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Die Chemie.
von Kohlenstoff und Wasserstoff, wie dar bereits erwähnte Terpentinöl; die Mehr-zahl organischer Verbindungen ist dagegen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauer-stoff zusammengesetzt, wovon eben als Beispiel der Zucker angeführt worden ist.Bei einer weiter» Anzahl tritt zu den genannten drei Elementen noch der Stickstoffals vierter hinzu, und einige wenige enthalten außerdem auch Schwefel. Wennorganische Körper die beiden letztgenannten Stoffe enthalten, so gibt sich dicS durchübelriechende Producte zu erkennen, sobald dieselben verbrannt werden oder in Fäul-niß übergehen.
Unter den organischen Verbindungen findet man eine ziemliche Anzahl, diekeine Krystallform annehmen, wie z. B. das Stärkemehl, der Faserstoff, daS Gummi,das Eiweiß u. s. w., sodaß es scheint, als ob hier die chemische Anziehung nichtMeister geworden sei über die organische, der Krystallbildung entgegenwirkende Kraft-
Mit Recht aber muß man erstaunen, wie durch das Zusammentreten von nurdrei bis fünf einfachen Stoffen eine so große Mannichfaltigkeit von Körpern gebildetwerden kann von den entgegengesetztesten Eigenschaften: denn wir finden unter den-selben gänzlich indifferente Substanzen, starke Säuren, kräftige Basen, angenehmschmeckende Nahrungsmittel, furchtbare Eiste, heilsame Arzneimittel, lieblich duftendeStoffe, sowie abscheulich stinkende Verbindungen, berauschende Flüssigkeiten, fette undharzige Substanzen und glänzende Farbstoffe, sodaß innerhalb des Organischen Schillerein prophetisches Wort gesprochen hat, wenn er sagt:
Bier Elemente,
Innig gesellt,
Bilden das Leben —
Bauen die Welt!
Wir stellen die organischen Verbindungen eben nach solchen hervorstechendenEigenschaften gewissermaßen in natürliche Familien zusammen, da eine streng wissen-schaftliche Anordnung nach ihrer Zusammensetzung sich hier am allerwenigsten durch-führen läßt.
Übersicht der organischen Verbindungen.
Die erste Familie wird von den organischen Säuren gebildet, worunter die Essig-säure, Weinsäure, Citronensäure, Apfelsäure, Kleesäure, Ameisensäure und Milch-säure hervorzuheben sind. Sie haben einen rein sauren, nicht ätzenden Geschmack,und werden zum Theil in der Medicin und technisch in der Färberei vorzüglich alsBeizmittel angewendet. Die Gerbsäure, durch ihren zusammenziehenden Geschmackausgezeichnet, vereinigt sich mit thierischer Haut zu Leder und mit Eisensalzcn zuviolett und schwarz gefärbten Verbindungen, und ist dadurch von großer Bedeutung-Nur wenige organische Säuren enthalten Stickstoff.
Die Familie der stärkemehlartigen Stoffe wird gebildet von der Weizensta'rkc,Kartoffelstärke, Sago, Arrowroot, sämmtlich geschmacklose, weiße und in Wasser un-lösliche Stoffe, die sich mit Jod blau färben und durch Behandlung niit Gerstenma>ioder verdünnten Säuren in lösliches Stärkegummi und endlich in unkrystallisirbarc"Zucker überführen lassen. DaS Gummi reiht sich dieser Familie an.
Zur Familie des Zuckers werden der Rohrzucker, Traubenzucker, Milchzuck^und Stärkezucker gezählt, die sich alle durch Löslichkeit, süßen Geschmack und ga"°vorzüglich dadurch auszeichnen, daß sie mit Hefe zusammengebracht in eine eigs'^thümliche Zersetzung, die sogenannte Gährung übergehen, als deren Producte M"''geist und Kohlensäure erhalten werden.
Die Glieder dieser beiden Familien sind von großer Bedeutung für die thiern^Ernährung, insbesondere für den Athmungsproceß. -
Die Familie der Alkohole enthält den Weingeist, den Holzgeist, denhol und andere Flüssigkeiten, welche in der Natur nicht gebildet vorkommen, sou°durch Zersetzung aus Gliedern der vorhergehende» Familien erhalten werden, zuZusammensetzung sie in naher Beziehung stehen. Die Alkohole sind flüchtig, ^