356 Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848.
Berufung sein Bewenden haben müsse; und Das war die letzte That, die Stedmannim Namen Deutschlands in Schleswig-Holstein bewirkt hat. Jetzt eilte im Auftragtder Centralgewalt Souchay aus Frankfurt herbei, um das Abtreten der gemein-samen Regierung und die Installation einer Statthalterschaft zu leiten. Die Lan-desversammlung nahm die Entlassung der erstern, und die Einsetzung der StatthalterReventlow und Beseler ohne Schwierigkeit an. Am 26. März traten die Letztem ein,ohne daß sich das Mindeste änderte. Auch die Landesversammlung, obwol in dieseshöchst kritischen Zeitpunkte dastehend, hielt Sitzungen ohne alles Interesse. Kei^einzige große Frage ward vorgelegt, kein einziger Beschluß gefaßt; ja die Mitgliederwußten nicht einmal, wie die Sachen eigentlich standen. Reventlow und Beseleraber, die neuen Statthalter, fanden es höchst bequem, als bloße Administrativbehör^betrachtet zu werden. Es ist weder den Dänen noch den Preußen gelungen, diesebeiden Männer zum Verdrusse über ihre gänzliche Nichtachtung, und dadurch zu il*gend einem energischen Schritte zu reizen. Man konnte sie ungestraft in vollst^Unkenntniß über den Krieg, später über den Frieden, zuletzt über das AufgebtSchleswigs lassen; ja man konnte sie von Berlin aus ohne Bedenken öffentlich eit^administrative Behörde nennen — sie rührte dies nicht. Ihre einzige Antwort da?auf war ein entschiedener Kampf gegen die Linke der Landesversammlung, dieRuin des Landes in diesem Verfahren erkennen mußte, und die demüthigsten Bitt^an den König von Dänemark, er möge doch sein Land wieder in Gnaden annehmtDoch dies-gehört der neuesten Zeit, und die Fäden, die sich hier zu einem Knot^verschlingen, liegen tiefer, als daß wir sie jetzt aufdecken könnten. Gewiß aber blei^das Eine, daß die Herzogthümer dadurch an den Rand des Verderbens geführt wo?den sind.
Unterdessen waren die Unterhandlungen in London endlich gänzlich abgebrochnworden. Umsonst hatte England seine Bemühungen verfolgt, eine angemessene vertragmäßige Verlängerung der Waffenruhe zu erwirken; Dänemark antwortete darauf N'
immer erneuten und gesteigerten Ansprüchen. Das deutsche Ministerium begriff,
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unter solchen Umständen an keinen Frieden zu denken. Eine mächtige Bewegt?deutscher Heeresabtheilungen nach dem Norden fand statt. Dänemark rüsteteseinerseits mit aller Kraft. Man ließ den General Fabvier aus Paris kommen, ^der Absicht, demselben daS Oberkommando zu übergeben, was derselbe indessenlehnte, da man sich seinen Dispositionen nicht fügen wollte. Die Flotte ward ^stand gesetzt; Truppen wurden ausgchoben. Von Seiten der Deutschen kam ^preußische General Prittwitz am 23. März in Altona an. Der König von
mark ging am 22. nach Sonderburg mit der Garde ab, und am 1. Apr. ersehtdie Erklärung, daß am 3. Apr. der Krieg eröffnet werden würde.
Der Feldzug von 1849 bis zur Schlacht bei Fridericia.
Wir verlassen jetzt daS Gebiet der Diplomatie, um den Kampfplatz zu betraften, auf dem sich die dänischen und schleswig-holsteinischen Waffen wieder riiel^,sollten. Es war offenbar, daß diesmal der Krieg eine durchaus andere Gestalt ^nehmen werde, wie im Jahre 1848. Die Herzogthümer hatten Alles gethan/ §sich ernstlich zu rüsten. Die allgemeine Wehrpflicht war eingeführt; die Trup^standen unter größtenteils sehr tüchtigen preußischen Offizieren; die Ausrüstung ^neu und vortrefflich; der Muth des Landes wie des Heeres war groß. Man bra^§
vor Begierde, mit den Dänen zu kämpfen. Aber auch in Dänemark g?
die Zeit nicht vorübergehen lassen, und das beste dänische Heer, das noch ft ^pietrüstet worden, stand dem deutschen gegenüber. Die schleSwig. holsteinische ^mochte im Ganzen etwa 20000 Mann zählen, die dänische etwa 30000 Mmw' U,dem tiefen Hasse, der sich zwischen beide Völker gelagert, konnte man anney
daß der Kampf, wenn er ausbrach, ein furchtbarer und blutiger werden wulldel
Die Dänen gaben sich noch immer der Täuschung hin, als seiSchleSwig-Holsteincr eine unbedeutende und ihr Heer noch das alte von 1o /