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Siebenter Band.
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Dit Wissenschaft der Nationalökonomie.

hältnisse allein hinreicht; vielmehr ist überall die Einsicht in die Gesammtheit allerwirthschastlichen Bedingungen des Volkslebens nöthig, weil in der Complicirtheit dermodernen Lebensverhältnifsc, bei der Verschlungenheit aller einzelnen in das Lebenund Weben des Ganzen nirgends mehr die Interessen weder isolirt dastehen nochdurch eine isolirte Erwägung in allseitig gerechter Weise Berücksichtigung findenkönnen. Bei der Lösung säst jeder einzelnen wichtigern ökonomischen Frage sind dieInteressen Aller betheiligt; der Anspruch, den Einzelne für sich, für ihren Erwerbs-zweig erheben, ist ein Anspruch an das Ganze, sei es dircct, sei es indirect; und wiedas richtige. Handeln in dem einzelnen Falle nur aus der rechten Würdigung dergesammtcn ökonomischen Bedingungen des Lebens hervorgehen kann, so kann auchnur aus derselben Quelle das befähigte Urtheil, die anregende Mahnung, die dasBessere begehrende Verwerfung stammen.

Einen Beitrag zur Ermöglichung jenes Handelns und dieses Urtheilens wird,abgesehen von dem Interesse, welches der Stoff an und für sich hat, die nachfol-gcnde geschichtliche Vorführung der nationalökonomischen Wissenschaft von AdamSmith an bis auf unsere Tage liefern. Wenn wir auch die volkswirthschaftlichc Po-litik und Praxis der Regierungen während dieser Zeit außer Acht lassen, ebenso wiedie praktischen Bestrebungen und Erfolge von Einzelnen oder von Privatvereinen, sowerden wir doch an geeigneter Stelle aus den Zusammenhang der wichtigsten prak-tischen Fragen mit der Entwickelung der Wissenschaft aufmerksam machen. Wirwerden hauptsächlich die für die geschichtliche Ausbildung der Nationalökonomie wich-tigern Erscheinungen der Literatur vorführen, scheiden aber im Allgemeinen ausdrück-lich die eigentliche socialistische und communistische Literatur aus, zumal uns derenspecielle Heranziehung über die Grenzen des uns gesteckten Raums weit hinausfüh-reu würde. Auch in der Wissenschaft der Nationalökonomie haben sich die vier Trä-ger der modernen Cultur unter den größern europäischen Staaten: England, Frank-reich, Deutschland und Italien, am meisten hervorgethan, weshalb wir hauptsächlichauf diese Länder unsere geschichtliche Entwickelung ausdehnen werden. Um die Lei-stungen des Schotten Adam Smith auf dem Gebiete der nationalökonomischen Wissen-schaft richtig würdigen und einen großen Theil der Gegner dieses Mannes in derspätern Zeit auf ihren ersten Ursprung zurückführen zu können, muß man die Lei-stungen seiner Vorgänger kennen. Diese wollen wir zunächst in einem kurzen Um-risse vorführen.

Die Zeit vor Adam Smith.

Es läßt sich denken, daß, so lange Staaten bestanden haben, die ökonomischenVerhältnisse einen bedeutenden Factor in ihrem Bestände bildeten. Indessen ver-blieb man ihnen gegenüber lange in einer ziemlich naiven Stellung. Bei den alt-classischen Völkern finden wir keine festen Grundsätze, geschweige denn eine bestimmtezusammenhängende Theorie über die politische Ökonomie, wiewol einige hervorragendeMänner, besonders unter den Griechen, einzelne bedeutsame Wahrheiten über dasGeld, die Arbeitstheilung u. s. w. ausgesprochen haben. Die Geringschätzung der"'"^.Allen Erwerbsthätigkeit jm Privathaushalt entsprach der Betrachtung der Lko-nomllchen Seite des Gemeinwesens selbst bei Denen, die ihre ganze Thätigkeit dempolitischen Leben widmeten. Wie verschieden auch der Gang der intellektuellen Ent-wickelung und die Grundlagen der Staatsvcrhältnisse im christlichen und germani-schen Mittelalter sonst waren: hierin trat kein sehr erheblicher Unterschied von derheidnischen antiken Welt ein, ja die feudalen Grundlagen der mittelalterlichen Staa-ten scheinen noch weniger eine Nöthigung zu gründlichen Untersuchungen über dieWirthschaftsangelegenheiten der Völker enthalten zu haben. Der große Umschwungin den Grundlagen und Lebensbedingungcn der Staaten, welchen die ersten Jahr-hunderte der neuern Zeit mit sich brachten, änderte auch in dieser Beziehung denfrühern Bestand der Dinge: das Leben selbst ward maßgebend für die Ausgangs-funkte und die Schlußfolgerungen der ersten Theoretiker auf dem Gebiete der natio»