Band 
Siebenter Band.
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135
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Die Wissenschaft der Nationalökonomie. 135

führt den Titel: „I.V8 Principes cls l'vcoiiomiv 8«cialv, 6XP08V8 svlo» I'orllrvlogigus ÜS8 iclvv8 p:,r .änlonio Scislos.i; ocivrago rvsoncki pur i'auteur vl trsäuitpar ll. Vvvillep8" (Paris 1845).

Ein sehr wunderliches Buch des Barons Corvaja: „lla Lantocraria, o illibro 8oci,rlv, Novelle 8i8lema lincmxicro, cl>v mir» .1 bl>8»re i ßvverni 8U luttigl' intere8> po8itivi clei govvrnali" (2 Bde., Mail. 1840—41; der erste Banderschien deutsch unter dem Titel: „Die Bankokratie", von Ulrich von Mohr, Heidelb.1840), machte um so größeres Aufsehen, als der sich selbst sehr überschätzende Ver-fasser unermüdlich in rasch aufeinander folgenden kleinern Schriftchen für seine Ideendie Regierungen und die öffentliche Meinung zu gewinnen suchte. Man gewahrtleicht, daß Corvaja die Schriften der französischen Socialisten kennen gelernt hat.Die sociale Auflösung, in welche er die Gegenwart stürzen sieht, und in der dieAusbeutung des Armen durch die gewinngierigcn Capikalisten überall ersichtlich,wird hauptsächlich verursacht durch das Zinsnehmcn für ausgeliehene Capitale, wel-chcs »»christlich und räuberisch ist, durch den Mangel an Capital und Credit, wes-halb die arbeitbereiten Armen keine Beschäftigung finden, und durch die Nichtbe-nutzung vieler vorhandenen productiven Kräfte und Capitale. Die vorhandenen For-men des Gütcrlebens würden nur von den Reichen aus Eigennutz aufrecht erhalten;mit den gewöhnlich angewendeten Mitteln könne der Staat weder das vorhandeneElend beseitigen noch den drohenden Bankrott der Gesellschaft aufhalten.^ Als Ge-genmittel preist Corvaja die Errichtung einer Art von Nationalbank an, mit derEinrichtung einer Sparkasse. Jeder gibt in dieselbe Alles hinein, was er hat, underhält dann vom Staate die Zinsen von der Einlage, oder er wird für die Fähigkei-ten bezahlt, die er in der Verrichtung der nützlichen, vom Staate angeordneten Ar-beiten beweist. Auch gibt die Regierung aus dem so gesammelten Fonds die Mittelher, durch welche nützliche Operationen ausgeführt werden können. Der Verfasserbegnügt sich damit, solche Vorschläge zu machen, ohne auch nur die allernächst lie-genden Fragen und Bedenken zu erwägen. Dem mislungenen Versuche Corvaja's,den Gcsammtcomplex des wirthschaftlichen Lebens aus neuen Grundlagen zu organi-siren, wollen wir zum Schlüsse unserer Übersicht noch zwei Schriftsteller gegenüberstel-len, die sich über einen einzelnen wichtigen Punkt in sehr anerkcnnenswtrther Weiseverbreiten; nämlich: L. Bianchini („Princip» 6vl grsclito pubdlico", 2. Ausg., Nea-pel 1831; derselbe ist auch der Verfasser der „Illliri 8vltv clella 8tnria civile linanrscivi rvgno äi Kapoli", 3 Bde., Neapel 1834 — 35, und der „llibri cius clellssloris vconomico-civile cli Lioilia", 2 Bde., Neapel und Palermo 1841), undCava-Grimaldi di Pietracatella („088ervarioni sulls canverosriono civile renciitspudbiiciis", Neapel 1836).

Wenn auch die Italiener, trotz der in ihrem Lande so alten Pflege der Volks-wirthschaftslehre und der mit ihr in nächster Verbindung stehenden Disciplinen, we-gen ihrer höchstens nur sehr lückenhaften Kenntniß der nationalökonomischen Leistun-gen des Auslandes in der neuesten Zeit zurückgeblieben sind, und die mangelhafteAbgrenzung der Theorie gegen die verwandten Wissenschaften hin fort und fort ins-besondere den systematischen Aufbau der Nationalökonomie hinderte: so haben sie dochBeziehung fast einen Vorsprung erreicht, indem bei ihnen ununterbrochen"^penschafe von den sachlichen Gütern in der lebendigsten Beziehung zu demMenschen erhalten worden ist, und auch die Nationalökonomie niemals die sittlicheund politische Aufgabe des Gemeinwesens über der Erzeugung der Güter vergessenhat. Schon Genovesi „liebte nicht diese Wissenschaft, welche den Menschen nichtzum Gegenstand hat", und für Scialoja „muß die Moral eine der Ökonomie innigverbundene Wissenschaft sein, weil die Begierden des Menschen eines der Glieder derökonomischen Verhältnisse bilden, und die Moral den Ursprung, die Natur, die Ent-wickelung und die Folgen dieser Begierden untersucht". So müssen wir schließlichdas Urtheil für gerechtfertigt halten: daß jedenfalls durch die Bearbeitung der natio-nalökonomischen Wissenschaft in Italien einzelne Materien vortrefflich erörtert, und