Band 
Fünfter Band.
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Staat und Stadt Frankfurt.

aufgefodert von etwa 100 Bürgern, die sich zu diesem Zweck versammelt hatten,entschloß sich der Senat, diese Demagogen als Fremde auf polizeilichem Wege aneder Stadt schaffen zu lassen. In einem Staate, dessen Grenzen kaum eine Viertesstunde vor den Thoren der Stadt anfangen, war dies auf alle Falle ein sehr unwirk'sames Mittel, und es wäre gewiß besser und gemäßer gewesen, hätte man die Wüh^geradezu festgenommen und vor den gesetzmäßigen Richter gestellt. Den politisch^Vereinen, namentlich dem Montagskränzchen, erschien diese Ausweisung nur als da§Wiederaufleben des alten Polizeistaats.

Das Montagskränzchen, das sich um diese Zeit zu einem CentralclubDeutschland auszubilden bemühte, sing schon damals an, in einen starken Gegenst»zu dem neu entstandenen Bürgerverein zu treten, der ersten großen geselligenbindung in Frankfurt, die alle Stände und Konfessionen in sich vereinigte. ^Bürgerverein nahm zwar schnell an Zahl zu und blieb nicht ohne Einfluß; do§trat der Gegensatz desselben zum Montagskränzchen anfänglich nicht so schroff hervo*!Im Montagskränzchen selbst entwickelte sich im Laufe des Monats Juni ein Kaniplzwischen den radicalen und den freisinnig conservativen Elementen, in dem die letzte*für einige Zeit den Sieg davontrugen. Es waren nämlich damals schon Aufstä^gegen die Nationalversammlung im Werke, wie wir sie in den Septembertagen ^leben mußten. Den politischen Vereinen lag die Frage vor, ob die provisorische 6^tralgewalt, deren Einsetzung bei den überall hervorbrechenden Unruhen und der ^ ^maligen Ohnmacht der deutschen Regierungen allgemein als eine Nothwendig^erkannt ward, auf dem republikanischen Boden stehen, oder durch ihre Attributiv ,und die damit zu betrauende Persönlichkeit als die Spitze eines constitutionell-n^archischen Staatsorganismus erscheinen solle. Somit war die Frage: ob Repub^ob Monarchie? welche die Stürme unter dem Vorparlament erzeugt, in etwasänderter Form wieder an der Tagesordnung, und zwar nachdem sich die Part^besser organisirt hatten. Es traf diese Frage in die Zeit, wo der Vulkan inmit neuen furchtbaren Ausbrüchen drohte, die nicht lange auf sich warten ließ^wo in Prag der blutige Kampf zwischen Czechen und Deutschen zum Ausbißkam; wo Wien und Berlin fieberhaft aufgeregt waren; wo in der Nähe von Frafürt, in Wiesbaden, in Mainz, in Weinheim die bürgerliche Ordnung tief erschufund wo, wie ganz Deutschland, so auch die Parlamentsstadt sich in der lebhaft .Bewegung befand. Diesen Zeitpunkt wählte der Demokratische Verein zu Marb^,um auf Pfingsten einen Congreß sämmtlicher demokratischen Vereine infurts Mauern auszuschreiben. Man fragte sich, was dieser Gegencongreß, angenAfder wirklichen Vertretung des deutschen Volks, hier bedeuten oder bewirkenMan erinnerte, daß in Nordamerika ein solches Tagen neben dem NationalcoNg^streng verboten sei. Unruhen und Unordnungen in der Umgegend: in Offertsin Bergen und andern Orten, wohin die aus Frankfurt verwiesenen Leiter dt* §vielfach misbrauchten Arbeiter diese zu sogenannten Volksversammlungen besch^-hatten, waren nicht geeignet, die Besorgnisse zu mindern. In der Nationalversa"^lung wurde ebenfalls ernstlich darüber verhandelt, ob und welche Vorsichtsmaß^?^von ihr selbst angeordnet, oder durch die städtischen Behörden veranlaßt werden ^ten? Die Versammlung lehnte zwar im Gefühle ihrer Würde die Anordnung ^besondern Maßregeln ab; aber man erinnerte von Seiten der frankfurter Abgeor, .jg.offenbar nicht ohne Veranlassung deS Senats, in der „Oberpostamts-ZeitungJuni), daß der Senat ohnehin das Recht habe, den Beistand der bewaffnetenin den Nachbarstaaten anzurufen, wenn es wider Erwarten nothwendig werden 'Unter solchen Umstanden ward im Montagskränzchen berathen, ob sich dassew^llt-Auffoderung der marburger Demokraten gemäß, bei diesem Congreffe betheiligen .^riDie große Mehrzahl erinnerte an den Beruf, den sich daö Montagskränzchen *nCircularen auferlegt, nämlich: zugleich für Freiheit und für gesetzliche Ordnung 9sein; und so wurde der Antrag mit entschiedener Stimmenmehrheit abgeley 'sich aber der größte Theil der Anwesenden entfernt hatte, brachte eine turbu e