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Siebenter Band.
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478 Preußen seit 1849 bis Ende 1850.

nisterium des Auswärtigen wol am Ende ein Symptom der oben herrschenden An-sichten sein konnte, gcriethen plötzlich in große Aufregung.

Durch frankfurter Blatter wurde nämlich eine neue an die deutschen Höfe ge-richtete preußische Circularnote veröffentlicht. Das Actenstück war vom 10. Märzdatirt, einen Tag spater, nachdem die östreichische Reichsvcrfassung vom 4. März inden berliner Zeitungen abgedruckt worden. Aus dieses Ereigniß »ahm die Note keinenBezug, wol aber auf die östreichische Note vom 27. Febr., in der, wie wir bemerkthabe», ein siebenköpfiges Direktorium vorgeschlagen worden war. Graf Arnim äußertesich nun hierüber in seiner Depesche: „Es gereicht der königlichen Regierung zurgroßen Befriedigung, daß damit nun auch Ostreich den von uns vorgeschlagenen Wegder Verständigung in Frankfurt betreten hat. Wir haben uns daher auch nur mitVergnügen bereit erklären können, diese Vorschläge einer reiflichen Erwägung zuunterziehen, und der königliche Bevollmächtigte in Frankfurt wird mit hinreichendenJnstructioncu versehen werden, um in die Besprechungen und Berathungen über die-selben in Frankfurt eintreten zu können, von welchen wir die Hoffnung hegen dür-fen, daß sie zu dem immer von uns angestrebten Ziele deb Verständigung unter denRegierungen und mit der Nationalversammlung führen werden."

Dem Unwillen der Gagern'schen Partei verlieh zuerst Graf Dyhrn Worte, in-dem er (24. März) in der ersten Kammer den Minister des Auswärtigen intcrpel-lirte. Vermuthlich hatte dieser das so schnelle Bekanntwerden der Depesche nicht erwar-tet, und der Moment war freilich nicht geeignet, seine östreichischen Sympathien offi-ciell an den Tag zu legen. Die Antwort war darum verlegen und nichts wenigerals geschickt. Der östreichische Vorschlag, hieß es, sei eben ein.Vorschlag wie jeder an-dere, und müsse in Erwägung gezogen werden. Die Bereitwilligkeit zu letzten», weiterdrücke die Depesche nichts aus. Übrigens sei der östreichische Vorschlag doch nicht soganz unannehmbar für Preußen, da ja der Vorsitz im Bundesdirectorium zwischenden beiden Staaten wechseln sollte. Endlich sei die Depesche geschrieben, ehe dieöstreichische Verfassung vom 4. März bekannt gewesen, und sei nur von dem Tagedatirt (10. März), wo sie abgegangen. Die östreichische Verfassung sei also von kei-nem Emfluß darauf gewesen. Groß war das Erstaunen Aller! Ein Hreigniß, wiedas in Ostreich am 4. März, hatte keinen Einfluß auf die angeblich bundesstaatlichcPolitik Preußens ausgeübt. Natürlich fehlte nicht die schließlich! Versicherung, daßdie Regierung bei ihrer in der Note vom 25. Jan. ausgesprochenen Politik beharre-

Dieselbe Antwort (sie war vorher wörtlich zu Papier gebracht) verlas GrafArnim in der zweiten Kammer, welche an demselben Tage den deutschen Para-graphen der Adresse zu berathen angefangen hatte. Der Entwurf der Adresse, au§Vincke's Feder geflossen, war weniger allgemein gehalten. Zunächst war darin diefreudige Anerkennung der Bestrebungen der Regierung in Betreff des Bundcsstaatsausgesprochen. Ferner die Hoffnung, daß der Weg der Verständigung aller Regie-rungen mit der Nationalversammlung zu einem erwünschten Ziele führen wcrde-Endlich, und das war das Wichtigste, wurde die Erwartung ausgesprochen, daß-wenn einzelne Bundesglicdcr sich dem Bundesstaate nicht anschließen sollten, dennochdie Bildung des engern Bundesstaats werde erreicht werden. Somit ging die Pak'tei Vincke noch einen Schritt weiten Die Regierung hatte doch nur von der Nickst'betheiligung Ostreichs am Bundesstaate gesprochen; Vincke dachte schon an die Nickst'betheiligung Baicrns, Würtembergs, uud, als Folge davon, an den „engsten" B""'desstaat.

Es versteht sich von selbst, daß die optimistische Auffassung der Note vom 23.2^'sich auch durch die Reden der Partei Vincke zog. In einem Athemzuge pries ">adie Politik der Regierung in den Noten vom 23. Jan. und 16. Febr. und tade>die dieser Politik widersprechende Depesche vom 10. März. Gegen solche Selb!'täuschung erhob sich im Laufe der Debatte Rodbertus, der Führer des linken ^trums. Er warf zunächst die Frage auf, wie man denn von einer Verständig"'der Cabinete die deutsche Einheit erwarten könne, während ja gerade die Cabw