Band 
Fünfter Band.
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303
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 303

^ Altstadt Rendsburg erfolge. Eine friedliche Ausgleichung ist jetzt noch möglich;

wird es nicht mehr sein, wenn der König von Dänemark in einem erbittertenDampfe seinen deutschen Unterthanen gegenübergetreten sein wird, der, den unwahr-scheinlichen Fall auch angenommen, daß Dänemark der Kraft des gesammten Deutsch-Ad gegenüber als Sieger bliebe, einen dauernden Besitz und bleibenden Besitz fürT^nemark niemals begründen kann. Der eigene Vortheil Dänemarks ist es, den Preu-im Auge hat, seine Größe, seine Selbständigkeit will es, die ihm durch Abrei-bung der Herzogchümer bedroht scheint, und ist erbötig, dazu mitzuwirken."

. Natürlich mußte nach dieser Note Preußen in einem ganz besondern Lichte vor^ dänischen Politik erscheinen. Wir wollen durchaus auf Einzelnes, was großen-teils damals durch die augenblicklichen Verhältnisse hervorgerufen ward, nicht ein-gehen; allein dauernd war doch der allgemeine Eindruck, den diese Verhandlung unduuientlich diese Note machte, ein solcher, daß Preußen nicht aus eigenem Antriebe^gen Dänemark auftrete, sondern daß es nur getrieben von den Umständen handele,daß es in dem Augenblicke zurücktreten werde, wo diese Umstände wenigersingend sein würden. Preußen hatte daher ziemlich offen gestanden, daß es in derMeswig-Holsteinischen Sache gar keine eigene Politik, am wenigsten eine dem däni-schen Cabinet feindliche habe; daß es den Grimm der Deutschen gegen die Dänen^ueswegs theile; daß es vielmehr um jeden Preis die Herzogchümer für Dänemark^halten wolle; daß Dänemark somit nichts von Preußen, sondern nur von denlementen zu fürchten habe, welche Preußen zu seinem Auftreten zwängen. Donf Dänemark Preußen diplomatisch schon besiegt. Man sah mit Ruhe, ja

W mtt Hohn auf Preußens Auftreten; man erwiderte seine Bemühungen mitalte, und bedachte sich keinen Augenblick, einen Krieg zu beginnen, der unter an-"n Umstanden in vier Wochen mit der Vernichtung Dänemarks geendet hätte,kor/ ^ spater Preußen sich dennoch gezwungen sah, zu den Waffen zu greifen, dad ^ in dem dänischen Volke dreist die Meinung verbreiten, daß Preußenh ^aus in friedlicher Absicht komme, daß Preußen die Herzogchümer nur scheinbar^heidige und im Grunde der beste Freund Dänemarks sei. Die folgenden Ereig-^>se des Maimonats lieferten dazu den Commentar. Man ging sogar so weit, jeneWildenbruch's zu publiciren und Preußens gänzliche Unselbständigkeit auf dieseh blse gegen allen Gebrauch auszubeuten. Aber alles Das brachte Preußen nichtdar halben Politik ab. Dänemark jedoch, seinen Vortheil ersehend, brach

weiter« Verhandlungen ab. Es war das in denselben Tagen, wo die^ holsteinischen Truppen bei Bau geschlagen wurden und bis auf die Eider^E^ingen. Die Dänen glaubten gewonnenes Spiel zu haben,ßen während diese Verhandlungen direct mit Dänemark stattfanden, begann Preu-Zugleich in London seine diplomatische Thätigkeit. Wie schon erwähnt, hatte! tieniark bereits durch eine Eingabe vom Anfang April die schleswig-holsteinische

^ seinem Sinne dargestellt, und namentlich England aufgefodert, seine Ga-bo« ^ vom Jahre 1721, nach welchen England Dänemark den ungestörten Besitz^swig zugesichert haben sollte, jetzt, wo Schleswig bedroht werde, namentlich^Nal ^ Federungen Deutschlands und Preußens zur Ausführung zu bringen. Inhatte man sich bisher wenig um Schleswig-Holstein gekümmert. Preußens^tte k der als Diplomat und als Schriftsteller gleich ausgezeichnete Ritter Bunsen^tret o^br die bestimmteste Veranlassung, nunmehr bei dem englischen Cabinete aus-'öerzo .. ih^ dies, indem er das wahre Sachverhältniß darlegte, die Rechte derals aus ihre beständige Verbindung nachwies, und den Angriff Dänemarks

zwar im Interesse des Königreichs, aber nicht in seinem Rechte liegendenHer . Zugleich hatte Bunsen den Auftrag, dem englischen Cabinete in ähnli-daß Hz blse, wie Wildenbruch dies dem dänischen eröffnet, zu verstehen zu geben:einge^bußen keineswegs den Krieg wünsche, vielmehr sehr gern eine Vermittelung^ u und selbst sich eventuell zu einer Theilung Schleswigs herbeilassen werde;