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Siebenter Band.
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364 DaS russische Staatsleben.

wollen wir nicht weiter ins Einzelne eingehen, sondern uns mit diesen flüchtigen undallgemeinen Zügen unserer Idee vom Entwickelungsgänge begnügen.

Das sind also ungefähr unsere allgemeinsten Ideen über den Entwickelungsproceßdes Erdkörpcrs. Dem Menschen sind auch zeitliche Bestimmungen von großem Inter-esse; er, dem nur eine kurze Spanne Zeit für sein persönliches Erdcnlcbcn zugemessenist, mochte gern wissen, wie lange besteht wol die Erde? wie lange das menschliche Ge-schlecht auf ihr, wie lange werden sie noch bestehen? u. s. w. Das sind aber bis sehtnoch ziemlich vergebliche Fragen: die Antworten darauf können nur sehr allgemein undunbestimmt gegeben werden. Die Geologie besitzt noch keine absolute, sondern nurrelative Zeitmessung; sie kann wol das Ältere von dem Neuern unterscheiden, vonkeinem aber das Alter in bestimmten Zeiteinheiten, in Jahren oder Jahrhundertenangeben. Nur ganz annäherungsweise hat man einige absolute Zeitbestimmungen indiesem Gebiete versucht, auS denen allen sich so viel ergibt, daß wir uuS mitten ineinem unermeßlichen Zeitstrome bewegen, von deni sich weder ein Anfang noch einEnde erkennen läßt. Alle Versuche von Berechnungen, gegründet auf Erfahrungenüber Abkühlung, über Abnagung oder Bildung von Gesteinen und über die Dauerder organischen Arie», haben stet« zu so großcn^Zahlen, zu so viele» Millionen oderBillionen Jahren geführt, daß sie dadurch an Übersichtlichkeit und deshalb selbst anInteresse verlieren. Millionen und Billionen Jahre sind für unS beinahe so gut alsunerfaßliche Begriffe. Um so bedeutungsloser aber, da alle diese Berechnungen denCharakter großer Unbestimmtheit an sich tragen und in der Regel nur Minimal-werthe anzugeben vermögen. Einige Sicherheit könnte hierüber nur auf astronomi-schem Wege erwartet werden, durch geologische Beziehungen zu bestimmten berechen-baren Constellationen.

Noch zur Zeit hat aber nur «ine Mondfinstcrniß aus der Zeit dcS Hipparchbenutzt werden können, um zu zeigen, daß seitdem die Umdrehungsgeschwindigkeit derErde nicht größer, und folglich ihre Gesammttemperatur nicht merklich geringer ge-worden ist. Wissen wir doch nicht einmal sicher, wie viel Jahrtausende der Menschdie Erde bewohnt? wie lange er zu seiner Entwickelung brauchte, um die ersten Tem-pel und Pyramiden zu erbauen. Dagegen lehrt unS die Geologie ziemlich unzwei-deutig, daß nicht nur die organischen Individuen, sondern auch die Arten aussterbcn.Es ist kein bestimmter Grund vorhanden, warum das Menschengeschlecht von diesemallgemeinen Geschick der organischen Wesen ausgeschlossen sein sollte; die Analogiepricht vielmehr dafür, daß einst ei» noch höher entwickeltes, geistig noch begabteresGeschöpf seine Stelle auf Erden einnehmen werde.

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Das russische Dtaatsleven.

Zweiter Abschnitt.*)

Rußlands äußere Politik.

§

Die historische Nöthigung der Zarenpolitik.

^öi» zu Peter I. hatte Rußland eine durch das innere StaatSleben bedingt^ äa'ßere Politik; seit jener Zeit beherrschen die äußern Verhältnisse fast durchga"^den Gang der innern. Der Staat war bis zu Peter Zweck; seit jener Zeiter immer mehr zum persönlichen Mittel für den Zaren herab. Der innere Zust<"

*) Der erste Abschnitt dieses Artikels, welcher „Rußlands innere Politik" besprach, und deß.»Ausführungen sich der Leser zum bessern Verständniß deS Vorliegenden zurückrufen mogs,bereits im sechsten Bande der „Gegenwart", S. 1—48, mitgetheilt worden. D- "»d-