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Fünfter Band.
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 365

König verwarf die Kaiserkrone. An die Stelle der deutschen Märzverfassung setztebr die Maiverfassung und das Maibündniß — ein preußisches System an die Stelledes deutschen. Durch dieses Maibündniß mußte nun aber den Großmächten dielanggehegte Befürchtung zur größten Wahrscheinlichkeit werden, daß Preußen sich^cht stark genug fühle, ganz Deutschland in sich aufzunehmen, daß es jedoch stattdessen nunmehr versuchen werde, seinen eigenen Staat durch allma'lige und langsameRequisition einzelner deutscher Staaten zu vergrößern. Dieser Grundgedanke derseinen Territorialpolitik, der aus Preußens Bestrebungen am deutlichsten hervorzu-suchten schien, warf alsbald seinen weiten und trüben Schatten über die ganze Stel-lung Preußens; namentlich aber gab er dem Verfahren Preußens in Schleswig-holstein ein ganz anderes Licht. Und dies ist der eigentliche Wendepunkt in derMeswig-Holsteinischen Sache, der nicht blos den ganzen beklagenswerthen Feldzug in^ütland, sondern endlich auch den traurigen Waffenstillstand vom 10. Juli sowie^as, was darauf erfolgte, hervorgerufen hat.

England hatte bis dahin, wie schon oft erwähnt, stets noch als vermittelnde^acht die Sache der Herzogthümer gegen die russisch-dänische Politik vertreten. Es^ußte zwar, daß das Heer der Herzogthümer unter einem preußischen General, unddie Leitung aller Angelegenheiten unter dem preußischen Ministerium stehe; allein^her hatte es weniger Gewicht darauf gelegt. Als nun aber im April die dänische^niee von der schleswig-holsteinischen zu Wasser und zu Lande geschlagen war, diePreußen in Jütland einrückten, und zugleich das preußische Cabinet seine Maiver-lassung und das Dreikönigsbündniß vollzog: da fing auch England an zu fürchten,^ Preußen keineswegs beabsichtige, blos die Rechte der Herzogthümer zu wahren,daß es vielmehr wol für sich selbst diese Herzogthümer zu besitzen strebe,oder falsch — gleichviel: diese Meinung war von ganz entscheidendem Ein-^sse auf den wettern Gang der Verhandlungen; England zeigte sich alsbald we-iger geneigt als je, den preußischen Foderungen nachzugeben. Kaum merkte manres von dänischer Seite, als man auch hier die Ansprüche höher steigerte. Jetzt aberAgriff das englische Cabinet einen für die Herzogthümer wahrhaft verhängnißvollenusweg. Es deutete an, daß es Preußen in weitern Verhandlungen unterstützenerde, wenn Preußen sich dazu verstehe, die Einverleibung Schleswigs in Dänemarkdie wesentliche Trennung beider Herzogthümer zuzugeben. Gewiß gab es keinen^schlag, der Preußen ärger verletzte; aber Preußen entschloß sich zum Nachgeben.ßi/I ^dsicht Englands war dabei jedenfalls, das Herzogthum Schleswig vor der preu-tthen Inkorporation sicherzustellen. England handelte allerdings mit großer Kurz-^rgkeit, aber Preußen stimmte dennoch bei. So standen die Sachen schon imdott Gefahr für die Herzogthümer war schon damals so groß, daß der Be-

.nächtigte bei der Centralgewalt, der Präsident Francke, zum äußersten Mittel griff,das ^ ganze Sachlage in der Nationalversammlung offen darlegte. Francke erklärte,H Ministerium Arnim habe die dänischen Vorschläge Trennung Schleswigs von

deute < Besetzung Schleswigs mit 4000 Mann Dänen, und eventuell ein Einrückenf-^'^er Truppen in Holstein, um das Herzogthum den Dänen zu unterwerfen —-rißannehmbar" erklärt, und erkläre dies noch fortwährend. „Das ist", rief er-- ""icht Verrath an der schleswig-holsteinischen Sache, das ist geradezu Verrath^ ^ ^Eschen Nation! Es läßt sich nicht anders bezeichnen; es steht nicht an derhqlb Ades Verraths; es ist Verrath! Meine Herren, ich will Ihnen sagen, wes-^ Arnim kämpfen läßt — um Schleswig von Holstein zu reißen!" Mit^ Bezug auf solche Politik vernahm die Versammlung diese Rede. Die Politik^Nnt § war blosgelegt; aber Preußen kümmerte sich nicht darum. Die soge-

sirh ^ Kreuzzeitung rief dagegen: „Wir geben die Hoffnung nicht auf, daß Preußendieses wir ^gen nicht vor der Verletzung seiner materiellen Interessen, so schwerdy- " ^w^gen — sondern vor der Schande bewahren werde, zum zweiten malllch Revolution ins Schlepptau genommen zu werden!" Preußen erklärte wirk-^oridon, daß es die dänischen Vorschläge nicht unannehmbar finde und bereit