Riederland und seine Colonien.
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trotz der Ausrenke und neuen Abgaben die eigentlichen Landeseinkünfte (58 Millio-nen) nicht aus. Das Fehlende, an 11'/, Millionen, fällt Ostindien zur Last, un-Machtet der ohnehin gedrückten und verschuldeten Lage der Colonien. Alles zusam-mengenommen, hilft Ostindien seit den dreißiger Jahren Holland jährlich etwa 15Millionen Gulden Ausgaben tragen: kein Wunder, daß Viele bedenklich fragten,, woDas denn hinaus solle? daß Staatsmänner mit Nachdruck warnten: durch Über-wannung der Kräfte könne das Land mitten im Frieden verlorengehen. In der ZeitFriedens und unter günstigen Verhältnissen für Mutterland und Colonien hattend'e Mehrausgaben sich aufgehäuft. Wie, wenn nun außerordentliche Geldmittel zuverwenden wären für Krieg oder anderes Unglück? wenn wol gar die ungewissenHülfsquellen versiegten, auf welche man unvorsichtig schon solange gebaut hatte?Denn nur auf dem ungewissen Grunde der Colonialzuschüsse schloß und schließt das«udget Einnahmen und Ausgaben miteinander ab; und dennoch zeigte sich fast jedrs^ahr ein „Zukurz". Ersparnisse waren auf Kosten nöthiger Ausgaben für den Mater-Hat und öffentliche Werke gemacht worden; nicht aber auf einzelne Ersparnisse kamA an, sondern auf eine Vereinfachung des gesammten Staatshaushalts. Dem soAwer gedrückten Volke ferner noch jährlich 70 Millionen mit der Aussicht auf neue^brfälle im Schatz und neue Schuldvermehrung aufzulegen, schien unmöglich, ohnellatt des Einkommens die Quellen der Wohlfahrt selbst, die Capitalsubstanz unmil-Elbar in Anspruch zu nehmen.
Die Berathungen des Budget für 1844 und 1845 begannen in den General-maaten mit höherm Ernst, und zogen sich länger hin als je zuvor. Wie sich bei denAbstimmungen zeigte, war die Opposition bedeutend gewachsen: sie schloß fast alle^wichtige Stimmen, mit wenigen Ausnahmen alle Namen von Auszeichnung in derSeiten Kammer, in sich, wie Luzac, Bruce, von Golstein, de Man, Dam van Jsselt,§asse und Andere. Das zweite Hauptstück ward vorläufig sogar mit 33 gegen 23Kimmen verworfen. Allein noch einmal gelang es der Regierung über Nacht, dieAammer günstiger zu stimmen, wiewol die Oppositionspresse anklagend äußerte: daSj °lk werde das Opfer der widerspruchvollen Handlungsweise seiner Vertreter; nochMMer stehe die Kammer unter dem Einflüsse jener Schwachheit und Folgewidrig-^'t, welche auch das gebrechliche Grundgesetz von 1840 zuwegegebracht habe; „An-'vs sprechen und anders handeln", das sei ihr unheilvoller, das Staatsleben läh»^nder und demoralisirender Grundsatz. Wirklich bewilligte die Kammer 10 vonv» 1F Hauptstückcn der Ausgaben für 1844 und 1845, sowie die Mittel dazu,."b schloß damit ihre Berathung für den Landtag von 1842—43. Die drei nicht^tgeheißenen Hauptstücke betrafen: die hohen Staatscollegien wegen Unvollständigkeit,, ^ Departement der Marine aus Sparrücksichten ziemlich kleinlicher Art, das Depar-z^tnt der Finanzen, zumeist aus Mistraucn gegen den leitenden Finanzmann. Jn-auch diese Posten wurden nachträglich bei Beginn des nächsten Landtags be»^'gt, nachdem die Regierung die Verwerfungsgründe thunlichst beseitigt hatte. So^ schließlich ein Budget zum Gesetz erhoben worden, welches die gewöhnlichen Mit-">cht deckten, ungeachtet die Thronrede verkündet hatte: dem Volke solle keine neuebko. aufgebürdet werden. Doch ohne Vortheil war der Landtag immer nicht geblic-1 ^.' das Dunkel im Finanzhaushalt hatte sich aufgehellt mit Ausnahme einiger Co-Ij^punkte, indem die Regierung aus dem bestehenden Grundgesetze ihre Unverantwort->,^it in der gesammten militairischen wie bürgerlichen Colonialverwaltung herleitete,tz- bvn dieser angeblich auf weiser Vorsicht beruhenden Ansicht nicht abgehen wollte.^. "mwechselung der Staatsschuld zur Zinsenminderung war im Principe gebilligt^ v«n, wenn auch der Rochussen'sche Plan dazu wegen deS niedrigen Stande- derdt^^durchfirl. Erhebliche Reductionen hatten im Heere stattgefunden: eine vondkff^'visionen war eingegangen; mehre Regimenter waren aufgelöst oder mit andernketx?^ol)en worden; statt der Musikbandcn behielt man nur Trommler und Trom-^tt» viele Offiziere hatten den Abschied erhalten. Im obern Beamtenpersonalman nicht unerhebliche Gehaltverkürzungcn eingeführt. I» der Finanzverwal-