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Niederland und seine Colonien.
Ganz abgesehen von der eigentlichen Durchfuhr (wozu der niederländische Colo-nialzucker z. B. nicht gehört), versendete Holland im Jahre 1817 Waaren für nahe71 Millionen Gulden Rhein. Werth nach Deutschland (ohne Östreich), führte abervon dort nur Waaren im Werthe von nahe 51 Millionen ein. Doch um sich vondem Nachtheile dieses Mißverhältnisses gründlich zu überzeugen, muß man dasselbein seine Factoren zerlegen und deren lähmenden Einwirkungen aus das gcsammttdeutsche Güterleben nachforschen. Die Ursachen dieses Mißverhältnisses sind die hol-ländische Colonialpolitik, daS Monopol der Maatschappij, und der Mangel einer da-gegen schützenden deutschen Handelspolitik.
In Java entrichteten deutsche Schiffe bisher 100 "/« höhere Zölle als hollän-dische. Holländische Baumwollenwaaren in holländischen Schiffen eingeführt zahlen12'/, '/o des Werths, deutsche Baumwollenwaaren in holländischen Schiffen 25 o/o,in deutschen Schiffen eingeführt sogar 50 o/o vom Werthe, ungeachtet der Zollvereinder Hauptabnehmer der in Holland verkauften Javaproducte ist. Die amtlichen Han-delsübersichten zeigen, wie höchst beschränkend die ungeheuern Differentialzölle im Ta-rife von Java, sowie die Privilegien der Handelsgesellschaft auf den Absah fremdereuropäischer Gewerbserzeugnisse einwirken, da die baumwollenen und wollenen Stoffe,welche in Java trotz des Ausbeutungssystems noch verbraucht werden, dem weitausgrößten Theile nach unter außerordentlicher Begünstigung der Ursprungszeugnisse undder großen Bestellungen der Maatschappij von,künstlich hervorgerufenen holländische"Fabriken geliefert werden. In Betracht des Übrigen seht England, wie nach Bra-silien, so auch nach Java unverhältnißmäßig mehr Waaren ab als Deutschland,und zwar hauptsächlich aus zwei Gründen: weil ihm für Asien und Amerika weh*Hin- und Herfrachten zu Gebote stehen, sodann weil es für die Ausfuhren von dorteinen viel größer» Markt gefunden hat, nämlich nicht blos den englischen, sondernauch ebenso den deutschen Markt. Hätte Deutschland dem directen überseeischen De-darfshandel, zumal unter eigener Flagge, durch einen mäßigen Unterschied in den El"-fuhrzöllen eine Begünstigung zu Theil werden lassen, so würde diese Begünstigungder Rückfracht die Concurrenz unserer Nheder und Kaufleute auf den überseeische"Märkten unterstützt und sie auch mehr zur AuSfrachtung ihrer Schiffe in directtFahrt ermuntert haben. Namentlich hätte sich unser direkter Bedarfhandel mit de"Landern, welche die deutschen Flaggen und Waaren in keiner Weise gesetzlich irge"andern nachstellen, sich weit reicher als jetzt entfalten, und überhaupt eine riatu^gemäße und möglichst Vortheilhafte Richtung einschlagen müssen. Konnte der Dis?'rentialzoll bei der Einfuhr in Deutschland auch die Differentialzölle von 3^"nicht unmittelbar aufheben, so konnte er doch deren nachtheilige Wirkungen paral^siren, indem er unsern überseeischen Handel auf die vortheilhaftcre Bahn nachsilien u. s. w. lenkte, abgesehen davon, daß darin für Niederland ein Motiv gelegthätte, die unmäßigen Differenzen in seinen javaischen Zöllen zu unsern Gunsten ^zu Gunsten deS freien Handels überhaupt rasch zu beseitigen.
Demnach haben wir in erster Linie es unserer eigenen Schwäche und 3er*E,,heit, unserer bisherigen Passivität in der Handelspolitik beizumessen, daß wir auf ^transatlantischen Märkten, in Amerika, in den beiden Indien, zur Zeit mit um ^Ausfuhren an Gewerbserzeugnisse» noch eine unbedeutende Rolle spielen, daßdie Haupteinfuhr in Java, dessen Produkte Deutschland überschwemmen, auS in -ländischen und englischen Erzeugnissen besteht. So wurden nach amtlichenAngaben im Jahre 1845 an Manufacturwaaren in Java und Madura eingefnh
aus Niederland für 9,825702 Gulden,
„ England ,, 5,881388 ,,
„ Deutschland „ 552489
Der letztere Werth bezieht sich freilich nur auf die Einfuhr auS den Ha"stst"^r-allein auch den holländischen Durchfuhrtabellen zufolge betrug die gesammtep" ^5einöausfuhr nach Java im Jahre 1847 noch keine 800060 Gulden, und hier