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Die Wissenschaft der Nationalökonomie.
zu Smi'kh, welcher ihn mit der Quantität von Arbeit, die man mit einem Gute in»Verkehr eintauschen könne, gleichsetzt) durch die Seltenheit des Guts und diejenigeArbeit, welche zur Hervorbringung desselben nöthig sei, entstehen läßt; andcrnthcilSauf einer veränderten Ansicht über die Natur der Bodenrente, für deren gründlichereEröterung Ricardo, wie Malthus für die Übervölkerungöfrage, Ausgangspunkt ge-worden ist. Ricardo verwarf die drei Bestimmungen Adam Smith's über die Boden-rente: daß sie einen nothwendigen Theil in dem Preise der Bodenproducte bilde, daßjeder Boden Rente trage, daß sie von der Größe und dem Preise des Bodenertragsabhängig sei. Nach ihm bat die Bodenrente darin allein ihren Grund, daß der Bo-den hinsichtlich seiner produktiven Kraft verschieden ist, und daß man bei steigenderBevölkerung auch den vorher unangebaut verbliebenen Boden von geringerer Qua-lität oder weniger vortheilhafter Lage in Cultur nimmt. Die schlechteste Art ange-bauten Bodens wirft nur die Produktionskosten nebst ihren Zinsen ab; alle bessern
bringen daneben eine Grundrente ein, welche in dem Maße steigt, als die Differenz
ihres Ertrags von dem Ertrag des schlechten, Bodens steigt. „Bodenrente ist stets diedurch Anwendung zweier gleicher Quantitätcn Arbeit und Capital in den Produktenerhaltene Differenz"; in jedem concreten Falle ist die Grundrente irgendeines Boden-bestandtheils gleich der Differenz zwischen seinem Ertrage und dem der schlechtestenoder am unvortheilhaftesten bebauten Bodenstücke. Diese Grundrententheorie, welchein England alsbald von Jenes und Malthus, in Frankreich von Say, in Deutsch-land auch noch in neuester Zeit von Rodbertns, Kirchmann, Karl Arnd und Andernangegriffen wurde, hat ihre» Urheber bekannter gemacht als irgendein anderer, ge-lungenerer Bestandtheil seiner Werke. Schon die Annahme des Vorhandenseins von
Bodengattungen Nummer 1, 2, 3 u. s. w., und darunter immer eine Nummer 1,
welche gerade die Culturkosien abwirft, ist willkürlich, und wen» sie auch im Allge-nieinen sich zumeist in der Wirklichkeit nachweisen lassen sollte, so kann es doch invielen Ländern anders sein. Die Bodenrente des natürlichen Waldes u. s. w. istgar nicht erklärt, und die in einer Differenz formulirte Erklärung ist gar keine Erklä-rung, sondern nur eine ungewöhnliche Hülle des sehr gewöhnlichen Satzes, daß Der,welcher vom Bodenbau nur die Culturkostcn zurückerhält, nichts als diese, keine Bo-denrente erhält, Jeder aber, der mehr als die Culturkosten erhält, mehr als diese,d. h. eine Bodenrente empfängt: eine Wahrheit, welche auch in ander» Erwerbszweigenso zu Tage liegt, daß sie Niemand bestrittcn, aber auch' Niemand mit irgendwelcherBetonung aufgestellt hat. Weit merkwürdiger und werthvoller als das Resultat sindoffenbar die Ausführungen und Erörterungen, welche die Beweise liefern sollen; dasschätzbare Material, das sie bieten, der Scharfsinn, der in ihnen aufgeboten ist, ver-dient eher jene Aufmerksamkeit, welche längere Zeit dem Resultat geschenkt wurde.Auch Ricardo hat, wie Smith, die Folgerungen aus seinen Deduktionen auf dasSteuersystem gezogen und muß als eine Hauptstütze mancher monopolistischen Be-stimmungen in der englischen Steuergesetzgebung angesehen werden. Dahin gehörtseine Ansicht, daß die auf den Arbeitslohn gelegten Steuern nur den Zinsfuß nie-driger machen, nicht den Arbeitslohn steigern; daß die Auflagen auf die Lebensbc-^irfnisse den Preis der Gewerbserzeugnisse nicht erhöhen; daß die Besteuerung derBodenreme unter allen Umständen und in ihrem ganzen Umfange auf die Consilium»len der Bodenproducte zurückfalle; daß, weil die schlechteste Bodenclasse keine Boden-rente trage, alle auf sie und die übrigen Classen gelegten Steuern aus den Preisder Urproducte fiele» u. s. w.: Sätze, die mindestens keinenfalls in dieser Allgemein-heit und ohne Inbetrachtziehung der allgemeinen Verkehrverhältnisse Wahrheit haben.
Die ökonomischen Wahrheiten, mit welchen Ricardo den Meister der englischenSchule ergänzte, der Anklang, welchen seine Definition des Tauschwerths und derBodenrente fand, insbesondere auch dw Methode seines rechnerischen Naisonnemcnts,haben ihn zum Hauvte einer eigenen schule gemacht, zu welcher einzelne bedeutendenarionalökonomische Schriftsteller gehören. So James Mill („Uwmonls ok pvlilivolocumom)'", Lond. 1821; 2. Ausg., 1826; deutsch von Jacob, Halle 1824), der sich