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Siebenter Band.
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Die deutsche Nationalversammlung. 283

Fremden aufgezwungcn, ihn nicht für den Verlust der Selbständigkeit entschädigenkonnte. Seit dem März 1848 habe er nur an die Wiederherstellung seines altenReichs gedacht, also auch an Wiedergewinnung des fast ganz deutschen WcstpreußenS;während die Deutsche» im Lande wol eine Auferstehung Polens, aber auch für sichbie fortwährende Verbindung mit Deutschland begehrte». Darum bäten sie um Auf-nahme in den Deutschen Bund. Darüber sei ein Kampf ausgebrochcn; denn denPolen sei es um das Land zu thun, gleichviel welche Nationalität es bewohne. Inden nordwestlichen und westlichen Kreisen Poscns sei das Zahlcnverhältniß der Deut-schen zu den Polen wie I I zu 3, in den nördlichen wie 12 zu 7. Die FestungPose», mit einem Aufwandc von 10 Millionen Thalern neu erbaut, sei das wich-tigste Bollwerk Deutschlands gegen Osten; in der Stadt Posen selbst übcwiege auchdie deutsche Bevölkerung. Müsse man nun Posen behaupten, so sei es auch noth-wendig, dieser Festung gegen Westen hin den Zusammenhang mit Deutschland zuerhalten. Dadurch entstehe allerdings das Misverhältniß, daß den zahlreichern Polender kleinere Theil der Provinz, den Deutschen der größere zugewiesen werde; alleindie Nothwendigkeit sei einmal unabweisbar. Zudem sei auch der östliche Theil, derden Polen bleibe, im Ganzen fruchtbarer. Indessen sei vor allem zu wünschen, daßdie Frage von der Begrenzung des polnischen und deutschen Theils bald endgültiggeordnet werde. Der Ausschuß beantragte daher: 1) die Aufnahme der deutschenTheile Posen» wiederholt anzuerkennen, und deren Abgeordnete zuzulassen; 2) untereinstweiliger Genehmigung der von, preußischen General von Pfuel am 4. Juni an-geordneten vorläufigen Bcgrcnzungölinie die Entscheidung über die endliche Abgren-zung der Nationalversammlung vorzubcbalten; 3) von der preußischen Negierung einebestimmte Erklärung zu verlangen, daß sie den im polnischen Theile von Posen woh-«enden Deutschen ihre Nationalität erhalten und auch für den Fall, daß dieser Theilaufhören werde, unter preußischer Herrschaft zu stehen, sie ihnen sichern werde;4) den nichtdeutschen Bewohnern von Wcstpreußen zu erklären, daß durch Beschlußder Nationalversammlung vom 31. Mai allen nichtdeutschen Vvlksstämmen auf deut-schem Bundesgebiet ungehinderte volksthümliche Entwickelung und Gleichberechtigungihrer Sprache gewährleistet sei.

Die Berathung wurde am 24. Juli mit dem Antrage von Arnold Rüge eröff-net, die 12 posener Abgeordneten weder an der Verhandlung noch an der Abstim-mung theilnehmen zu lassen. Die Mehrheit entschied dafür, daß sie mit verhandeln.könnten; in Betreff der Abstimmung wurde, nachdem die Abgeordneten selbst erklärthatten, sich derselben jedenfalls enthalten zu wollen, mit 234 gegen 182 Stimmender Beschluß gefaßt, daß sie mitzustimmen nicht berechtigt seien.

Stenzel, der Berichterstatter, hatte, kraft der Geschäftsordnung, das erste undletzte Wort. Er gab, wie Gagern ihm bei Gelegenheit einer Unterbrechung bemerkte,mst nur eine Kritik der polnischen Geschichte. Was man das polnische Volk nenne,

^ nur der Adel; dieser habe bei der zunehmenden Schwäche der Königsgewall die

Städte, die ursprünglich deutsch waren, unterdrückt, die Bauern zu Knechten ge-wacht. Das Recht über Leben und Tod der Bauern wurde dem Adel erst 1768^lbst als die Polen, um ihr Vaterland zu retten, die Verfassung von

jehusen, gab der Adel seine Städte nicht frei, hob er die Leibeigenschaft der

mauern "M auf. Jetzt wolle der Adel das Reich wiederherstellen und behaupte,er sei demokratisch! Emc Verschmelzung der Stände sei aber in Polen nicht mög.uch; anders in Deutschland, wo die Städte eine Vermitteluugsstufe bilden. DerAusschuß wolle ein neues freies Polen gründen; ein Polen nicht für den Adel, son-vrrn für die Bauern. Da dies aber für den Augenblick unmöglich sei, wolle mants anbahnen durch Schaffung eines kleinern, echt polnischen Gebiets. Den Bauernwüsse man die Hände reichen, damit diesen vielleicht die Herstellung eines freien Po-lrnr dereinst gelinge.

Die Abgeordneten aus dem deutschen Posen waren vor allem berufen, in die-stm Streite mikzufechten; und bis aus Einen hatten sie sämmtlich sich zum Wort