der östreichischen Po-Utrk zu der slawischen Bewegung über. Diese Politik, äußerte er, unterstütze darum^ Rebellion und die Schwächung Ungarns, damit zunächst das ungarische Finanz-und Kriegöportefeuille dem wiener Cabinet wieder zugeführt werde. Denn wer seineHand m der Tasche der Nation, und die Waffen der Nation in seiner Hand habe,em müsse auch alles Übrige zufallen. Jellachich habe schon erklärt: er brauche keineyrechelt, man möge nur dem wiener Cabinet das Kriegs- und Finanzportefeuille wie-ver ausliefern. „In den letzten Tagen", fuhr er fort, „ist der Schleier dieses öffent-Uchen Geheimnisses völlig gelüftet worden. Das wiener Ministerium hat es für gutPfunden, im Namen des östreichischen Kaisers dem Ministerium des Königs vonUmgarn anzuzeigen, daß wenn wir nicht um jeden Preis mit den Kroaten FriedenLn - eu, eS uns gegenüber die Neutralität aufgeben werde. Das heißt soviel: derllreichische Kaiser kündigt dem ungarischen Könige, also sich selbst den Krieg an.Welche Meinung Sie auch von dem Ministerium hegen: gewiß trauen Sie uns nochwvlel patriotisches Ehrgefühl zu, daß ich nicht erst zu erklären brauche: wir habenM diese Drohung geantwortet, wie es die Würde der Nation' erfodert. Aber eben",Öffnete Kossuth weiter, „als unsere Antwort auf diese Note unterwegs, kam eineo^eite, die es aussprach, was für ein schrecklicher Mensch der Finanzminister sei, weil^ dem Rebellen Jellachich kein Geld geben wolle. Denn natürlich habe ich, seitdemThalien zur offenen Rebellion gegriffen, die Geldsendungen an das agramer Gene-Kommando eingestellt. Ich wäre nicht werth die Luft zu athmen, ins Gesichtdas die Nation spucken, wenn ich ihrem Feinde Geld verabreicht hätte. Aber

Ged Ministerium war anderer Meinung. Es hielt dies für einen schrecklichen

a sanken, für ein Gelüste zur Untergrabung der Monarchie. Sie legten also Handlick?. ^k, und schickten dem geliebten Rebellen, wie sie sagten, 100000, in Wirk-^ ett 150000 Gulden Conventionsmünze."

volle solchen Verhältnissen beantragte nun Kossuth: „um entweder einen Zehren-Ver? ^ttden vermitteln oder einen sieghaften Kamps führen zu können^, möge die200 f ?^^""2 daS Ministerium zur Aufstellung einer disponibeln Streitmacht vonauf .0 Mann ermächtigen, und zur Ausrüstung und Unterhaltung dieser StreitmachtFu ^ 3ahr die Summe von 42 Millionen Gulden Conventionsmünze bewilligen,stell o*" Augenblick gedenke man indessen nur 40000 Mann unter die Waffen zuen, die 8—10 Millionen ersodern würden; im Betreff des Übrigen werde man