Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 351
öen ganz entsprach, so zeigte sich doch schon im Vergleich zu früher, daß sie mit vielAößerer Entschiedenheit zu handeln bereit waren. Es ist von großem Interesse, dieseEntwickelung selbständiger politischer Ideen in dem Volke wie in der Landesversamm-wng Schleswig-Holsteins weiter zu verfolgen.
Schon im Anfange des Jahres 1849 waren die englischen Plane einer Tren-nung der Herzogthümer voneinander und einer Unterwerfung derselben unter Däne-mark gerüchtweise in- Volk gekommen. Sie riefen eine allgemeine Bewegung hervor.Namentlich im Norden Schleswigs entstand heftiger Widerwille gegen jeden Gedan-an eine Vereinigung mit Dänemark. Die deutschgesinnten Bewohner traten al-Atthalben zusammen, Adressen und Petitionen wurde» entworfen und beschlossen.
Aufregung, der Unwille verbreiteten sich immer weiter nach dem Süden; zu^le Interessen wurden angegriffen: man mußte endlich der allgemeinen StimmeE>Nen Ausdruck geben. Schon am 13. Jan. versammelten sich einige zwanzig der^uflußreichsten Abgeordneten in Kiel zu einer Privatbesprechung. Th. Olshausenlehte die Lage der Dinge auseinander, und schlug vor, unter den gegenwärtigen soAr dringlichen Umständen baldthunlichst die Landesversammlung wieder zu berufen.Allerdings erklärten sich dagegen mehre Mitglieder sehr entschieden, namentlich der^rzog von Augustenburg; aber dennoch ging der Antrag durch, und in Folge dcs-lElben trat das Bureau der Landesversammlung am 15. Jan. zusammen, und erließkreits am 18. eine Bekanntmachung, durch welche die Versammlung zum 26. Jan.teufe,, ward. Auch die Ritterschaft trat in denselben Tagen zusammen, ohne jedocheinem entscheidenden Entschluß zu kommen. Die Stimmung war entschieden fürEinheit der Herzogthümer; und die gemeinsame Regierung, um das Festhalten?? ihren schleswig-holsteinischen Principien zu zeigen, publicirte gegen Ende Januarik deutschen Grundrechte und die deutsche Wechselordnung. Im ganzen Lande sah^an dem Zusammentritt der Landesversammlung mit großer Spannung entgegen.
§ schien, als müsse sie diesmal etwas Gewaltiges, Durchgreifendes hervorbringen,z. Am 26. Jan. kamen die Abgeordneten in Schleswig zusammen. Aus allenAeilen der Herzogthümer waren eine Menge von Deputationen herbeigeeilt, um der^°litik der Versammlung die Zustimmung des ganzen Volks zu überbringen, und^wentlich sich gegen jeden Plan einer Trennung der Herzogthümer auf das nach-tUckli,' - - - —
Wichste auSzusprechcn. Sogleich in der zweiten Sitzung ward, unter dem Drucke^ öffentlichen ^Meinung, ein Ausschuß niedergesetzt, um Vorschläge für die demnächst
der
>«>>' ^.^'ichsuden Schritte der Landesversammlung einzubringen. Ein zweiter Ausschuß*>> 1 « ^ die Finanzen niedergesetzt, mit besonderer Rücksicht aus die Möglichkeitri<§ Erg Krieges. Während der letztere auf seinem Gebiete arbeitete, entwarf nun der
i>> zrw. "sschuß eine Adresse an die Centralgewalt, und zugleich ein Schreiben an die
>rÜ' H>> ?nsünie Regierung, die den Inhalt der Politik der Landesversammlung darlegten.
der L* rrstern wurde auf würdige und entschiedene Weise noch einmal das Recht°>ll' Hx: - i°gthümer und die Verletzungen desselben durch Dänemark, namentlich daS
icht ,,^Eip der Unteilbarkeit Schleswig-Holsteins hervorgehoben. Die Adresse sagte:
l>cii ^'E verhä'ngnißvolle Lage der Verhältnisse zwingt uns, eS auszusprechen, daß eine
eaE' dgz ^ng SchleSwigS von Holstein nicht erzwungen werden kann, es sei denn, daß
vcl' D-g^sich entschlossen wäre, seine Waffen gegen die Herzogthümer zu richten."
i>^ treiben verlangte von der gemeinsamen Regierung, daß sie die Absenkung eines
>>>,d s Eds aus Schleswig. Holstein bei den Friedensunterhandlungen beantragen solle,^Esew «^E erneute und umfassende Rüstungen von derselben, indem ihr zugleich zu^chre^ "tw ein genügender außerordentlicher Credit bewilligt ward. Dieses letztere^Ese nahm man einstimmig an. Allein die Adresse fand Opposition, und^Et» ^Position hatte eine tiefere Bedeutung. Denn während in den Herzogthü-i>i ^Er Kampf gegen den Landesherrn vorbereitete, wurden die Bewegungen
^".Theilen Europas immer ernster. In Italien bereitete sich in Rom undbqß °'E Republik vor; die Östreicher siegten nicht in Ungarn, und man wußte,Isukh gleichfalls an die Republik denke. In Baden und Sachsen Zährte es