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Siebenter Band.
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Die deutsche Nationalversammlung.

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nicht blos die Italiener befreien; ich will auch die Deutschen befreien, und ebensodie Polen!"

Ihm folgten, abwechselnd für und Wider Einverleibung, Löw aus Posen undWiesner, von Sänger aus Grabow und der Domherr Thinnes aus Eichstätt, der ,Wiener Eiskra, Venedey, Viebig aus Posen. Löw begann mit einer ungeschicktenNachahmung der Möring'schen Nachahmung von Raveaux' begeisterter Ansprache,die am 24. Juni das gesammte Parlament hinzureißen vermocht hatte; Löw federtedie Versammlung auf, sich von ihrm Sitzen zu erheben, zum Zeichen, daß sie dendeutschen Waffen in Italien den Sieg wünsche. Der Fechterstrcich, im unrechtenAugenblicke geführt, prallte ab am Widersprüche der Linken und an der Misstimmungder Rechten. Leicht hätte dieser mislicbige Versuch dem Erfolge der inhaltreichenNetze Löw's schaden können. Auch er ließ, wie die bedeutendsten Redner der vorigenTage, die Thatsachen sprechen; er wies aus Urkunden nach, daß die Bewegung inPosen allerdings gegen Preußen und Deutschland gerichtet sei; daß man den Be-schluß des posener Landtags nicht anführen könne, weil dieser sich nicht auf eineEinverleibung der deutschen Theile der Provinz, sondern auf die der ganzen Provinzbezogen habe; daß die Bittschriften gegen die beantragte Maßregel nur mit unbe-glaubigtcn Unterschriften versehen seien, und im Grunde nur darauf hinausgehen,daß mau die Interessen des katholischen Glaubens nicht verletzen möge. Dann wieser »ach, wie in Folge der von Janisczewski angeführten Cabinetsordre für nichtniehr als eine Million Thaler an Gütern vom Staate angekauft und größtenkheilSzur Ansässigmachung polnischer Bauern verwendet worden. So ging er von Punktzu Punkt die Anklagen der Polen durch; und eS gelang seiner beharrlichen Gründ-lichkeit, die Gemüther allgemach umzustimmen.

Wiesner, der „mit tiefster Wchmuth" die Bühne zu betreten versicherte, warnicht der Mann, der seine Gefühle in eine große ernste,Versammlung überzugießenim Stande war. Der Einfluß, den er als der einzige Östreicher im Vorparlamentund im Funfzigcrausschuß geübt, war längst bis auf die letzte Spur verlöscht.Thinnes sprach wie Clemens, und wirkte wie Dieser, zum Nachtheil der Sache, d'eer verfocht. Die Anträge des Ausschusses fanden tüchtige Kämpen in Sänger undGiskra, dem schlanken jungen Manne mit hoher Stirn und jugendlich übersprudeln-der Rednergabe, der sich allmälig eine größere Bedeutung im Parlament eroberte.Venedey, der mit Herzenswärme und ohne Nebenzwecke seine alte Liebe zu Polenbethätigen wollte, erlitt an diesem Tage schmerzlichen Schiffbruch aus dem ödenMeere von Notizen und Urkunden, die er zu, einer Rede zusammen hatte gießenwollen. Mit der edeln Aufrichtigkeit seiner Überzeugung stand das Maß seinerRednergabe — diesmal wenigstens — im entschiedenen Widerspruch.

Am 27. Juli hatte man nur noch den Berichterstatter Stenzel zu hören. Indiesem Kampfe wies er mit hocherhobener Hand auf das eine Banner hin, unterdem alle Meinungen fechten sollten, auf Deutschland. „ Gehen Sie mit sich wahr-haft zu Rathe", so .endete er seine Rede, „und dann beschließen Sie. Aber erwä-gen Sie, was Sie thun. Sie geben einen Beschluß nicht wegen der 800000 Po-sener; nein, Sie geben einen Beschluß, der auf Ost. und Westpreußen hinuborgeht,einen Beschluß für die Czechen. für die Südslawen... Die Liebe für unser Vater,land, das ist die Hauptsache. I» meiner Jugend habe ich mich wol an > p tzeiner Schar gestellt, und einen Gcschützwall gestürmt; es war m den Frecheitskne-gen. Aber nun gilt es den Feind gegen Osten. Ich bin ein alter Mann: es istmir, als wenn die empörte Bevölkerung PolenS im Sturm herandränge; und weit,weit hinter ihnen sehe ich die schwarzen russischen Heersäulen. Da werde ich nochdas alte deutsche Banner halten, und rufen: Hie Deutschland! Die Hülfe wirdkommen; und ich halte es, bis Alles über mir zusammenbricht. Aber in der Pauls-kirche soll, wenn das Wort Deutschland ertönt, kein Mitgefühl sein? Ich kann eSwir nicht denken." Und mit einem glühenden Aufruf an das Gefühl deutscher

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