Riederland und seine Colonien.
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dem Haag; doch hier konnte man aus Ratlosigkeit zu keinem Entschlüsse kommen.Dem Prinzen, der, in der ersten Hitze des Revolutionsbrandes geboren (1792), unterWellington im freiheitstrebenden Spanien seine Sporen verdient hatte, der für denFreund der liberalen, die Anliegen beider Landestheile versöhnenden Ansichten destrefflichen Hogendorp galt, war der Süden wie der Norden Niederlands noch in
Liebe zugethan. Er setzte MeS daran, den Riß zu hindern: man weiß wie er
sich selbst ganz allein mitten in das wildgährende Brüssel begab. Vergebens! Dieendlich nach Brüssel gesandte, mit Schonung handelnde Armee mußte die Stadt räu-men, und die Belgier verweigerten nun ein Oberhaupt anzuerkennen, das Bürger-blut hatte fließen lassen. Sie verlangten wol noch den Prinzen von Oranien; dochdiese Bedingung verwarf Holland. Antwerpen allein war äußerlich noch getreu. Da-hin zog der Prinz; von dort erließ er Proclamationen, die nicht den Beifall der eige-nen Regierung hatten; von dort begab er sich nach London, wo denn auch seineAtzten Versuche scheiterten. Mit Antwerpens Beschießung war jede Aussicht auf Aus-söhnung abgeschnitten, die Auseinanderspaltung des schönen Reichs entschieden. Nocheinmal schien es, als sollte das Schwert in die Wagschale geworfen werden und den
^usschlag verändern. Ein Jahr nach der Revolution schon stand Oranien an der
spitze der holländischen Scharen siegreich im Herzen von Belgien; allein er hattesich dem Gebote der politischen Nothwendigkeit des Friedens zu unterwerfen, und^ne moralische Befriedigung für sein nationales Bewußtsein war der ganze Vortheil,ben der Feldzug von 1831 dem Lande gewährte. Jetzt wandte man sich an dieTrotzen Mächte, und eine Flut von Protokollen ergoß sich aus der Londoner Confe-^nz. Belgien forderte mittlerweile sein neues Grundgesetz zutage, wählte sich imMinzen Leopold von Sachsen-Koburg einen überaus einsichtvollen, trefflichen König,lvard anerkannt und befestigte sich, während Niederland in zweifelhafter, halbge-^rochener Lage blieb, ohne principiell feste Institutionen, ohne Energie nach außen,An Hülfe rufend. Die Regierung war ohne Plan, festen Entschluß und hohernKillen, woraus wenigstens Kraft hätte geschöpft werden können, um den Unterhand-Angen Nachdruck zu geben. Das alte Staatsgrundgeseh blieb ««verbessert, der neuenOrdnung unangepaßt. Die Landesangelegenheiten lagen ein Jahrzehnd lang verwahr-est. Endlich unterwarf die holländische Regierung sich der Nothwendigkeit der Dinge,Er immer mehr drängenden Finanznoth des Staats; gegen Belgien, Frankreich und/'Wand fühlte man sich allein zu schwach, und die Komödie eines zehntägigen Feld-es auf Kosten des Steuerpflichtigen zu wiederholen, verweigerte das Land. Die^Eneralstaaten hatten Ernst aus ihren Drohungen gemacht und ihr Wort dafür ver-endet: die Geldfoderungen der Regierung nicht ferner bewilligen zu wollen, falls^ nicht aufrichtig auf den Frieden einginge. Der König mußte sich entschließen,d b Sieger wie ein Besiegter zu handeln, und die 24 Artikel annehmen. Man hatteGewalt des Unrechts nachgegeben, denn wo blieb nun die Entschädigung Nieder-es fljr den Verlust seiner Colonien an England? Wo die Entschädigung für diegeheure Schuldenlast, mit der es sich beladen hatte? Am Ende des Handels hat-England, Frankreich, Belgien gewonnen; Holland aber stand ohne Ersah fürColonien da, zurückgeworfen in seinem Handel und mit unerträglich erhöhtenHulden bedeckt.
die Deutschland hatte eingebüßt an moralischem Einflüsse wie an Land durch
dlir Weggäbe des halben Großherzogthums Luxemburg *) gegen einen Theil Lim-der-5^ der nur wider Natur, Lage und Recht mit dem niederländischen Staate^.'Hmolzen wurde und bisher verschmolzen blieb. Es hatte den niederländischenle^En thatenlos und ohnmächtig zugeschaut; unsere liberale Presse, mit Recht grol-des das ^usqu' A In wer, nahm entschieden Parrei für Belgien, und freute sich^^tatusquo, der Myn Heer zugrunderichte. Belgien ließ freilich seinen Antheil
Em Dranisch-Nassauischen Hause war das Großherzogthum Luxemburg für anderweitige"gen m Deutschland, die an Preußen fielen, als Entschädigung zugetheilt worden.