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Daß Königreich Sachsen.
Baterlandsverelu. An der Spihe desselben standen Cramer, Bertling, Wuttke, Rüge/Skrobek, Binder, Althaus und Andere, Vertreter der demokratisch-radicalen Rich-tung in ihren verschiedensten Nuancen, mit alleinigem Ausschluß der entschiedenenSocialisten, welche ihrerseits in dem „Demokratischen Verein" unter Wcller's undSemmig's Leitung zusammentraten und an die Spihe ihres Programms die Losung:„Sociale Reform, aber keinen Communismus!" sehten. Der Vaterlandsverein da-gegen hielt sich der Hauptsache nach auf dem Boden politischer Reformen, stellte diesewenigstens voran. Der beim Vorparlament in Frankfurt abwesende Robert Blumward zum ersten Obmann und gleichsam Protektor des Vaterlandßvereins gewählt.Bald verzweigte sich dieser Verein über das ganze Land. Schon bei der Generalver-sammlung zu Ende des April waren 10 Vaterlandsvereine vertreten, welche zusammenwol 12000 Mitglieder zählten. Zu Anfang des September rechnete man gegen 100Vereine mit etwa 30000 Mitgliedern. Nicht blos die Städte, auch das platte Landbedeckte sich mit Vaterlandsvereinen. Sie waren unter sich in Bezirke eingetheilt,insgesammt aber durch einen „leitenden Ausschuß" verbunden und regiert, welcherletztere seinen Sitz in Leipzig hatte. Von Zeit zu Zeit fanden allgemeine Versamm-lungen statt, an denen die einzelnen Vereine sich betheiligten. In Bezug auf dieFrage, welche damals, hauptsächlich seit dem frankfurter Vorparlament, die Gemü-ther allerwärts am lebhaftesten bewegte: ob Monarchie, ob Republik? war dieTendenz der Vaterlandsvereine anfangs nicht recht klar. Ihr ursprüngliches Pro-gramm ließ diese Frage unentschieden: man dürfe dem Bolkswillen nicht vorgrei-fen, dessen Sache es sei, sich diejenige Form der Regierung zu geben, welche ihmam meisten entspreche. Später nahm man, um Angriffen auf die Tendenz der Ver-eine zu begegnen, die Erklärung auf, daß die denwkratisch-constitutionelle Monarchiefür Sachsen als die Vollzieherin des Volkswillens zu betrachten sei. Aber schonim Juni 1818 ward im leipziger Vaterlandsvcrein der Antrag auf förmliche Aner-kennung der Republik als der dem demokratischen Princip allein entsprechendenStaatsform, gestellt. Mit Mühe verhinderten die Voi-stände deß Vereins die An-nahme dieses Antrags, indem sie an dessen Stelle den Vorschlag sehten: die Fragewegen Anerkennung der Republik zu einem Gegenstände gemeinsamer Erörterung inallen Vaterlandsvereinen zu machen und deshalb die Zweigvereine ebenfalls zur Be-sprechung derselben aufzulodern. Wenige Wochen darauf spaltete sich der leipzigerVatcrlandsverein: die Gemäßigter«, unter Wuttke's und Bertling's Vorgang, tratenaus die eine Seite, die „Entschiedenem", unter Rüge und Jäckel, aus die andere:es bildeten sich zwei Vereine, die sich gegenseitig in den Bann thaten. Die übrigenVereine im Lande erklärten sich theils für den einen, theils für den andern. Schrof-fer ward die Spaltung zwischen der gemäßigten und extremen Partei der Vaterlands-vereine auf der Generalversammlung am 3. Sept. 1818. Hier ward der Antraggestellt: jene Stelle im Programm der Vereine, welche die monarchische StaatsforMfür Sachsen feststelle, zu streichen. Nach einer heftigen Verhandlung ging dieserAntrag mit einer Stimme Mehrheit durch: die überstimmte Minderheit trennte sichvon der Mehrheit und constituirte sich als „Deutscher Vaterlandsvercin", währenddie Mehrheit den Namen „Republikanischer Vaterlandsverein" annahm.
Neben den Vaterlandsvereinen hatte sich früh schon in Leipzig ein „Republika-nischer Club" gebildet, der die Republik als Losung offen an der Stirn trug. Sein
Stifter war der Schriftsteller Oelckers. Endlich aber schloß den Kreis der Vereins*
bildungen nach dieser Seite hin der sogenannte „Volksverein", geschaffen und be-fehligt von dem bekannten ehemaligen Improvisator Langenschwarz; er reprästn*tirte das demokratische Princip in seiner rohesten Gestalt, die Herrschaft blinderMassenleidenschaft und despotischen Demagogenthums.
Während sowol der Volksverein als der Demokratische Verein mit ihren Theo-rien einer politisch.socialen Neugestaltung der bürgerlichen Ordnung sich vorzugsweisean die arbeitenden Classen wendeten und auf deren Beifall und Unterstützung rech-
neten, nahmen diese letztem in richtiger Erkenntniß Dessen, was ihnen fromme, dir