Band 
Fünfter Band.
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471
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Riederland und seine Colonien. 471

befindet fich noch ein Theil schweizerischer und östreichischer Waaren. *) Der einzigeArtikel von Bedeutung dabei sind Baumwollenwaaren, welche zu 478000 Güldenaufgeführt werden; die übrigen Manusacte in Seide, Wolle u. s. w. betragen zu-sammen gegen 90000 Gulden, und der Nest von 200000 Gulden zersplittert sichauf eine Menge anderer Artikel. Dagegen gingen 1847 doch 25 Millionen Pfund3ucker im Betrage von acht Millionen Gulden von Java nach dem Zollverein; 1846sogar 31 Millionen Pfund im Werthbetrage von 11,200000 Gulden. In jenem3ahre betrug der Transit in Zucker von Großbritannien 3'/r Millionen Pfund, indiesem, nur 87000 Pfund.

Über den Umfang des direkten Verkehrs Hamburgs und Bremens mit JavaSehen die amtlichen Tabellen folgenden sprechenden Ausweis:

Einfuhr in Java:

Ausfuhr von Java:

aus Hamburg

aus Bremen

nach Hamburg

nach Bremen

Gulden

Gulden

Gulden

Gulden

1845.

352498

—

732307

154079

1846.

313216

28833

615041

187750

1847.

161749

33196

275725

165890

1848..

181348

15572

556290

273202

^as Nachtheilige unserer Verkehrsbeziehungen zu Java tritt auch hier schlagend zu^age, ja diese verschlimmern sich noch von Jahr zu Jahr. Unsere geringfügige dirccteAusfuhr nach Java schrumpft noch ein, und betragt im Jahre 1848 nicht mehröanz ein Viertel unserer doch auch nur unerheblichen direkten Einfuhr von Java,dle nach zufälligen Umstanden schwankt. Ware der javaische Handel wirklich frei,so würden auch wir mehr deutsche Produkte dahin ausführen, und mehr javaischeProdukte direkt bei uns einführen können. Wie es jetzt steht, ist Deutschland fürdie holländischen Colonialproducte der wichtigste Markt. Es nährt den Handel und^ Finanzen Hollands; es hilft thatsächlich den kostbaren holländischen Haushalt tra-8en und die hohe niederländische Staatsschuld an die reichen Rentner verzinsen. Hol-§nd hingegen setzt in einer einseitigen privatwirthschaftlichen Ausbeutung der ostin-vrschen Inseln die deutsche Flagge und die deutschen Gewerbserzeugnisse daselbst aufErhörte Weise zurück, oder schließt dieselben geradezu aus.

f. Ein solcher Zustand ist zu unnatürlich, als daß er selbst bei der äußersten deut--!^en Langmuth Dauer haben könnte. Die niederländische Regierung scheint dies in^ letzten Zeit selbst gefühlt zu haben, zumal seit der Umschwung der deutschen Ver-) ltnisse eine wirksamere deutsche Handelspolitik in Aussicht stellte. Zunächst jedoch^kn ihr die Abschaffung der alten britischen Schiffahrtsacte und die bedeutsame^Wche Umbildung der Handelspolitik hinsichtlich der britischen Besitzungen dringen-^ Anlaß, um die (obengedachten) Gesetzvorschläge zur Abschaffung der Fluß- undy?rchfuhrz5lle (was man der belgischen Concurrenz verdankt) und der Differential-^Üaben bezüglich der Schiffahrt den Generalstaaten vorzulegen. Wie anerkennens-^ser Schritt auch sein mag: wir haben schon oben ausgeführt, daß er nichtsbes als die bisherigen deutschen Beschwerden gegen die holländische Colonialpolitiksondern diese vielmehr im Wesen ganz unberührt läßt. Ja, nach einer un-.eindeutigen Erklärung zu schließen, scheint die niederländische Regierung noch nichthollä^!. ö" haben, daß ihr im Javahandel bisher befolgtes System zu Gunsten derndischeu Flagge, des holländischen Handels und der holländischen Industrie nicht

^lernvaa^ ^hen auch manche deutsche und belgische Fabrikate, wie namentlich verschiedeneZuerst gegen Verzollung in den freien Verkehr Hollands über, und werden so-"Nter mit „holländischen" Ursprungszeugnissen versehen zu den niedrigsten Zöllen

andischer Flagge in Java eingeführt.