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Siebenter Band.
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120 Die Wissenschaft der Nationalökonomie.

mir in England auf die Parlamentsverhandlungen und Beschlüsse seit Adam Smithgehabt hat; und umgekehrt hat sich dadurch die öffentliche Gewalt veranlaßt gesehen,den volkswirthschaftlichen Untersuchungen jeden möglichen Vorschub zu leisten. Derverzweifelten Situation der englischen Bank unter Pitt am Ende des vorige» Jahr-hunderts verdanken wir eine weitere und tiefere Begründung aller der Verhältnisseund Bedingungen, welche mit der Münze, dem Papiergeld, dem Geldumlauf, demBankwesen, dem Credit, dem Staatsschuldenwcsen in Verbindung stehe», obwol schonSmith über mehre dieser Punkte Ausgezeichnetes entwickelt hatte. Nachdem HenryThornton („ein inquir^ iuto ll>o nalurs rmck elleets ok tlio p.iper orollit ok Uro-it-öritain", Lond. 1802) die Einstellung der Baarzahlungen der Bank zu rechtfertigengesucht, indem er die eigentliche Natur des Geldes und Geldumlaufs als Grundlageseiner Rechtfertigung auseinandersetzte, und von der andern Seite her sich nament-lich William Cobbet hervorgethan hatte, indem dieser mit ungewöhnlicher Begabungund in populärster Diclion („Paper against 6oIck, or tl,e »nslorz -,»ä mz sterz- oktlis Lnnle ok Lngl-iinI", Lond. 1821) daS Finanzsysteni der Regierung, insbesonderedas System der sundirten Schulden und die Misbräuche des Papiergeldes durch dieBank von England angriff: gab dieselbe Frage die Veranlassung zur ersten Thätig-keit des größten Schülers von Adam Smith in England, des David Ricardo. Dererwähnten Frage nämlich war seine erste Schrift („Itis Ingl> prioo ok dullion, aprook ok tlie cloprseialion ok Lanleiiolss", Lond. 1809) gewidmet, worin er dieschlimmen Folgen einer unverhältnißyiäßig großen Emission von Papiergelb nachwies.Eine Folge dieser Schrift hauptsächlich war die Ernennung eines Ausschusses imParlament zur Untersuchung dieser Frage, auf dessen Berichterstattung dann RicardoNlit seinem „Iteplx to Ur. Losanquet's praotical olrservalions o» »es report okOullion Oommittee" (Lond. 1811) antwortete. Seine Ansicht, daß die Bank ihre emit-tirten Noten nicht gegen gemünztes Geld, sondern gegen von ihr zu deponircndeBarren austauschbar erhalten solle, entwickelte er in der Schrift: „Proposais kor aneoonomioal anck seoure vurrsno^; rvitk obsvrvations on Um Profits ok Um kankok Lntzlllncl" (Lond. 1816). Sein Hauptwerk aber sind die „prinoiples ok pvlitioaleeouomy anel taxation" (Lond. 1817; deutsch, Weimar 1821; und zugleich mitwichtigen Erläuterungen von E. Baumstarck, 2 Bde., Leipz. 1837 — 38). Seineletzte kleine Flugschrift: „proleotiorz lo ägrioullure" (Lond. 1822), worin er die Korn-gesetze angreift, hat seinen Ruhm nicht verkleinert.*) Auch Ricardo hat die That-sachen des Lebens scharf beobachtet, aber überwiegend ist die Kraft seiner Specula-tion, die von gegebenen Größen zwar ausgehende, aber dann selbständig weiterschrci-tende rechnerische Logik und mathematische Abstraktion. I» seinem Geiste hat einkalter Scharfsinn Platz neben der kühnsten Speculation; seine Hypothesen, so gewagtsie sind, haben immer etwas Wahrscheinliches, und die Kette seiner Schlußfolgerun-gen scheint unzerbrechbar, wenn an dem ersten Ringe vorübergeschritten ist. Überall aberist die Erörterung über die gesellschaftlichen Reichthümer außer aller Beziehung zudem Menschen gesetzt, was auch in positiver Ausführung hin und wieder mit schnei-dcnder Schärfe entgegentritt. Ricardo hat eine Menge interessantester Materien aus-gezeichnet behandelt: so die Eigenthümlichkeit und die Wirkungen der Staatsschulden,die Vortheile der Handelsfreiheit, die Nachtheile der Belastung des Wechsels desGrundbesitzes, die unterscheidenden Merkmale des Gebrauchs- und des Tauschwerths,die wechselnde Höhe des Zinsfußes, die Aufmerksamkeit, mit welcher die Capitalbc-sitzcr den Rentenertrag in den verschiedenen Geschäftszweigen beobachten u. s. w.seine in den „prinoiples etc." entwickelten Differenzen von Adam Smith betreffennicht den allgemeinen Standpunkt und die Fundamente des Letzter«: sie beruheneinestheilS aus einer andern Bestimmung des Tauschwerths, den er (im Gegensatze

*) Ricardo'S Werke sind v°» z. R, M'Culloch (Lond. 1816) herausgegeben, und von Con-stancio und Fonteyrand, mit Noten von I. B. Tay (Paris 18-17), ins Franchsiscbe übersetztworden.