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Staat und Stadt Frankfurt. 387
^tte sich durch seine entschieden demokratischen Grundsätze die eine, durch theilweise^erleugnung derselben in ihrer Anwendung auf städtische Verhältnisse zugleich auchole andere Partei entfremdet. Diese Zurücksetzung schmerzte und erbitterte ihn sehr,^nd blieb nicht ohne Einfluß auf die spätere Entwickelung der frankfurter Verhältnisse.
So kam der Mai heran, in welchem das erste deutsche Parlament eröffnetWerden sollte. Die Aufregung, die sich im Laufe dieses Monats in Paris undl^ien in so furchtbaren Stößen entlud, und in der Nähe Frankfurts, im Nassaui-Aen, in Mainz, in Hanau in hohem Grade vorhanden war, konnte natürlich die zum^ihe der deutschen Nationalversammlung erkorene Freistadt nicht unberührt lassen. VonMen Seiten strömten neben den ausgezeichnetsten und bedeutendsten Männern auch^lcht wenig verdächtige Gesellen herbei. Die Turner wurden bearbeitet; die Arbei-die Bäckergesellen und Andere wurden arffgereizt, ihren Meistern den Gehorsam^ verweigern, und zum Theil „auszuwandern", das hieß: sich jenseit der franksur-A Wartthürme zu begeben, und dort sogenannte Volksversammlungen abzuhalten,^as bekannte Lepel'sche Promemoria und der Kaiserplan der VertrauensmännerOl in die Flammen. Man stritt heftig in den Volksvereinen und Volksver-sammlungen; die Arbeiterversammlungen wurden drohend. Katzenmusiken bildeten^ die einzige Musik, welche die Leute noch hören mochten, sodaß das Theater,Elches leer stand, seinem Personal bedeutende Abzüge machen mußte. Besondersz^ßartige Demonstrationen fanden vor dem Hause des frankfurter Gesandten zumundestage, Schöff Harnier, statt, welcher das bekannte, Don Gagern und Hergen-^ahn desavouirte Protokoll mitunterzeichnet hatte. Derselbe erklärte diese Unterschrift^ öffentlichen Blättern dahin: er habe damit nur eine gar nicht zu verwei-^ "d.? Kanzleiförmlichkeit erfüllt; Dies beschwichtigte aber keineswegs die aufgeregtenEMulher. Mehrmals wurde in der Nacht Alarm geschlagen, weil man revolutio-näre Ausbrüche befürchtete. Wenn es auch durchaus nicht dazu kam, wie der hannö-Ersche Minister Stüve in offener Kammersitzung (18. Mai) erklärte, daß der Funs-^äerausschuß nahe daran gewesen, sich als provisorische Regierung zu erklären; auchvii Seiten des Senats der weitem Angabe dieses Ministers widersprochen ward,6 hätte diese Regierungsbehörde erklärt, sie könne für die Ruhe der Stadt nicht*Ehr einstehen: so standen die Sachen doch bedenklich genug. Der Senat und diee Ope Mehrzahl der Bürgerschaft ergriffen indessen geeignete Maßregeln. Jenersich, nach dem Vorgänge Heffen-Darmstadts und Nassaus, von dem verhaßten"desbeschluffe los, und wählte den Schöff Souchay zum Vertreter der Freienbbim Bundestage; diese eröffnete in Beziehung auf städtische Verhältnisse dielhi^cht auf gesetzmäßige Reformen, welche immer das beste und wirksamste Schütz-er ^ ^egen den Umsturz sind. In sehr zahlreichen Volksversammlungen, die inHz Katharinenkirche abgehalten wurden, drang man daraus, daß die nothwendigens^mssungsveränderungen der Freistadt einem aus der Mitte der Eesammtbürger-lluf gewählten Verfassungsrathe übertragen würden. Der Senat gab hierbeiZuweise nach, ohne daß er und die Bürgerschaft darüber ihre Würde verloren.^ ^6. Mai, zwei Tage vor Eröffnung des deutschen Parlaments, erließ der Se-Aufruf an die Bürger und Einwohner von Stadt und Land, welcher,für den die Ehre der Stadt einen Werth hat, Jeden, der die fernere ein-Entwickelung unsers gemeinsamen Vaterlands aus den eigenen freien Ent-
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^'ze,i , d" Vertreter desselben erwartet, Jeden, der Liebe für Deutschland imMe St, alk seine Mitbürger in Stadt und Land" dringend auffodertc: „di:
^ Stadt und die Pflicht gegen das Vaterland durch Aufrcchthaltung deriä tet?"^ Ordnung, durch kräftigen Widerstand gegen jedes »»deutsche Bestrebeni" erfüllen." Die Bürgerschaft trat enger zusammen gegen die Nuhe-Uit ^ den Arbcitcrversammlungen, welche von einigen Demagogen aufge-
^i, wollte sich der Geist der Unruhe nicht bannen lassen: er gab sich in
beizendsten Maueranschlägcn und gefährlichsten Wühlereien kund. Schriftlich
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