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Die Chemie.
Für die Physiologie hat der Schwefel dadurch Bedeutung, daß er ein Bestand-theil gewisser Thier- und Pflanzenstoffe ist, wie z. B. des Eiweißes, der Ncrvcnsub-stanz, des Klebers, des Käsestoffs, überhaupt aller solcher, die beim Faulen das übel-berüchtigte Schwefelwasserstoffgas entwickeln.
Phosphor.
Der Phosphor wurde im Jahre 1669 dargestellt, und obwol er in weit gerin-gerer Menge vorhanden ist als der Schwefel, so hat er doch gleich diesen, eine sehrallgemeine Verbreitung, was schon daraus hervorgeht, daß jeder ausgewachsene Mannungefähr sechs Pfund Phosphorsauren Kalk in der Masse seiner Knochen mit sichherumträgt. Es soll sogleich gezeigt werden, woher dieser Phosphorgehalt stammt'.In der Natur findet sich der Apatit, ein aus Phosphorsäure und Kalk bestehendesMineral, im Ganzen zwar nur spärlich, allein doch fast in jedem Boden in kleinerMenge. Beweis hierfür ist der Umstand, daß es kaum eine Bodenart gibt, dienicht eine, wenn auch geringe Ernte von Hafer, Gerste, Roggen oder Weizen zuertragen im Stande wäre. Die Körner dieser Getreideartcn enthalten aber phos-phorsauren Kalk, welchen sie aus dem Boden aufgenommen haben. Durch diesevegetabilischen Nahrungsmittel geht der Phosphor in den Körper der Thiere über,wo wir im Blute und im Urin phosphorsaure Salze antreffen, und deren ganzesKnochengerüste aus phosphorsaure», Kalke besteht. Aus,, dem Gesagten erhellt danndie ungemein große Wichtigkeit des Phosphors für Ökonomie und Physiologie.Durch seine Eigenschaften gehört der Phosphor überdies zu den merkwürdigsten dereinfachen Stoffe. Im Dunkeln leuchtend, in der Wärme der Hand schon schmelzendund sich entzündend, ist dieser gelblich durchsichtige Körper von wachsartiger Härteziemlich gefährlich, und kann nur unter Wasser gesichert aufbewahrt werden. Dieleichte Entzündlichkeit hat ihm in neuerer Zeit die ausgedehnteste Anwendung zu denbekannten Zündhölzern verschafft, durch welche die alte Quadrupelallianz von Stahlund Stein, Schwefel und Zunder vollkommen aufgelöst worden ist. Der Gebrauchdes Phosphors und der Phosphorsäure in der Medicin ist von untergeordneter Be-deutung. Noch muß das Phosphorwasserstoffgas angeführt werden, das bei einem 'kleinen Gehalt an Phosphordampf die merkwürdige Eigenschaft h-t, sich an der Lustselbst zu entzünden und, beiläufig gesagt, wie faule Fische stinkt.
Arsen.
Das Arsen ist grau, mit farbenspielendem Metallglanz. Beim Erhihen ver-breitet es einen heftigen Knoblauchgeruch und weiße Dämpfe. Diese lehtern sind eineVerbindung deS Arsens mit Sauerstoff, welche weißer Arsenik genannt wird und dasgefürchtetste Gift abgibt, weil es weder Geruch noch Geschmack hat und daherzu Vergiftungen mißbraucht werden kann. Es ist jedoch gegen eine verbrecherischeAnwendung des Arseniks durch strenge Überwachung des Verkaufs möglichst Vor-sorge getroffen. Vergiftungen durch Arsenik sind überdies leicht zu entdecken undnachzuweisen. Es ist der analytischen Chemie in der That gelungen, kaum glaublicheSpuren von Arsenik in einer Speise oder in dem Darminhalte eines Vergifteten'selbst nach dessen Tode mit voller Sicherheit nachzuweisen. Auch hat sich bei ei»'tretender Erscheinung von Arsenikvergiflungen das Eisenoxydhydrat als ein wirksam^Gegenmittel bewährt. Der Arsenik hat Anwendung in der Färberei und Glasfab^'kation, indem er leicht seinen Sauerstoffgehalt an andere Körper abgibt und dEals Oxydationsmittel dient. Im Mineralreiche findet sich das Arsen gediegen, mstljedoch mit Schwefel, Eisen, Kobalt, Nickel und andern Metallen verbunden. SeMSchwefclverbindungen werden als Farben und in der Feuerwerkerei verwendet.
Kiesel.
Das Kiesel oder Silicum wurde erst 1823 aus der Kieselerde dargestellt. ^ist ein grau-braunes Pulver, unlöslich, geruch- und geschmacklos. An sich tveu'