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Fünfter Band.
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Niederland und seine Colonien.

energischen Maßregeln des Grafen van Bosch, als Generalgouverneurs von Hollän-disch-Ostindien, sowie der Einwirkung der Handelsgesellschaft darauf durch Vorschüsse,großartige Leitung und Belebung des Colonialwaarenhandcls und Verkäufe im Mutter-lande, hatte der Regierung zum Theil die Mittel zu ihren außergewöhnlichen Aus-gaben verschafft; zum Theil hatte sie dieselben durch Anleihen, mysteriöse Operatio-nen und Ausgabe von verzinslichen SchahbilletS erhalten. Der ganze Finanzzustand !schwebte im Dunkel. Schon ahnte man mit Schrecken die einstige Aufhellung; alleinnoch fühlte das Volk nicht die unmittelbare Last, weil man durch künstliche, freilichsehr kostspielige Mittel sich zu helfen suchte. Als aber der Colonialhandel wieder insStocken gerieth, theils wegen der zu rasch steigenden Erzeugung Javas und derschlimmen Gestaltung der dortigen Bank- und Handelsverhä'ltnisse, theils wegen derallgemeinen Handelskrisis, und dadurch die Colonialzuflüfse bedeutend schwanden, stward die Noth des Schatzes Allen offenbar: der Schleier fiel, und das Land erblick^sich am Rande des StaatsbankrottS. Gegen Ende des Jahres 1839 wachte diezweite Kammer der Generalstaaten auS langem Schlummer auf. Aus 10 Jahren,verflossen in Hoffnung und unbegrenztem Vertrauen, blickte nun hervor, daß die Re-gierung einen verkehrten Weg in der Führung des öffentlichen Haushalts hartnäckigeingehalten hatte, daß alle Staatskassen und Hülfsquellen rein cusgesogen, ein be-trächtliches „Zukurz" in dem Schatze entstanden, und erhebliche Ausgaben ohne All-stimmung der Generalstaaten gemacht worden waren; daß die Regierung eine An-leihe behufs der Ausführung von Eisenbahnen u. s. w. ausgeschrieben, dann aberdie Gelder zu einem ganz andern Zweck als dem bestimmten verbraucht; ja daß siezur Bestreitung ihrer ungesetzlichen Ausgaben selbst solche Fonds angegriffen hatte,welche ihr in Verwahr gegeben oder anvertraut worden: kurz daß das officielle Aus-gabenbudget (Staatsbegrooting) der letzten 10 Jahre unrichtig gewesen und die darausfigurirenden Zahlen nach Willkür zusammengestellt worden waren. Ein gerecht^Geist des MiStrauens trat hervor; alle Vorlagen der Regierung erweckten Argwohnalle Gelöbnisse und Versicherungen übten länger keinen Einfluß aus. Unter solchesUmständen fand sich König Wilhelm I. bewogen, vom öffentlichen Schauplatz zurück-zutreten und zu Gunsten seines ältesten Sohnes abzudanken.

König Wilhelm H. war beliebt, sowol wegen seiner Leutseligkeit gegen Jeder-mann als wegen der Dienste, die er als Krieger von Jugend an auf den Schlack^feldern dem Vaterlande geleistet. Nach einem zweijährigen Besuche der Hochschu^zu Oxford hatte er als Adjutant Wellington'- im spanischen Unabhängigkeitskriegseine Kriegsschule durchgemacht. Seine erste berühmte Waffenthat bestand darin,

daß er zurückgeworfene, aufgelöste Bataillone wieder sammelte, an ihrer Spitze ^gegen den Feind führte und den Sieg entschied. Die Tage vom 16., 17. undJuni 1815 hatten unverwelkliche Lorbern in Oranien's Nuhmeskranz geflochte"'„Held von Quatrebaö (vom Viersprong)" ward des 23jährigen Prinzen europäisch^Titel, seine „Glorie" als Niederländer. In der Schlacht von Waterloo verlor ^derland an Todten 30 Offiziere und über 2000 Soldaten; an Verwundeten,unter der Erbprinz, zählte es 116 Offiziere und 1900 Soldaten. Als Dbe *general des holländischen Heeres zeichnete sich der Prinz durch geschickte Märsche ^besonders in dem zehntägigen Feldzuge. An kaltblütiger Tapferkeit blieb er sich ^gleich. Als eine Kanonenkugel da- Pferd unter ihm tödtete und er mit demft^,niederstürzte, stand er rasch wieder auf und verlangt? ein anderes. „Gott sei Dan ^riefen seine Adjutanten, „Ew. königliche Hoheit ist nicht verwundet, nichts ist " ^loren!" „Sie irren", entgegnen er, „jenes Pferd ist ein Verlust", saß auf ^sprengte an der Front des Heeres vorüber. Dieser Feldzug söhnte ihn mit demderländischen Volke völlig aus, das ihn einer Vorliebe für Belgien zieh, auch >

Sitten gerügt hatte. Die Frieden-jahre waren dem warmblütigen Prinzenumsoweniger bequem verflossen, als Wilhelm I. eine Einmengung in die öffentucyGeschäfte von keiner Seite liebte. Zeit

Durch den Rücktritt des Vaters, der sich in die neuen Federungen der