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Schwefel.
Der Schwefel, schon aus dem Alterthume her bekannt, gehört wie das Chlorzu den verbreitetsten, jehoch nicht massenhaft auftretenden Stoffen. Indessen erschei-nen die an einzelnen Punkten aufgehäuften Naturvorräthc von gediegenem Schwefelimmerhin bedeutend, und namentlich ist Sicilien reich an diesem wichtigen Körper,dessen Gewinnung und Ausfuhr eine Hauptguclle der Einnahme des KönigreichsNeapel bildet, indem Europa fast seinen ganzen Bedarf an Schwefel dorther bezicht.Die Eigenschaften desselben dürfen füglich als bekannt vorausgesetzt werden. ImHandel erscheint der Schwefel in zweierlei Gestalt, entweder in etwa Zoll dicken Cy-iindern, sogenannter Stangenschwefcl, oder als ein feines gelbes Mehl, sogenannteSchwefelblüten», die besonders in der Medicin gebräuchlich sind. Die populärstenAnwendungen des Schwefels sind unstreitig die zu Schwefclhölzchcn und zum Schwc-feln oder Aufbrennen der Weinfässer. Wir glauben es dem heitern Gotte deSWeins schuldig zu sein, über das letztere Verfahren uns erklärend zu verbreiten.Wein mit Luft einige Zeit in Berührung gelassen, erleidet eine wesentliche Verän-derung, i,,dem er Sauerstoff aus der Luft ausnehmend sich in Essig verwandelt.Wan hütet sich daher, Flaschen oder Fässer nur theilweise mit Wein angefüllt zu lassen.3st dies bei den letztem mitunter unvermeidlich, so nimmt man aus der im Fassebefindlichen Luft den Sauerstoff hinweg, indem ein Stückchen Schwefel darin ver-brannt wird. Auch gebrauchte Weinfässer, die leer liegen sollen, muß man mitSchwefel aufbrennen, damit in denselben keine Schimmelbildung entstehen und der>>> ihren Poren zurückbehaltene Wein nicht sauer werden und den später eingefülltendesto leichter in Säuerung versetzen kann. Der beim Verbrennen des Schwefelsentstehende, erstickend riechende Schwcfeldampf ist eine Verbindung des Schwefelsmit Sauerstoff, von den Chemikern schweflige Säure genannt. Manche Stoffe, wieStroh, Wolle, Federn, Borsten, auf welche sich die bleichende Wirkung des Chlorsnicht anwenden läßt, entfärben sich, wenn sie dieser gasförmigen Säure ausge-setzt werden.
, ^ nichtiger ist jedoch eine saucrstoffreichere Verbindung des Schwefels, näm-uch die Schwefelsäure, die vielfach unter dem ältern Namen Vitriolöl bekannt ist.
W^wl- ei„ schwefelsäurehaltiges Mineral, diente nämlich früher aus-Ichueßlich zur Darstellung der Schwefelsäure, die deshalb, sowie wegen ihres ölartigc»Aussehens die Benennung Vitriolöl erhielt. Diese ätzende und dadurch gefährlicheFlüssigkeit ist ausgezeichnet durch die Energie, mit welcher sie mit andern chemischenVerbindungen, namentlich mit den Oxyden der Metalle sich vereinigt. Sie ist hier-burch ein chemisches Agens von der größten Mächtigkeit und vielfachsten Anwendung,stdaß, abgesehen von wissenschaftlichen Zwecken, ganze Reihen der chemischen Fabrika-l>°n näher oder entfernter von der Mitwirkung der Schwefelsäure abhängig sind.
Die gasförmige Verbindung des Schwefels mit dem Wasserstoff macht sich da,sie vorhanden ist, sogleich durch ihren nichts weniger als empfehlenswerthen Geruch,»""*blich, tzxx identisch mit dem der faulen Eier ist. Obgleich dieses übelriechende^.giftig jst, ^ haben doch sehr geringe Mengen desselben, wenn es z. B. in
"is sogenanntes Schwefelwasser angewendet wird, eine entschieden heil-lvird d^s^ung, besonders auf das Rcspirationssystcm. Von Seiten der ChemikerMetall" ^ Gas besonders vielfach in der analytischen Chemie zur Abschcidung derdie lä/ Auflösungen angewendet, und dieser Umstand ist allerdings geeignet,Met>m vollen Sinne des Worts in üb.eln Geruch zu bringen. Mit denwie d « ^dct der Schwefel eine große Reihe von Verbindungen. Viele derselben,>n deren ^chwefeleisen, Schwefelkupfcr, Schwefelblci u. s. w. finden sich als Minerale,selben w» ^derm Ansehen durchaus der metallische Charakter vorherrscht. Einige der-Die m werthvolle Erze zur Ausbringung der darin enthaltenen Metalle benutzt,ven H . ^sbindungen des Schwefels mit den leichten Metallen, wegen ihrer brau-sicht b-n. *, chv,efellebern genannt, sind in Wasser löslich und in medicinischer Hin-emerkenswcrth. da sie zu den Schwefelbädern benukt werden.