Band 
Fünfter Band.
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Staat und Stadt Frankfurt. 371

^ Frage um das Schicksal der Herzogthümer in eine neue Phase versetzen sollten.Preußen ist es endlich anscheinend gelungen, sich aus der Verwickelung zu ziehen:

hat als Mandatar des Deutschen Bundes, mit Rücksicht auf die Präliminariendvm vorigen Jahre, den sogenannten einfachen Frieden vom 2. Juli 1850 mit Dä-^einark geschloffen. Die berüchtigte schlcswigsche Landesverwaltung, wie sie derWaffenstillstand einsetzte, ist damit verschwunden; die preußischen und schwedischenGruppen haben Schleswig verlassen; die Dänen sind dafür mit ihrer ganzen Streit-sucht in das unglückliche Land eingezogen. Die Herzogthümer, ungeachtet einerWahrung der deutschen Bundesrechte im Friedcnsinstrument, sind ihrem Geschick und" Rache ihrer Feinde überlassen. Die großem deutschen Regierungen, statt sich^"gischer und patriotischer als das vielgeschmähte Preußen zu erweisen, sehen dem^ange der Dinge ängstlich, kalt, ja feindlich zu; sie benutzen das Ansinnen Preu-ßkns, den im Namen des Bundes geschlossenen Frieden zu ratificiren, um daran'hven jammervollen Streit über die Gestaltung Deutschlands zu knüpfen. Nie stelltedas politische Deutschland der Welt ohnmächtiger, zerrissener, unglücklicher darin dem Complex dieser Verhältnisse. Zwei wichtige Thatsachen sind unterdessen^"getreten! Die Armee Schleswig-Holsteins hat sich bereits in der zweitägigen."tigen Schlacht von Jdstedt, am 21. und 25. Juli, mit der dänischen ÜbermachtAbständig gemessen. Sie hat hierbei viele tapfere Streiter verloren, sie hat ihreStellung zurück, an den südlichsten Saum von Schleswig verlegen müssen; aber siedat auch dix dänische Streitmacht gelähmt und ihr die schwersten Verluste beigebracht;^ hat außerdem ihre Energie, Kampffähigkeit und todesmuthige Hingebung für dasT^ateNand auf das glänzendste bewiesen. Und das wiegt schwer in der jetzigen Lage^ Hkrzogthümcr. Zugleich ward von England, Rußland, Frankreich, Schwedenfg Dänemark zu London ein Protokoll unterzeichnet, in welchem sich diese Mächtemr die Aufrechthaltung des Gesammtbestandes der dänischen Monarchie, mithin«kgen die Rechte der Herzogthümer und Deutschlands erklären, und die EntscheidungFrage ohne Rücksicht auf die Mitwirkung des Deutschen Bundes und der beut-st" Regierungen in ihre Hände nehmen. Möglich, daß das durch die EifersuchtFürsten zerrüttete Deutschland auch solche, an Polens Schicksal erinnerndechmach über sich ergehen lassen muß; daß es demüthig und wehmüthig zusieht,seine Feinde entscheiden über eines seiner schönsten Lande und dessen Rechte, an^ künftige Macht und Größe der ganzen Nation gekettet ist. Möglich aber^ ch, daß gerade die Thatsachen des Julimonats 1850 den Impuls geben für eine."""wartete und unberechenbare Wendung in dieser großen Angelegenheit desH^pä'ischen Nordens. Wer möchte darum jetzt auch nur vermuthen wollen, welchen"°gang der Kampf der Herzogthümer für sie, für Deutschland nehmen werde!

D. Red.

Staat «nd Stadt Frankfurt.

^ Vormärzliches-

Frankfurt mit ihrem aus 7'/, Dorfschasten bestehenden Gebiete und einervon ungefähr 68000 Seelen (wovon, in runden Zahlen angegeben,""s die Stadt und nicht ganz 10000 auf die Dorfgemeinden kommen) hatdildc ^"den "si >n der neuesten Zeit die Entdeckung gemacht, daß sie einen Staat' ">ar aber immer weit bedeutender, als nach ihrem kleinen Gebiete und ihrer"ä'ßig geringen Bevölkerung vorausgesetzt werden könnte. Ihre historischen

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