368 Schleswig-Holstein feit seiner Erhebung im Jahre 1848.
dtn Adresse vergangen, war das schone schleswig» holsteinische Heer geschlagen, derWaffenstillstand, der Schleswig von Holstein trennte, angenommen, die Friedenspra«lrmin.irien iinti'rri'ickiit't. und tue Sacke der Herroackünier für ein aanres Jabr, viel"
liminarien unterzeichnet, und die Sache der Hcrzogthümer für ein ganzes Jahr,leicht für länger, unrettbar verloren.
Wir kommen zu dem letzten, traurigster» Punkte in dieser Geschichte. Bon»"war, wie schon erwähnt, mit dem schleswig-holsteinischen Heere vor Fridericia gezogenund lag hier, die Festung belagernd. Er schloß sie näher und näher ein, in einerWeise, die höchstes Bedenken erregen mußte. Das Belagerungscorps war in dreiTheile getheilt. Im Süden lag die Avantgardebrigade; eine halbe Stunde davondie erste Brigade; eine ganze Stunde davon entfernt die zweite Brigade. Jede dieserBrigaden hatte ihre Schanzen; aber diese Werke standen auf keinem Punkte unter'einander in Verbindung. Von der ersten bis zur nördlichsten, zweiten Brigade na'mentlich lief nur ein gewöhnlicher Laufgraben; es war durchaus keine Vorkehrungangebracht, um die Armee gegen eine Trennung zu schützen. Das Heer und die Of^ziere fühlten sich, wenn sie daran dachten, beunruhigt; im Kriegsrath ward ernstlichgegen dieses Verfahren opponirt. Bonin blieb bei seinem Willen. Schon am 2. Zu"und später fanden Ausfälle der Belagerten statt, in denen Jeder eine Necognoscirung hä^erkennen müssen. Die Dispositionen wurden dennoch nicht geändert. Am 4. und 5. J""waren die Landungsplätze der Festung von dänischen Transportschiffen ungemein be-lebt. Es war das Corps des Generals Nye, der von Helgenaes zu Wasser nachFridericia ging. General Prittwitz sah ihn abziehen, und meldete den Abzug ^Bonin in der Weise, daß Bonin ihn erst am Tage der Niederlage erfuhr. An Bow"selbst ergingen Meldungen über Meldungen, daß Truppen in die Stadt geworfnwürden; keine einzige Maßregel ward zur Abwehr getroffen. Wir »vollen nicht vet'folgen, was hier zu sagen wäre; wir wollen nur das Thatsächliche berichten. ^
der Nacht vom 5.—6. Juli brach nun die dänische Armee, über 20000 Mann sta^aus der Festung heraus. Dieselbe warf sich auf den ungeschützten Zwischenraumscheu der ersten und zweiten Brigade, durchbrach die Linie der Jäger, die hier sta"'den, nach einem wüthenden Kampfe, und sprengte so die Stellung der ganzen Arw^Ebenso warf sie die zweite, nördliche Brigade aus ihren halbfertigen Schanze"/drängte sie unter furchtbarem Kampfe gegen den Rand-fjord, machte einengefangen, zersprengte den andern. Zugleich griff die dänische Hauptmacht dastrum des Belagerung-walls an, stürmte die Schanzen, warf die Deutschen, ward ,wieder geworfen. Das Blut floß in Strömen. Die armen Schleswig-Holstei"^rangen wie Löwen mit dem übermächtigen Feind, stundenlang, mit Kugel, Bayon"^
und Kolben. Hin und her wogte die Schlacht, bis die Obmacht siegte. Die
schleswig-holstcinische Brigade hielt unterdessen einen Scheinangriff aus, und kan>
unversehrt auf dem Schlachtfelde an, als nicht mehr zu helfen war. Die
wig-Holsteiner hatten 28 Stück Geschütz verloren, 300 Mann Todte und Vcrw>bete, aber 1500 Mann Gefangene. Die Dänen hatten unter der Wuth der Sehwig-Holsteiner furchtbar gelitten. Sie verloren den General Rye und gegenMann an Todten und Verwundeten. Die dänische Armee war in einem sonv „Zustande, daß nach dem einstimmigen Urtheile aller Sachkundigen noch am ^ ^nachher drei Bataillone frischer Truppen sie in die vollständigste Flucht 6^hätten. Als das dänische Dampfschiff die Nachricht von diesem Siege nach ^Hagen brachte, brach im Anfang lauter Jubel aus; als aber die Einzclnheite"Kampfes berichtet wurden, legte sich tiefe Stille auf die Hauptstadt, ew
General Rye lagen nicht weniger als 93 Offiziere auf dem Schlachtfelde; ein 'hagcner Corps, in dem viele Söhne angesehener Familien, das 300 Mann stak"gezogen war, zählte nur noch 34 Mann! Die schleswig-holstcinischegen war bereits am Mittage desselben Tages wieder gesammelt; sie zog mit k>dem Spiele in Veilc ein. Kein einziger Mann erschien muthlos, keiner hielt 9überwunden. Das Verhältniß lag zu klar vor. „Ja, wenn es so geht, dannWir wol geschlagen werden!" DaS waren die einzigen Worte, die man horte-
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