Band 
Fünfter Band.
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Riederland und seine Colonien.

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^ach so herben und ermüdenden Erfahrungen nicht zu schicken wußte, folgte Wil-helm II. am 8. Oct. 1840 in der Regierung. Wilhelm I., erster König von Nieder-^nd, nahm nach seinem Rücktritt den Titel eines Grafen von Nassau, und starb amo0. Dec. 1843 zu Berlin. Die oberflächliche Revision des Grundgesetzes vom3ahre 1840 hatte das Land wenig befriedigt; und wenn auch der neue Fürst hierinAe das Land fühlte, so nahm er doch Anstand, sofort zu einer neuen gründlichernRevision der Verfassung zu schreiten. Auch lag die Lösung vieler andern wichtigenUnd dringenden Ausgaben vor. Besonders waren die Landesfinanzen in Verwirrung,öffentliche Credit lag gänzlich danieder, der Staatsbankrott stand vor der Thür.^eri Credit herzustellen, den Staatshaushalt zu ordnen und durchsichtig zu machen:^eser Ausgabe wurden zunächst alle Kräfte der Regierung gewidmet. Gesetzentwurf'^gte auf Gesetzentwurf, bis endlich die Rettung aus der Noth in der großen pa-nischen Maßregel der sogenannten freiwilligen Anleihe gefunden wurde, an welcherus königliche Haus und der König selbst sich königlich betheiligten. Von nun anüber trat die Frage der umfassenden Grundgesehrevision in den Vordergrund, alleÜbrigen Fragen beherrschend. Die öffentliche Meinung sprach sich von Jahr zu JahrEntschiedener dafür aus, und ein von neun der ausgezeichnetsten, liberalsten Abgeord-neten ausgearbeiteter Verfassungsentwurs ward die Fahne, um welche bald alle Re-imers sich scharten. Im Herbste 1847, bei Eröffnung des Landtags, drückte dervnig denn auch in der Thronrede sein Vorhaben aus, dazu schreiten zu wollen;doch erfolgte die runde und entscheidende Erklärung erst in dem warmen Frühjahre"48, und zwar am 13. März, ungefähr ein Jahr bevor ihn auf seinem Schlosse^ Tilburg die Herzkrankheit überfiel, welche ihn so unerwartet seinem Lande entriß.^?as Patriotische Verhalten des Königs bei dieser Gelegenheit hatte ihm mehr alslles Frühere die Herzen zugeführt. Nachdem die Minister den Generalstaaten nur^ beschränkte und das Land wenig befriedigende Vorschläge vorgelegt, entschloß sich- blich Wilhelm II., die Initiative zu einer gründlichen Verfassungsreform zu ergrei-'n. . tzx ernannte aus den angesehensten Männern eine Verfaffungscommission, um* geeigneten Vorschläge zu machen, änderte das Ministerium in dem gleichen Sinne,^b führte das Werk mit Energie durch. Seiner Klugheit und Vaterlandsliebe ver-Niederland, daß es bewahrt geblieben vor den gewaltigen Erschütterungen, welchedie Aasten übrigen Staaten Europas in den letzten Jahren heimsuchten, und daßerfassungsreform, anderwärts unter Aufruhr und Bürgerkrieg bewirkt oder nichtry.. ^kt, hier auf durchaus gesetzlichem Wege durch Zusammenstehen der verfassung-"plgen Staatsgewalten glücklich zustandekam.

17 Aer Hingang des ohne Zweifel großen Kriegs- und Staatsfürsten (gest. am^arz 1849) nach einer blos neunjährigen reformreichen Regierung und einerolß " Krankheit, ward auch jetzt vom Lande noch hart gefühlt, und zwar umsomehr,Hz; auf seinen Sohn und Nachfolger, Wilhelm III. Alexander Paul Friedrich Lud-vbwol auch ihm als neuem „Koning der Nederlanden" die Liebe des Volksilh genkam, doch nur schwankende Hoffnungen gerichtet waren. Allein die demRegenten nicht günstigen Gerüchte haben sich bisher als nichtig erwiesen. Nie-d^^.d einmal in die sichern Bahnen des constitutionellen Staatslebens entschie-dn ^^elenkt, und der Sohn ist umsichtig genug, um aus dem Wege des VaterS^wandeln.

Die Finanzen.

gleiches das Vereinigte Königreich der Niederlande ins Leben trat, belud es sich so-"üt Anerkennung der alten Schuld Hollands und Belgiens, indem es denv" Staatsbankrott rückgängig machte. Ungeachtet der langen Friedensdauer wur-^ ^0, durch mancherlei Umstände veranlaßt, sowol die Staatsschulden

Nachtausgaben ansehnlich vermehrt. Schon im Jahre 1818 ließ der ältere^ Ä*. Schimmelpenninck Ermahnungen gegen das verkehrte Finanzsystem ergehen;*bget von 74 Millionen Gulden, das doch später Nordniederland allein trug,