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Siebenter Band.
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338 Die Geologie.

gcn über die Temperatur der Erde erweisen, daß diese nach innen eine zunehmendeist, so liegt es natürlich sehr nahe, als eigentliche Ursache aller vulkanischen Thätig-keit ein heißflüssiges Erdinneres unter einer starren, vielleicht erst durch Abkühlungentstandenen Kruste anzunehmen. Doch darauf werden wir weiter unten noch ein-mal zurückkommen.

Entstehung der Gebirgsketten.

Wie die Gebirgsketten entstanden sind? und wie sie sich zum Erdganzen ver-halten? — sind Fragen, deren Beantwortung stets im innigsten Zusammenhang standmit den herrschenden geologischen Systemen.

Werner hielt als konsequenter Neptunist alle Gebirge lediglich für Resultate derAblagerung aus Wasser und theilweiser Wiederzerstörung dieser Ablagerungen durchWasser. Eine unbefangenere Betrachtung des innern Baus, in Verbindung mit denüberhaupt veränderten geologischen Ansichten, lehrte bald, daß man sie großentheilsals Folgen derselben Thätigkeit zu betrachten habe, welche noch gegenwärtig sich in ^den Erdbeben und vulkanischen Eruptionen äußert. Aber über die Gesetzmäßigkeilihrer Richtung und über das Momentane ihres Entstehens in bestimmten einzelnen lEpochen herrschten eine Zeit lang allzu systematische Ansichten. >

Elie de Beaumont trat, durch frühere Beobachtungen L. von Buch's angeregt ^und auf sie fußend, mit seiner bekannten Erhebungslheoric hervor, nach welcher dieGebirgsketten gleichen Alters untereinander parallel, und die parallelen Gebirge groß»tentbeils gleichen Alters sind, indem er zugleich sehr sinnreich das relative Alter durch >die in oder an den Gebirgen erhobenen oder nicht erhobenen Schichten bestimmte.Später wurde statt der parallelen Richtung, die auf einer Kugelobcrfläche, wie dieErde darbietet, sehr zweideutiger Natur ist, die Verbindung der gleichzeitig gehobenen iGebirge zu größten Kreisen von bestimmter Richtung eingeführt, welche vielleicht einstnacheinander eine äquatoriale Lage gehabt haben möchten; und noch jetzt findet dieseLehre besonders in Frankreich manche eifrige Anhänger. Ja ihr Urheber hat sieneuerlich sogar durch einen sehr künstlichen Aufbau zu vervollständigen gesucht, indemer sie mit den Gesetzen der Krystallisation in gewisse Beziehung brachte. Da dieseetwas abenteuerlichen Bemühungen sogar bei der Akademie der Wissenschaften zu !PariS Anklang gefunden haben, so wird es wol nöthig sein, etwas naher auf sieeinzugehen, als nach unserer Ansicht der Gegenstand eigentlich verdient.

Wir verdanken, wie gesagt, Elie de Beaumont die glückliche Idee, das relative !Hebungsalter der Gebirgsketten durch daS Gehobcusein oder nicht Gehobensein derin ihnen vorhandenen Flötzformationen zu bestimmen; d. h., wenn in einem Gebirgedie Schichten ^ gehoben sind, die Schichten S aber überall horizontal und ungestörtliegen, so kann man schließen, daß eine Erhebung des Gebirgs in dem Zeitraumezwischen Ablagerung der beiden Schichten ^ und v erfolgte. Mit Hülfe dieses sehreinfachen Kriteriums bestimmte nun Elie de Beaumont das relative Hebungsaltcrsehr vieler Gebirge, wobei er von der allerdings wenig motivirten Voraussetzung aus' !ging, die Gebirgsketten verdankten ihre Existenz in der Regel nur einer einmalige"sehr gewaltsamen Hebung. So unterschied er zunächst 12 Erhcbungssystcme vongleichem Alter und meist auch von ungleicher Richtung. Diese Lehre ward ein st^anregender Beweggrund für ähnliche Beobachtungen, und obwol sie sich in ihrer co"'sequenten Durchführung als unhaltbar erwiesen hat, so verdankt man ihr doch >viel Anregung und Belehrung. Unhaltbar zeigte sie sich namentlich dadurch, ^ ^in den meisten Gebirgen sich mehre auseinander folgende Erhebungen von zuweilen ^nicht ganz gleicher Richtung nachweisen lassen, und daß auch die offenbar gleich-"' Itigen Erhebungen nicht immer in ganz derselben Richtung erfolgten. Mit eint'"Worte, das Traumbild einer ganz abgeschlossenen Vorwelt, mit von der Jetztzeit so gan-' !lich abweichenden Wirkungen, ward auch hierbei erkannt und von allen unbefangen" !

Geologen beseitigt. Man hält die Gebirgsketten nicht mehr für plötzlich und >>" f

einem Ruck emporgeschoben, sondern für allmälig entstanden durch viele auseinan §