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Fünfter Band.
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 361

Grenze war siegreich überschritten; jetzt begann der zweite Abschnitt des Feldzugs,der Einmarsch in Jütland.

Als die Nachricht von der Einnahme Koldings in dem schleswig-holsteinischenHauptquartier beim General Bonin eintraf, rückte derselbe, um jene Stellung nichtöä'nzlich exponirt zu lassen, mit der ganzen schleswig-holsteinischen Armee nach, und"ahm sein Hauptquartier in Wonsild. Die Vorposten wurden über Kolding hinaus-geschoben. Kolding selbst ward in der Eile ein wenig verschanzt. Die Preußen undoie übrigen Deutschen aber standen noch tief im Schleswigschen, so fern, daß sie derAleswig-Holsteinischen Armee keine Hülfe bringen konnten. Diese letztere war unge-fähr 11000 Mann stark. Die Dänen dagegen, bei Veite und Fridericia aufgestellt,hatten in fünf Brigaden etwa 20—22000 Mann. Auf dieses Verhältniß hin bau-Een sie die Hoffnung, daß sie mit einem raschen und entscheidenden Gesammtangriffoie schleswig-holsteinische Armee würden vernichten können. Es wäre viel gewonnengewesen, wenn ihnen dies gelang. Die Schleswig-Holsteiner ihrerseits hatten keinenandern Wunsch, als sich mit ihrer ganzen Macht auf die Dä'nen zu werfen. Sodünnte man eine Entscheidung erwarten. Am 23. Apr., am Jahrestage der Schlachtbei Schleswig, hofften nun die Dänen, ihr Ziel zu erreichen: sie griffen an, undUferten der schleswig-holsteinischen Armee die Schlacht bei Kolding, die wir genauerbeschreiben müssen, weil sich hier die beiden Armeen in offenem Felde und in ehr-"chem Kampfe begegneten.

Die schleswig-holsteinische Armee stand von Kolding aus westwärts im Südener Koldingau, die ganz auf jütischem Boden fließt. Kolding selbst war von derersten Brigade besetzt; in Vandrup stand der Stab der zweiten Brigade. Von Kol-mg aus laufen zwei Wege, der eine nach Fridericia, der andere gerade nördlichVeite. Der Weg nach Fridericia war mit Schanzen und vorgeschobenen Posten^deckt; hier lag die Hauptstärke der Schleswig-Holsteiner. Die zweite Brigade, der"ike Flügel der Armee, hatte zu seiner Deckung ein Defile, das nur mit zwei Com-pagnien des vierten Jägercorps und mit einer Compagnie des dritten Bataillons be->^ht war. Die Verbindung zwischen der Brigade und dem Hauptcorpö war blos.."rch zwei Bataillone, die längs der Koldingau standen, gedeckt. Gelang es, diesen"iken Flügel mit Übermacht zu werfen, und denselben gegen Kolding hin auszurollen,o ")äre die ganze schleswig-holsteinische Armee verloren gewesen. Es kam nur darauf", die erste Brigade, die am besten mit Geschütz versehen, in Kolding durch einen. "griff festzuhalten. Man konnte erwarten, daß'dieselbe sich von Kolding nicht ent-^Nen werde, und daß daher, wenn nur der erste Angriff auf den linken Flügel ge-igen, die Schlacht gewonnen sein müsse. Darauf bauten die Dänen ihren sehrM angelegten Schlachtplan.

ern Morgen des 23. Apr. erschien nun auf dem Wege von Fridericia her die^ dänische Brigade Schleppegrell, und griff die äußersten kleinen Schanzen derHleswig-Holsteiner an. Zugleich legten sich eine Zahl Kanonenboote und eine Cor-in die Koldingbucht und beschossen die Stellung von der Seite. Die Brigaderenk . auf dem Wege von Veile her, und griff Kolding im Westen an. Wäh-llyck heftig gekämpft ward, „rnarschirte aber der General Nye mit drei BrigadenWesten, um mit dieser Übermacht den linken Flügel der Schleswig-Holsteiner8en ^rfen. Ünd hier traf er nun aus jenes Defile, in welchem die erwähnten wem-Dä Compagnien standen. Um 5 Uhr wurden die ersten Schüsse gewechselt. Die"isck^ Ehrten immer neue Truppen zum Angriff an; aber jene schleswig-holstei-Ilrn " Kompagnien hielten Stand gegen eine Macht, die fast 14000 Mann betrug.iUr ^mörderischem Kugelregen zogen sie sich zurück in ein Gehölz, das den Zugangkary^bllung der zweiten schleswig-holsteinischen Brigade deckte. Drei Stunden lang^ allein gegen die Dä'nen unter harten Verlusten. Der Hauptmann Eich-^ickell ^ Zahl der Verwundeten und Gefallenen wuchs, und der Feind ent-"rit K neue Massen. Dennoch hielten sie ihren Stand, obgleich das Defile

artatschen und Paßkugeln förmlich überschüttet ward, sodaß der General Rye,