Die Geologie.
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Daraus ist die Lehre von der Vertheilung der Organismen in den einzelnenFormationen der Erdrinde, die Lehre von den für einzelne Schichten charakteristischensogenannten Lcitmuscheln hervorgegangen, mit deren Hülse man nun umgekehrt dieFormationen, das relative Alter derselben, bestimmen kann, selbst wenn die Gesteineganz verschieden sind. Durch das Alles hat sich ergeben, daß die Annahme einer insich abgeschlossenen Thier- und Pflanzenvorwelt unrichtig war; daß man vielmehr diejetzige organische Schöpfung als das endliche Resultat einer langen ununterbrochenenEntwickelungsreihe betrachten müsse, in welcher immer neue und in der Regel immerhoher entwickelte Organismen auftreten, während früher vorhandene ausstarben. Sohat sich also das organische Leben auf der Erde, vielfach wechselnd, stets erneuertund im allgemeinen vervollkommnet, d. h. es sind nicht nur von Zeit zu Zeit neue,gewöhnlich etwas höher organisirte Pflanzen und Thiere zu den früher vorhandenenhinzugekommen, sondern eS sind auch stets an die Stelle auSsterbendcr niederer Artenähnliche getreten, welche in Form und Einrichtung nur st viel von denselben ab-wichen, als die veränderten physikalischen Zustände der Erdoberfläche, bcstndc^ dieneuen Tempcraturverhältnisse, es bedingten.*) Indem nun wahrend der ganzen Dauerdieses langen Entwickclungsprocesses des organischen Lebens auf der Erde hier undda Ablagerungen von geschichteten Gesteinen erfolgten, in welchen einige Überreste derdamals gerade lebenden Thiere oder Pflanzen als Versteinerungen erhalten wurden,wußten diese natürlich in den einzelnen zu verschiedenen Zeiten gebildeten Ablagerun-gen auch verschieden sein. Das ist der Grund der Verschiedenheit der Versteinerun-gen in den einzelnen Formationen, welche uns »un befähigt, aus der Ubercinstim-mung der versteinerten Formen auf die Gleichzeitigkeit der Ablagerungen zu schließen,selbst dann, wenn diese in ziemlich weit voneinander entfernten Lokalitäten erfolgten.
Wir wollen nun diese Gesetze der Vertheilung fossiler Organismen in den Ge-steinlagern der Erdrinde, soweit man sie bis jetzt erkannt zu haben glaubt, etwasnäher betrachten, woraus sich sogleich eine Art voll Entwickelungsgeschichte des orga-'Nische,, Lebens auf der Erde von selbst ergeben wird.
.s V°„ plötzlichen Katastrophen, welche die ganze Erde betroffen und alles orga-mich-Leb«, auf ihr überall mit einem mal zerstört hätten, stdaß dann ciiic ganzneue Schöpfung desselben nöthig geworden wäre, und von einer mehrfachen Wieder-yolung solche allgemeinen Katastrophen, wodurch eine bestimmte Zahl historisch auf-«»ander folgender Schöpfungen oder Lcbenspcrioden voneinander abgetrennt wurden,kann hiernach nicht die Rede sein. Dergleichen Katastrophen mögen wol örtlich (wie>'°ch jetzt in gewissem Grade) eingetreten sei»; e« ist aber kein Grund vorhanden an-zunehmen, daß solche Vorgänge jemals das gesamnitc organische Leben auf der gan-zen Erdoberfläche zerstört hätten. Wir müssen vielmehr nach Dem, was wir gegen-wärtig davon kennen, alle organischen Formen als gewissermaßen auseinander hervor-gewachsen und gegenseitig durcheinander bedingt, überhaupt aber als nach und nacherneuert erachten. Es kann, streng genommen, weder von bestimmt abgegrenztenSchöpfungsperiode», noch überhaupt, wie gesagt, von einer scharf unterschiedenenRede sein. Auch die jetzigen Organismen sind in gewissem Sinnebünit,. der ältesten: sie ragen ungleich tief in die sogenannte Vorwclt
d 'ü von gleichem Datum: sie sind offenbar nicht alle m
demselben Moment entstände». Ewige von ihnen kommen als Versteinerungen Mitlangst ausgestorbencn Anen zusammen vor; das erste Auftrete» anderer ist von viel"""vm Datum. Einige sind sogar in historischer Zeit wieder ansgestvrbcn, wie z. B.der Vogel Dudu aus Jsle-de-France. Wir wolle» damit noch nicht behaupten, cSwußten nothwendig die neuen Arten sich durch Umbildung von Generationen aus den
y, Ewe besondere Abhandlung über die „Pflanzen und Thiere der Borwelt", von denselben««Mtrn ausgehend, doch aus der Feder eines andern Verfasser«, wird in einem der nächstemv'ste der „Gegenwart" mitgetheilt werden. D. Red.
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