Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 355
Aarte sich England in Kopenhagen auf das bestimmteste gegen die Erneuerung derFeindseligkeiten; selbst Frankreich schloß sich Dem an, und Preußen durste auf fried-»che Ausgleichung hoffen. Denn was hatte Dänemark den drei Großmächten ent-gegenzusetzen? Offenbar nichts aus seinen eigenen Mitteln. Allein freilich lag eSur Rußlands höchstem Interesse, Preußen nicht so leichten Kaufs aus seiner unglück-lichen Lage herauskommen zu lassen. In England hatte man sich für den Waffen-milstand erklärt, weil man eine Umwälzung in Deutschland bei einem neuen Kriegemrchtelc. Rußland kannte das Terrain besser. Es wußte, daß Preußen die Kai-sirkrone ausschlagcn und die Nationalversammlung vonsichstoßen werde; es sah ein,zwar die militairische Macht der deutschen Staaten Preußen folgen, daß aberPreußen, weil es gegen den Willen der Großmächte in Iütland sich nicht halten'°viie, mit der ganzen Macht Deutschlands einen Rückzug vor dem kleinen dänischenHeere antreten, und dadurch sich selbst bei dem deutschen »»gemein schaden werde,l^ußland erwartete vielleicht bei der Gelegenheit die Vernichtung der schleswig-hol-lsiinischen Armee; denn es konnte die Schwächung Dänemarks durchaus nicht un°gern sehen, da es immer noch von dem Grundsatz ausging, daß dieses DänemarkAn endlich als gewisse Beute in die Hände fallen müsse. Rußland also versprachDänemark seine beste Hülfe, und reizte es auf. Es gelang dem dänischen Finanz-^nister zu gleicher Zeit, eine Anleihe von 500000 Pfund Sterling in London zu^chen; und so erklärte jetzt das kopenhagencr Cabinet, daß es auf eine ErneuerungWaffenstillstandes in keiner Weise eingehen könne. Nur dazu verstand man sich,'Nr Fortdauer desselben mit monatlicher Kündigung anzunehmen. Das war sehr^en,g gewonnen. Eine russische Note langte in derselben Zeit in Berlin an, welcheIch in sehr energischer Weise für das Recht Dänemarks aussprach, sodaß Preußen"" anfing, in seinen Foderungen soviel als möglich kleinlaut zu werden. Die Dä-/ch aufgefodert Bedingungen zu stellen für die Verlängerung des Waffenstillstandes,Äderten zuerst die Herstellung des stslus quc> ants vor dem 24. März 1st48.Preußen gab nach; es konnte dies noch scheinbar nach den Bundesbeschlüssen ein-kamen. Allein kaum gewahrte man das Nachgeben in Kopenhagen, als man die^aiten höher spannte. Erst wollte man die Besetzung Alsens beibehalten: auch diesach beinahe zugestanden; dann wollte man die Absetzung der gemeinsamen Regie-»"'3 und die Bildung einer neuen, an der zwei Dänen neben zwei Deutschen theil-^Men sollten. Als auch dies nachgegeben werden sollte, federte Dänemark dieh/sihung Rendsburgs mit dänischen Truppen, endlich aber gar, daß die Preußen^ Schleswig-Holsteiner selbst zwingen möchten, sich dem Frieden zu unterwerfen.
konnte Preußen nicht nachgeben. Auf diesem Punkte angelangt, mußte esx^..chit so großen Opfern vermiedenen Krieg beginnen. England selbst war erzürnt;»i, sichltc sich von Rußland überstügelt. Man begann die Verlängerung des Waffen-z Landes aufzugeben: der Krieg mußte wieder anfangen. Er ward eröffnet, ohnelvo« doch weder von preußischer noch von schleswig-holsteinischer Seite wußte.
° wan dann thun sollte, wenn man gesiegt hätte,dix . Während sich dies in der hohen Politik bewegte und vorbereitete, änderte sichBli^"ere Lage der Hcrzogthümer wenigstens auf einem Punkte sehr wesentlich. Dass-h Eau der Landesvcrsammlung hatte sich das Recht vorbehalten, die Landesver-^ünd' ^ jedem Augenblicke zu berufen. Im Anfange des Märzmonats, als diere,,, 3ung des Waffenstillstandes von Seiten Dänemarks geschehen, trat das Bu-erm. Zusammen, um die Berufung der Versammlung zu berathen. Am 6. MärzSo?. die Bekanntmachung, nach welcher dieselbe zum 16. zusammentreten sollte.li,yg H bemächtigte sich der kleinen Diplomatie große Angst vor dieser Versamm-Nich.'. Skedmann namentlich gerieth wie gewöhnlich in Verlegenheit, und wußte sichan d zu helfen, als daß er sogleich wieder durch ein Schreiben vom 11. MärzNiql / Bureau bat, die Berufung der Versammlung möge vertagt werden. Dies-3>n ihm dasselbe mit der Erklärung vom 12. März entgegen, daß es bei der
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