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Siebenter Band.
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337
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Die Geologie. 337

Ocean vorfindet. Der Zusammenhang jener Erscheinungen, welche man da« „Feuer-speien der Berge" oder paffender vulkanische Eruplion zu nennen pflegt, mit den ge-waltigen Erschütterungen der Erdoberfläche, die unter dem Namen „Erdbeben" be-kannt sind, ist ganz unzweifelhaft festgestellt sowol durch räumliche als durch zeitlicheWechselbeziehungen. Doch ist damit eine gewisse Unabhängigkeit beider Erscheinungs-formen nicht ganz ausgeschlossen. Wenn nun schon die allgemeine Verbreitung derVulkane auf eine allgemeine, in der Gesammtnatur des Erdkörpcrs beruhende Ur-sache hinweist, so wirk diese Ansicht durch den ungemein großen Verbrcitnngsbezirkmancher einzelnen Erdbeben nicht mir bestätigt, sondern wir werden dadurch außer-dem auch noch genöthigt, den Ursprung dieser Thätigkeitsäußcrungm sehr tief im Erd-innern zu suchen, da eine nur oberflächliche Erschüttcrungsursache unmöglich gleich-zeitig, d. h. fast in demselben Moment, ein Dreizehnte! der gesummten Erdoberflächebewegen könnte, wie dies bei dem großen Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755geschehen ist.

Während man an den Vulkanen locale Erhöhung der Erdoberfläche, einerseitsdtlrch Aufschüttung von Asche, Schlacken, Lava, und andererseits durch Erhebungoder Anschwellung der schon vorhandenen Oberfläche, Aufschüttung«- und Erhebung«-kegcl (L. von Buch), unterschieden hat, sind als Folge von Erdbeben sehr allgemeineHebungen und Senkungen des Landes so vielfach beobachtet worden, daß man kaumnoch bezweifeln kann, alle Unebenheiten der Erdoberfläche, die großer» wie die klei-nern, das Hervortreten der Cvntinentc und Inseln, wie der Gebirgsketten und ein-zelnen freistehenden Berge, seien ursprünglich und vorherrschend durch vulkanischeThätigkeit bedingt, die in dieser Beziehung der nwellircnden Thätigkeit des Wassers.geradezu entgegengesetzt wirkt. Außer jenen instantancn Erhebungen und Senkungenganzer Landstriche durch Erdbeben, hat man aber auch noch langsame sogenannte se-culäre Hebungen und Senkungen des Erdbodens kennen gelernt, die sehr wahrschein-lich von denselben allgemeinen Ursachen ausgehen. Am deutlichsten erkannte man siezuerst in der schon Jahrhunderte fortdauernden langsamen Hebung eines großen Theilsvon Schweden. Diese Beispiele haben sich noch sehr vermehrt: man hat auch Sen-kungen derselben Art nachgewiesen, und C. Darwin hat gezeigt daß die Existenz derniedern oft ringförmigen Koralleninscln nur durch eine langsame Senkung des Meer-bodens erklärt werden kann. Darwin unterscheidet auf diese Weise Senkungs- undHebungsgebiete, selbst im großen Ocean, die Tausende von Quadratmeilen einnehmen.

Für die Entstehungsgeschichte des Erdkörpcrs von ganz. besonderer Wichtigkeitist das Zurückverfolgen der analogen Wirkungen vulkanischer Thätigkeit in alle frühernErdbildungsperioden. Die Lavaergicßungen erloschener Vulkane, die Basaltberge, diePhvnolithe, Trachyte, Grünsteine und Porphyre bilden nur eine ununterbrocheneReihe und Stufenleiter bis zu den Graniten und Syeniten, die sämmtlich als lava-arüge Emportreibungen aus dem Erdinnern erkannl'wcrden. Ebenso führen uns diegehobenen Bänke, im benachbarten Meere noch lebender Muschelarten, durch Schich-ten, die immer mehr und mehp ausgestorbene Arten enthalten, zu den ältesten Floh-formationen zurück, uud zeigen deutlich, daß alle diese Mceresadlagerungen auf demebenso wie die Anwesenheit von Steinkohlenlagern oder auf der Stelle gewach.mir ^""^pstauzcnreste» unter dem Meeresspiegel, oder unter Ablagerungen

" ^ durch analoge Hebungen und Senkungen erklärt werden nmssc»,

wie sie noch gegenwärtig stattfinden. Es ergibt sich daraus ein fortdauernder Wech-sel rn der Vertheilung von Wasser und Land und zugleich eine in allen Periodenttwas andere geographische Vertheilung der Wirkungssphären vulkanischer Thätigkeit.Dadurch gibt sich aber nur um so mehr diese ganze Thätigkeit als eine allgemeineEigenschaft des Erdkörpers zu erkennen; denn kein größerer Erdstrich ist vorhanden,wo sie nicht deutliche Spuren hinterlassen hätte.

Das Alles führt uns dem Ursprünge der ganzen Erscheinung etwas näher,"tmr müssen ihn tief im Erdinnern suchen. Wenn nun gleichzeitig alle Bcobachtun.

Die Trgmwari. VU. 22