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Siebenter Band.
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340
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340 Die Geologie.

ten der Kugel. Der Basalt theilt sich in hexagonale Prismen, weil dirs gleichseitigeDreieck, das Vierseit und das Hexagon die einzigen regelmäßigen Polygone sind, nachwelchen sich eine Ebene in gleiche'Theile theilen läßt, und weil unter diesen drei Po-lygonen das Hexagon dasjenige ist, welches die größte Zahl von Seiten und denkleinsten Umfang bei gleichem Flächenraum besitzt. Aber die Kugel ist weder in regel-mäßige Hexagone noch in Vierseite theilbar; sie kann nur in gleichseitige Dreieckeoder in regelmäßige Pentagone getheilt werden. Daraus entspringt die Zahl fünfmit ihren verschiedenen Combinationen."

„Die 15 Kreise, welche die Oberfläche der Kugel i» 12 regelmäßige Pentagonetheilen, haben die Eigenschaft der geringsten Conturlängen, welche dadurch zu denleichtesten Bruchlinien werden. Wenn alle Falten der Erdkruste gleichzeitig entstan-den waren, so würden vielleicht nur diese 15 Kreise aufzufinden sein. Aber sowiedie Entstehung der verschiedenen Gebirgssysteme nacheinander erfolgt ist, so sind dieoktaedcischen, dodekaetischen und andern Kreise wahrscheinlich die nöthigen Verbin-dungsglieder gewesen, um aus einem Fundamentalrreis in den andern überzugehen.Das Ganze bildet vielleicht eine Art von Clavier, auf welchem die Natur, beständigin Action, eine seculäre Harmonie ausführt, seitdem der Abkühlungsproccß begann."Diese Schlußworte bezeichnen genügend, daß man ein solches Phantasiespiel, einesolche Harmonie der Sphären, zu der uns die Noten fehlen, kaum noch in das Ge-biet der Naturforschung zu rechnen hat. Wir würden deshalb auch gar nicht soweitauf dasselbe eingegangen sein, hätte es nicht einen ebenso berühmten als verdienst-vollen Geologen zum Urheber, und wäre es nicht von der pariser Akademie der Wis-senschaften mit Beifall aufgenommen worden. Eine Bereicherung ist durch diesenVersuch der Wissenschaft kaum geworden: die Stellung und Richtung der Bergkettenist, wie die Gestalt der Continente, trotzdem, nach von Humboldt's Ausdruck: in ihrerGesetzmäßigkeit noch nicht erkannt.

Gegenüber dieser Hypothese machte Sir Charles Lyell seine Grundansicht gel-tend, nach welcher alle vorhistorischen geologischen Vorgänge derselben Natur gewesensind, wie die noch gegenwärtig stattfindenden, und wonach eS nur sehr großer Zeiträumebedürfe, um alle, auch die großartigsten geologischen Phänomene dadurch zu erklären.Die Gebirgsketten betrachtet er nicht als Folgen instantaner cinfacker Erhebung,sondern als hervorgegangen aus sehr zahlreichen Einzelerbebungen und möglicherweisedazwischenliegenden Senkungen, deren keine größere gewesen zu sein braucht, als der-gleichen Niveauänderungen noch gegenwärtig durch Erdbeben oder an Vulkanen beob-achtet werden.

B. Cotta hat ganz neuerlich in einer kleinen Schrift: „Über den innern Bauder Gebirge", versucht, diesen aus ihrer BildungSwcise abzuleiten, und umgekehrtaus ersterm auf letztere zu schließen. Die Untersuchung und Vergleichung der einzel-nen Bildung«- und Zerstörungsphasen der Gebirge gestaltet sich ihm zu einer Artvon Physiologie derselben; wenn er jedoch selbst den Ausdruck Physiologie der Ge-birge anwendet, so verwahrt er sich sogleich gegen jede Mißdeutung oder mystisch/Deutung, indem er keineswegs etwa die Gebirge dadurch organischen Wesen an dieSeite stellen will. Es soll der Ausdruck vielmehr nur bezeichnen, daß die faktische"Gebirge sich in sehr ungleichen Zuständen ihrer Bildung und Zerstörung nebenc«"'ander vorfinden, und daß man aus der Vergleichung dieser ungleichen Zustände dc"Bildungsproceß der Gebirge in ähnlicher Weise zu studiren vermöge, wie die EimWickelung eines Organismus aus den einzelnen Stadien vom Keim oder Embryo d>zum vollendeten Individuum. .

Die wichtigsten Resultate, zu welchen Cotta gelangt, sind etwa folgende: 1)Gebirge sind nicht plötzlich entstanden, sondern nach und nach, zuweilen in sehr lange'Zeiträumen gebildet. 2) Für ihre Lage und Richtung sind noch keine allgemeine^Gesetze zuverlässig erkannt. 3) Alle wahren Gebirge sind Folgen erhebendervulka-nischer (plutonischer) Thätigkeit. 4) Die meisten aber sind in ihrer gegenwärtigeGestalt zugleich das Resultat späterer Zerstörungen (Abschwemmungen) sehr ungleiche