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Fünfter Band.
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Hessen - Darmstadt. 503

verfrühten Borkampfe der badischen Insurgenten mit dem noch ziemlich schwachen,an der Bergstraße aufgestellten Neichsheere geben, der soviel nutzloses Blutvergießenheraufbeschwor. An 8000 großentheilö bewaffnete Leute hatten sich zur Abhaltungeiner Volksversammlung in dem genannten Orte cingefunden. Der Aufsoderung desDrtsbürgermeistes, sich zu entfernen oder die Waffen niederzulegen, leisteten sie keineFolge. Derselbe ließ daher dem General von Schä'ffer Meldung machen, welcher so-fort drei Compagnien Infanterie nach dem Orte entsandte. Als Civilcommissar wardieser Mannschaft der großherzogliche Negierungsdirigent Prinz beigegeben. Prinzging in das Dorf, von nur wenigen Soldaten begleitet, und foderte die Leute auf, zuPflicht und Gehorsam zurückzukehren. Augenzeugen der demokratischen Partei be-haupten, diese Aufsoderung sei in harten, drohenden, den Zorn der Menge aufrei-zenden Worten geschehen, während dies von der andern Seite entschieden in Abredegestellt wird. Genug, der Kommissar ward mit Hohn abgewiesen. Als er daraufZum zweiten male, nur von einem Gendarmen und dem Ortsbürgermeister gefolgt,feine Vorstellungen wiederholte, wurde er plötzlich umringt, mehre Schüsse sielen —einer derselben streckte Prinz zu Boden. Hierauf rückten die Soldaten ein; es kamZum Handgemenge, worin an 40 von den Aufständischen geblieben sein sollen, wäh-rend die Truppen nur einige Verwundete hatten. Es wird versichert, die Schüsseauf Prinz seien aus Privatrache und nicht auf Eingebung eines politischen Fanatis-mus abgefeuert worden. Das Dunkel, welches von Anfang an über dem sehr wi-dersprechend dargestellten Hergang schwebte, ist noch nicht aufgehoben: die Hauptagi-tatoren der Versammlung entkamen allesammt.

Die nächste Folge des oberlaudenbacher Vorgangs für Hessen bestand darin,daß am 20. Mai eine Verordnung des Ministeriums erschien, welche die Volksver-sammlungen beschränkte, namentlich die Abhaltung derselben unter freiem Himmelfür die Provinzen Starkenburg und Nheinhessen verbot. Zwei Tage später wardfür die Landgerichtsbezirke Michelstadt, Beerfelden, Hirschhorn, Fürth, Lorsch, Eerns-hcim und Zwingenberg der KriegSzustand verkündet: auf den Angriff oder Widerstandgegen die gesetzliche Autorität oder die bewaffnete Macht, auf die Theilnahme anunerlaubten bewaffneten Versammlungen, auf die Verleitung der Soldaten zum Treu-druch wurde namentlich die Todesstrafe gesetzt. Zu gleicher Zeit erfolgte die Auflösungdes alten Landtags. Die radicalen Mitglieder desselben hatten vorher so eifrig für dieseAuflösung gearbeitet; jetzt aber mochte sie ihnen wol zur ungelegenen Stunde kommen.Allein Jaup kümmerte sich wenig um den Protest von 15 Abgeordneten, der seine PolitikM der Neichsverfassungsfrage verdammte, ihm die Nichtvereidigung der Truppen zum^orwurf machte, und vorweg eine etwaige octroyirte deutsche Verfassung für nicht^chtßverbindlich erklärte. Der Gesammteindruck jener Maßregeln und der entschiedenenHaltung des Ministeriums bei den Regierungen und ihrer Partei in den benachbar-*u kleinern Staaten war wahrhaft durchgreifend. Die bleierne Furcht, welche läh-mend auf allen Gliedern lag, begann zu weichen; durfte das Ministerium in demhärtesten bedrängten Darmstadt eine solche Sprache reden, dann konnte man sich^ auch in dem eigenen Lande zu einer solchen aufzuraffen wagen! Was die Mani-er der hessischen Soldaten bei den kleinen Militaircontingenten gewirkt, das wirktendie strengen Maßregeln des hessischen Ministeriums bei den kleinen Ministeriender Nachbarschaft: der egprit äe eorp8 fand sich wieder, und man säumte ebensoJaup'S Verordnungen zu copiren, als die Soldaten mit der Copie jener he>->chen Aufrufe gesäumt hatten.

H Es kann nicht unsere Aufgabe sein, den Kampf, welcher an der hessisch-badischendurchgefochten wurde, hier ausführlich darzustellen. Wir erwähnen nur, daß^vuttelbar vor dem Einbruch der badischen Insurgenten in das birkenauer Thal einen "f?"stration Blenker's gegen WormS statthatte, höchst wahrscheinlich um die Auf-q„,^Ulkeit der Reichstruppen von den Pässen des Odenwaldes abzuziehen. Schon28 waren 1000 Freischärler unter Blenker in Worms gewesen. Am

Mai rückte abermals die Blenker'sche Freischar nebst 250 Mann abtrünniger