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Niederland und seine Colonien.
an den alten Schulden, im jährlichen Zinsbeträge von etwa 8,400000 Gulden, mitt-lerweile von Holland verzinsen, und bezog aus dem Limburgischen und Luxemburgi-schen auf holländisch-deutsche Kosten Einkünfte. England erzwäng ihm gewaltsamdie freie Scheldeschiffahrt, während nach den 24 Artikeln Velgien einen Scheldczollbezahlen sollte. Frankreich verhalf ihm mit den Waffen, doch ohne Kriegserklärung,zum Besitze des Fünfecks von Antwerpen, und schützte es gegen Oranien's Angriffe,während Holland keinen Beistand bei. uns fand, um es wieder in sein rechtmäßigesBesitzthum zu setzen, gegen alle die Übergriffe auf sein gutes Recht zu schützen, undBelgien ebenfalls aus der Besetzung von holländischem und deutschem Gebiete hin/auszuweisen. War das unsererseits Großmuth, oder nicht vielmehr Schwäche? WenBelgien in seinem Rechte war und sich um das französische und britische Jnterefftverdient gemacht hatte, war Niederland keineswegs schon im Unrechte. Auch dUselbstsüchtige Handelspolitik Niederlands gegen uns beruhte weniger auf seiner Stärkeals auf unserer Schwäche. Zudem war die insolente Auslegung des .1u8<;u' ümer, wie die Erhöhung der Eingangszölle auf deutsche Erzeugnisse, im Jitterewweniger Hollands als Belgiens geschehen, da die Hemmung der freien Rheirrschifffahrt den überseeischen Rheinhandel, außer nach Belgien, auch nach Bremen,namentlich das Tabackgescha'ft sich immer großartiger entfaltete, und nach Hamburgableitete. Aber die Gefühlspolitik war einmal gegen Holland, und während rria"selbst deutsches Erundgebiet verletzen ließ, schrieben unsere Doctrinaire Abhandlung"über das 8uum euique.
Aller Beeinträchtigungen ungeachtet nahm indessen Niederland allmä'lig ei"^blühendere Gestalt denn seit einem Jahrhundert an; die Voraussetzung, nur getreu"von Belgien werde sein Handel wiederaufkommen, schien in Erfüllung zu geht"'Verschiedene Ursachen wirkten darauf hin. Der neuangefachte Nationalsinn spor"alle Kräfte und rief eine Menge Unternehmungen zu Wasser und zu Lande herv^'Bedeutende Mittel und Kräfte, Capitale und Schiffe zogen sich aus Belgien zur"^und bildeten durch ihre Concentration im kleinern Niederland einen energischen ^stoß für Unternehmungen. Der wieder erstarkende Colonialhandel vereinte sichin den holländischen Häfen, spornte die Schiffahrt, den Schiffbau und alle damitsammenhä'ngenden Gewerbe. Die sechs Jahre vor der belgischen Revolution gegr"'oete große Handelsgesellschaft zog ihre Capitale aus belgischen Fabrikunternehmen un-verwandte sie mit Erfolg auf den Gewerbfleiß Niederlands, mit noch größerrn "den Anbau von Colonialerzeugnissen, in Java und deren Verkauf, sowie auf ^lebung der großen Ostindienfahrt. Überall traten neue Anlagen ins Leben, Ka""^Docken, ungeheure Waarenhä'user (Entrepots) wurden gebaut, die Werfte waren 'voller Thätigkeit, täglich liefen Kauffahrteischiffe vom Stapel. Die Zahl derindienfahrer, die sich aus Antwerpen nach Amsterdam und Rotterdam zurückges"^hatten, nahm binnen wenigen Jahren nicht nur bedeutend zu (über 200 dersewsind jetzt frcgattenartig gebaut, eine respectable Macht im Fall der Noth),auch die weite Fahrt nach Java, welche früher neun Monate, wo nicht ein 3"^dauerte, ward jetzt gewöhnlich in sechs Monaten vollbracht. Bei der Auflösung ^Vereinigten Königreichs hatte die Handelsflotte beider Länder 1408 Schiffe -u 07Lasten betragen, worunter 156 belgische Fahrzeuge zu 17400 Lasten waren; im ^cember 1845 besaß Holland allein schon 1794 Handelsschiffe zu 180578 Lastenan Tragfähigkeit nahezu das Doppelte von beiden Ländern im Jahre 1850 ZU', ß.mengenommen), während Belgien nur noch an 150 Schiffe zu 15000 LastenMit Ende 1848 waren 2146 holländische Seeschiffe mit einem Gehalt von 20Lasten in Fahrt, wozu 1849 noch 195 neugebaute Schiffe mit 12881 Lasten g ^8men sind, sodaß Ende 1849 sich 2510 Schiffe von 216251 Lasten (oder 40^)Tonnen) in Fahrt befanden, nur etwa 100000 Tonnen weniger als die §e>französische Handelsmarine beträgt. Der Colonialhandel entfaltete sich zu nie gel^ ^Blüte. In Kaffee und Gewürzen wurden Amsterdam und Rotterdam durw ,,großen Verkäufe der Handelsgesellschaft die Weltmärkte, selbst für England; ore