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Preußen seit 1848 bis Ende 1858.
genschaften besonders scharf hervor. Er sah in jeder Opposition Ungehorsam gegendie Regierung, in jeder Veränderung der ständischen Gesetze Gefahr für den Thron,für die Stände selbst, besonders aber für die Bureaukratie. Der Freimuts) der libe-ralen Gegner erfüllte ihn mit Zorn, mit Bitterkeit. Die constitutioncllen Märzministcrvon 1848 beließen indessen ihren vormaligen Gegner in seiner amtlichen Stellung.Dem Ministerium Camphauscn-Hansemann war die Märzbewegung schon viel zu weitgegangen, als daß es nicht in den hohen Beamten der vormärzlichcn Zeit hätte cr-erwünschte Bundesgenossen gegen die,Demokratie erblicken sollen. Andererseits hieltendie Träger des alten Systems mit gutem Grunde an ihren Stellungen fest. Herrvon Manteuffel blieb Dircctor im Ministerium des Innern auch unter Alfred vonAuerswald, unter Kühlwctter, unter Eichmann. So fanden ihn die Novemberercig-nisse. Die Leiter der Contrerevolutivn erkannten in ihm den geeigneten Mann fürdie Ausführung ihrer Absichten. Man brauchte Minister, welche außerhalb der Na-tionalversammlung standen, Beamte, die gewohnt waren, die ihnen ertheilten Missio-nen auszuführen. Bald indessen verfolgte Hc,rr von Manteuffel mit Bewußtsein dieverwickelten Pfade der Richtung, in welche ihn jene Partei gestellt hatte. Es istanzunehmen, daß er im November 18-18 die völlige Rückkehr zum alten System nichtzu hoffen wagte, und daher aus Nothwendigkeitsgründen den Constitutionalismusadoptirte. Wie wäre es sonst zu erklären, daß er, der abgesagte Feind constitutioncllerStaatsformcn, die constitutioncllen Versicherungen der Krone als Minister unterzeich-nete, daß er, als ihm hierauf auf der Tribune zu Frankfurt a. M. ein Vertrauens-votum gegeben wurde, dem betreffenden Abgeordneten seinen Dank abstattete mit deinHinzufügen, daß man sich in seinen constitutionellcn Gesinnungen nicht getäuschthaben solle!
Die Kammerwahlen, Eröffnung der Kammern; Adrcßdebattc.
Ende Januar 1849 sollten die Wahlen zu den neuen Kammern stattfinden.Die Demokratie, vbschon sie den Erlaß der Verfassung vom 5. Dec. als rechts-widrig betrachtete, betheiligte sich dennoch an den Wahlen, da das Wahlgesetzvom V. April unangetastet geblieben, und somit die zweite Kammer wenigstens alseine neue Nationalversammlung angesehen werden konnte. Trotz des theilweisen Um-schwungs der öffentlichen Meinung zu Gunsten des Ministeriums standen im Mo-mente der Wahl die Aussichten für letzteres nicht besonders. Die Verfolgungen,welche gegen ehemalige Abgeordnete der Nationalversammlung verfügt wurden, ,dicwillkürlichen Ausweisungen misliebiger Personen aus Berlin und andern große»Städten, die zahlreichen Octroyirungen von Gesetzen der wichtigsten Natur: diesheilte nicht'wenige von dem ersten Rausche constitutioncller Freuden und führte ßsin die Reihen der Demokratie zurück. Am Wahltage standen sich eigentlich nur zw"große Parteien gegenüber: man war für oder gegen den Novemberact, eine mittlerAnsicht gab es so gut wie gar nicht. Die Urwahlcn wenigstens sielen in diese»'Sinne aus, und soweit es sich feststellen ließ, ging die demokratische Partei dara»sals Sieger hervor. Bei den eigentlichen Wahlen der Abgeordneten hingegen, die >»durch kleinere Wahlkörpcr vorgenommen wurden, machten sich verschiedene Einflußschon mehr geltend: Compromisse zwischen den Parteien wurden vielfach eingcgange»'um nur den entschiedenen Sieg des Gegners zu verhindern. Die Regierung war cbr»'falls nicht ganz unthätig geblieben, um ihrer Partei zum Siege zu verhelfen. Es Ss'schah das namentlich durch Zusammenlegung verschiedener Wahlkreise; man suchte d>edemokratischen Elemente da, wo sie isolirt in der Mehrheit waren, durch Vermisch"'.^mit benachbarten Bezirken, die dem Ministerium günstig gesinnt schienet!, zu zersp»^kern. An vielen Orten, besonders in Berlin, wurden auch den vorberathenden Wah'Versammlungen der demokratischen Partei von der Polizei Hindernisse in dengelegt. Diese äußern Umstände, vereinigt mit der Partcistcllung im Lande, füh»^nun ein Resultat herbei, das.vor dem Zusammentritt der Kammern zweifelhaft gen»»war, um jede Partei zu den, Glauben zu veranlassen, daß ihr der Sieg gehöre.