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Siebenter Band.
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ä56 Die Geologie.

alten entwickelt haben, obwol daS nicht ganz unwahrscheinlich ist; es soll vielmehrbannt nur recht deutlich gemacht werden, daß gar keine scharfe Grenze zwischen einerBorwelt und Jetztwelt in der Natur aufzufinden ist, und daß Ähnliches für allefrühern Zeiten gelten wird.

Es sind diese Gesetze am gründlichsten erörtert worden in Bronn's „Geschichte >der Natur" (3 Bde., Stuttg. 1840 fg.), einem Buche, welches überhaupt wegender Reichhaltigkeit seiner Belehrungen nicht genug empfohlen werde» kann. Wennwir hier jene Gesetze einzeln nacheinander besprechen, so darf indessen nie vergessenwerden, daß ihre Wirkungen sich in gewissem Grade durchkreuzen, lahmen und auf-heben, der Art, daß man nie die reinen Conscqucnzen eines einzelnen, in den» vonder Natur gegebenen Thatsächlichen ohne weiteres verfolgen kann, sondern stets nurdas gemischte Resultat der mehrfachen Wirkungen, aus welchen sich durch den Pro-ceß der Abstraktion jene Gesetze ableiten oder construircn laste». Diese Gesetze nun sind:

1) Die Mannichfaltigkeit der organischen Formen ist mit der Zeit immer großergeworden. Die Organismen waren in der ersten Zeit ihres Auftretens auf eine ge-ringere Zahl von Formen beschränkt und haben an Mannichfaltigkeit nur alluialigzugenommen. Es gab im Ansang nicht so viele Classen und Ordnungen von Pflanzenund Thieren, als deren später nach und nach auftraten und als jetzt cxistircn. Neuesind überall zu den alten hinzugekommen; verschwunden aber sind nur Abihcilungeiivon untergeordnetem Range (Familien, Geschlechter und dgl.) und lange nickt in derAnzahl wie jene. Verschwunden sind allmälig fast alle Arten, welche nach und nachvor der Gegenwart existirten; aber nie haben wol vor dieser so viele Arten ini Gan-zen gleichzeitig bestanden als jetzt. Denn haben auch viele Arten von Sippen undFamilien einst ebenso viele und manche selbst mehr Arten als jetzt enthalten, so warendoch die Sippen und Familien weniger zahlreich und boten deshalb weniger Arten »dar. Der Reichthum, die Mannichfaltigkeit der Formen hat mithin von Ansangher stetig zugenommen. Zellenpflanzen, kryptogamische Gefäßpflanzen, Palme» undNadelhölzer, Infusorien, Strahlenthiere, Weichthierc und Kerbthierc, sowie auch einigeFische sind die ersten Bewohner der Erdoberfläche gewesen, während alle srucklsami-gen Gefäßpflanzen mit vollkommener Blüte, sowie Reptilien, Bögel, Säugerhierenoch fehlten, und auck ein Theil der ersten zunächst in einer geringen Anzahl vonUnterabtheilungen vertreten war. Jenes Fortschreiten zur Mannichfaltigkeit war da-her zugleich ein Fortschreiten zur Vollkommenheit.

2) Fortschreiten zur Vollkommenheit. Es besteht allerdings ein Gesetz der stu-fenweise« Vervollkommnung der Organisation der Wesen von den ältesten Zeiten anbis zur jetzigen Schöpfung. Wie aber das ganze Pflanzen- und Thierreich sich nichtin eine Reihe aufstellen lassen, so würde es auch nicht möglich sein, jenen Vervoll-kommnungsgang in einer einfachen Reihe darzustellen. Auch erfuhr dieses Gesetzmanche Modifikation, wo es mit andern in Widerspruch gerielh oder gar sich ihnenunterordnen mußte. Diese stufenweise Vervollkommnung der Schöpfung hat, wieschon aus den frühern Erörterungen hervorgeht, nicht in der Weise stattgefunden,daß immer vollkommenere Wesen die einfachern und unvollkommenem verdrängt undersetzt hätten, sondern nur indem sie sich zu ihnen gesellten. Die neu auftretenden ,Formen waren in der Regel keine Stellvertreter für die verschwundenen, und sta"'den in keiner nothwendigen Beziehung zu ihnen. Bei einem linearen Dervollkoi"'nungsgange hätten zuerst alle Pflanzen, dann die Pflanzenthicre, darauf die Weich'und dir Kerblhiere, und endlich die Wirbelthiere, zuletzt der Mensch, auftreten müsse"'

Wir sehen aber schon in den älteste» Felsschichten Pflanzen und Thiere beisamme",und beide Reiche entwickeln sich von da an nebeneinander zu höherer Vollkomme"'heit, gleichsam wie die Zweige eines Strauchs. Von den Pflanzen sowol als vo"den Thieren sehen wir gleich anfangs Repräsentanten mehrer Familien, Classen u>chselbst Kreise oder Unterreiche beisammen. Aber es sind doch nur unvollkommenere,tiefer stehende Classen, bei den Pflanzen nämlich: Zellenpflanzen (Seetange), kryp^'gamische Gefäßpflanzen (Fanen, Schachtelhalme, Lykopodien u. s. w.), blür-ntragendt