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Fünfter Band.
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 317

üls den Deutschen Bund. Mit diesem freilich war es stark; mit jedem Schritte aber,beri der alte Bund seiner Auflösung näher kam, fiel auch dieser Rückhalt für Preu-ßen mehr zusammen. An die Stelle des alten Bundestags trat die Nationalver-sammlung. Sie war es, die wenigstens für eine Zeitlang die ganze Macht Deutsch-lands in Händen hatte. Dieser Macht bedurfte Preußen, um seine Federungen in^eziehurig auf Schleswig-Holstein gegen das übrige Europa aufrechtzuhalten. Die^Nationalversammlung war, wenn Preußen es wollte, bereit genug zum Alleräußersten.Allein dafür hätte Preußen in der wichtigsten Frage der äußern Politik sich ent-schieden unterordnen müssen. Dann wäre ein Kamps Preußens mit der übrigen"^elt möglich gewesen. Wollte aber Preußen dies nicht, wollte es nicht gewisser-maßen als Mandatar der deutschen Nationalversammlung und factisch derselben ver-antwortlich gegen Europa aufstehen, so mußte es mit seinen eigenen schwachenKräften die Sache Schleswig-Holsteins vertheidigen. Auf diesem lehtern Wege zusiegen, war ganz unmöglich. Und so kam es denn, daß mit dem Maimonat schonder Schwerpunkt der ganzen Zukunft dieser armen Herzogthümer in das Verhältnißsiel, in welches Preußen sich zur Nationalversammlung zu stellen gedachte.

Nun wußte man um diese Zeit in den Hauptcabineten Europas, namentlichüber in Petersburg, sehr wohl, daß die preußische Regierung keineswegs beabsichtigte,sich der Nationalversammlung in irgend einer Weise zu unterwerfen. Die einzigevurcht mithin, welche von einem äußersten Verfahren gegen Preußen und von einergänzlichen diplomatischen Niederlage desselben hatte abhalten können, die Furcht, daßPreußen, um der Sache eine entscheidende Wendung zu geben, irgendwie oder zulrgend einer Zeit sich der Einheit Deutschlands in die Arme werfen könne, warmcht vorhanden. Man sah im Gegentheil mit richtiger Berechnung vor, daß Preu-ßen lieber jede energische That der Nationalversammlung hindern und brechen, alsvurch sie zum entscheidenden Siege zu gelangen suchen werde. Und in der Thatare das Ende des letzter» Wegs die Auflösung Preußens in das neue Deutschland,^lleicht in das republikanische, gewesen. Man sah daher die preußische Politik ohne^e Unruhe auf ihren einzigen wahren Alliirten, die Nationalversammlung, zurückge-^vrsen; man wußte, daß die Folge davon eine Spaltung zwischen Preußen und. dusschland sein werde. Was konnte man Besseres auf der Seite der Reactiondessen? Auf dieser Grundlage ging Dänemark, von Rußland getragen, vorwärts;üd in der Erkenntniß dieser Unfähigkeit des preußischen Cabinets, das einzige Hülss-"Eel zu ergreifen, ward England in seinen Bestrebungen für Preußen lau. Wenn

A? ^ache verloren geht, so ist das Erkalten der tüchtigen Bundesgenossen das ersteschlichen. Schon mit den Ansang Juni konnte man in Berlin nicht mehr ent-wavt England rechnen, weit England nichts Großes mehr von Preußen er-

lve Und dies nun ist der Charakter des Zeitabschnitts, den wir jetzt darstellenlick er ist allein im Stande, die einzelnen Vorgänge, die sonst fast unverständ-^ blieben, genügend zu erklären.

sei Kaum hatte Preußen in der Mitte des Maimonats in England durch Bunsen^affenstillstandsvorschläge eingereicht und England sich fast schon damit einver-schie?" erklärt, als sogleich Dänemark durch den Grafen Reventlow wesentlich ver-stein's^ Vorschläge machen ließ. Nach diesen sollte namentlich die schleswig-hol-bie ^rn^ entlassen, und in jedem Herzogthum eine provisorische Regierung,eitig^eswigsche durch den König von Dänemark, die holsteinische durch den Bund,che^ werden. Das hieß die Herzogthümer zugleich trennen und sie wehrlos ma-hütte wies Preußen solche Vorschläge entschieden zurück; allein Dänemark

jvg ^ch gezeigt, daß es sich keineswegs als geschlagen betrachte. In Folge dessenäanri ^ Dänemark von den Verhandlungen in London fast gänzlich zurück, und be-sich sein eigenes System dem preußischen gegenüberzustellen. Preußen hatte

Bedir, e erwähnt, gegen Ende Mai aus Jüttand zurückgezogen, und um die ersteenglischen Vermittelung zu erfüllen, stand es im Begriffe, das ganzev 9lyun, Schleswig zu räumen. Dänemark dagegen that, als ob gar nichts vor-