Die Chemie.
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brennbar, von starkem, geistigem Gerüche und brennendem Geschmacke. Sie lösenviele Körper auf, wie namentlich die Harze, die in Wasser unlöslich sind, währenddie meisten der in letztem, auflöslichen Salze in Alkohol wenig oder gar nicht gelostwerden. Durch chemische Einwirkung verschiedener Art gehen aus den Alkoholennoch ganze Reihen von Producten hervor, die fast durchgehendS mehr wissenschaftli-ches als praktischer Interesse in Anspruch nehmen. Der Weingeist, im reinsten Zu-stande Alkohol genannt, ist das bekannteste Glied dieser Familie j und verleiht ver.schieden«! Getränken diejenige Eigenschaft, welche wir als die geistige oder berau-schende bezeichnen.
In naher Beziehung zu den Alkoholen erscheint die Familie der Ather, Flüssig-keilen, die im Allgemeinen noch flüchtiger und von durchdringendem! Gerüche sind^ jene, und außer den Harzen auch die fetten Stoffe aufzulösen vermögen. EineMenge feiner Gerüche der Obstarten, das Bouquct des Weins, der Geruch desNums, des Araks u. s. w. rühren von eigenthümlichen Atherarten her. Am be-kanntesten ist der aus Weingeist dargestellte, gewöhnliche Äther, der eine vielfachewedicinische Anwendung hat und einen Hauptbestandtheil der Hvffmann'schen Tra-bs«! bildet.
Die Familie der ätherischen oder flüchtigen Öle wird auch als Familie der Kohlen-wasserstoffe oder Kohlcnstoffhydrate.bezeichnet, weil sie in ihrer Zusammensetzungweist diesen Namen entsprechen. Ole sind diese Körper wol nur genannt worden,weil sie gleich den fetten Ölen in Wasser unlöslich sind und auf demselben schwim-mcn; ferner weil sie aus Papier..einen Fettfleck machen, der jedoch bald wieder ver-schwindet, weil die ätherischen Öle sehr flüchtig sind. Außerdem besitzt jedes die-ser Öle einen eigenthümlichen, durchdringenden Geruch und einen brennenden Ge-schmack, und sowol der liebliche Duft der Blumen als das Aroma der Gewürzerührt von der Anwesenheit solcher Öle her, von welchen wir nur das Terpentinöl,Wachhvlderbecröl, Anisöl, Rosenöl und Citroncnöl als Beispiele anfuhren wollen.
Nahe verwandt mit den flüchtigen Ölen ist die Familie der Harze, da vielederselben entstehen, indem die erstem aus der Luft Sauerstoff aufnehmen und da-durch verharzen. Die meisten dieser in Wasser unlöslichen Körper werden vonWeingeist, Ather und Terpentinöl aufgelöst, und als Firnisse verwendet. Sie schwel-z«i in der Wärme und zersetzen sich in größerer Hitze, wobei einige Harze sehr a">genehm riechende Productc geben, weshalb sie zum Räuchern benutzt werden. Wah-rend einige Harze einen sehr rein ausgesprochenen chemischen Charakter, und zwarden von Säuren haben, krystallinische Bildung zeigen und mit Basen sich zu seifen»artigen Verbindungen vereinigen, sind andere ein Gemenge von verschiedenen Stoffenvon wenig bestimmtem Charakter. Die bekannter,! Harze sind: das Fichtenharz, Ko-lophonium, Schellack, der Bernstein, Mastix, und von der letzter» Art: das Kaut-schuk, Gutta-Percha, die Asa Foetida u. s. w.
Als eine Familie von sehr großer Bedeutung treten die Fette auf, die einensehr übereinstimmenden Charakter zeigen, gleichviel ob sie vegetabilischen oder minera-lischen Ursprungs sind. Sie sind sämmtlich Verbindungen zweiter Ordnung, uwemFett aus einer Fettsäure und einem indifferenten, ölartigen und suy17. Stoffe besteht, welcher Ölsüß oder Glycerin genannt worden ist und
der Familie des Zuckers anzureihen wäre, ebenso wie die Fettsäure» m. der Fanulieder organischen Sauren angeführt werden sollten. Von diesen ist die Talgsauredie interessanteste, da sie blendend weiß krystallinisch und ohne alle fettigen Eigen-schaften ist. Ohne Zweifel ist fw auch jedem unserer Leser bekannt, indem dieseSäure unter dem Namen von Stearin zu den schönen Kerzen verwendet wird, dieletzt eine so verdiente allgemeine Anwendung haben. Die Verbindung der Talgsäurewit Natron wird Seife genannt und ist hinlänglich bekannt. In den flüssigenFetten ist eine flüssige Säure, die Ölsäure enthalten. Als Nahrungsmittel haben'e Fette eine ähnliche allgemeine Bedeutung wie die stärkcmehlartigen Stoffe.
Die Gegenwart. VII. 30