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Siebenter Band.
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Preußen seit 1849 bis Ende 1850.

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Bestimmtes aber über diese Antwort wußte Niemand bis zu dem Augenblick,wo sie ertheilt wurde. Am 3. April Mittags wurde die Deputation vom Königeempfangen. Nachdem der Präsident seine Rede vollendet, nahm der König das Wort.

Er erkenne, sagte er unter Andern,, in dem Beschlusse der Nationalversammlung dieStimme der Vertreter des deutschen Volks. Ihr Ruf gebe ihm ein Anrecht, dessenWerth er zu schätzen wisse. Er sei bereit, durch die That zu beweisen, daß man sichin seiner Hingebung zum gemeinsamen Vatcrlande nicht getäuscht habe. Aber —der König erinnerte an seine wiederholten Versprechungen, ohne das freie Einver-ständniß der gekrönten Häupter, der Fürsten und der freien Städte, also Aller, keineEntschließung fassen zu wollen. An diesen werde es jetzt sein, zu prüfen, ob dieVerfassung den Einzelnen wie dem Ganzen fromme, und ob die ihm (dem Könige)zugedachten Rechte ihn in den Stand setzen würden, die deutschen Geschicke mit star-ker Hand zu leiten Schließlich versicherte der König, daß, wenn es des preußischenSchildes und Schwerts gegen äußere oder innere Feinde bedürfe, er, auch ohne Ruf'nicht fehlen würde.

Diese Antwort war also eiüe entschieden ablehnende. Die Bedingung des Em-Verständnisses aller Fürsten konnte nicht in Erfüllung gehen, da die „gekrönten Haup-ier", wie schon weiter oben erwähnt, sich feierlichst gegen das Kaiserthum verwahrthatten. Selbst Herr von Vincke und seine Freunde brachen nun mit ihren Jllusio-nen. Das Vertrauen hatte ein Ende, und der Unmuth, die Folge der Enttäuschung,wachte sich Lust. Unmittelbar nach Beendigung der Audienz erschien Herr von Man-teuffel in der zweiten Kammer und theilte die königliche Antwort mit. Und soforternannte die Kammer auf den Antrag Vincke's eine Commission, um eine neue Adresseüber die Lage der Dinge an den König zu richten.

Wiederum liefen die sonderbarsten Gerüchte umher. Die dem Komge am nach-sten Stehenden sollten mit der Antwort nicht recht zufrieden sein. Die Munster Mtensvzählt haben, die von ihnen entworfene Antwort sei im entscheidenden Augenblick ge-ändert worden. Ja, man ging noch weiter. Diejenigen, welche die Antwort alseine entschiedene Ablehnung auffaßten und in diesem Sinne zum Volke sprachen,wurden als Böswillige verschrien. Eine anonyme Broschüre (das Gerücht bezeichneteeinen gutunterrichteten Diplomaten als Verfasser) sprach sich in diesem Sinne aus,und suchte auszuführen, daß der König in der That gar nichts abgelehnt habe. Zudiesen zahllosen Widersprüchen fügte das Ministerium neue hinzu. Am 4. April ver-las der Ministerpräsident eine Circulardepesche, welche gleichzeitig mit der Antwortdes Königs den deutschen Regierungen zugesertigt worden. Diese Circulardepeschewar eine Art von Commcntar zur Antwort. Danach sollte in letzterer die Bereit-Willigkeit des Königs, an die Spitze Deutschlands zu treten, ausgedrückt, andererseitsdaran festgehalten sein, daß die getroffene Wahl nur durch das freie Einverständnißder Regierungen zur vollen Rechtsgültigkeit gelangen könne. „Um diesem Einver-ständniß in keiner Weise vorzugreifen", hieß es weiter, „um selbst den Schein einesmdirectcn Zwangs zu vermeiden, ist auch nicht, wie eS von mehren Seiten erwartetwurde, unter Vorbehalt oder unter Voraussetzung des nachfolgenden Einverständnissesdie Annahme der Wahl ausgesprochen worden." Der Komg s«der Real-r daß der Reichsverweser sein Amt niederlegen wolle, auf g

der Neuerungen und mit Zustimmung der Nationalversammlung die provisorischeLeitMig der deutschen Angelegenheiten zu übernehmen. Der König wolle ferner and>e Spitze eines deutschen Bundesstaats treten der aus den freiwillig sich anschließen-den Staaten sich bilden und dessen Formen von der Zahl und Größe der beitreten-°on Staaten abhängen würde. Endlich werden die Regierungen aufgefodcrt, in Frank->urt besondere Bevollmächtigte zu bestellen, welche über den Beitritt zum Bundes»staate, über die Stellung zur Nationalversammlung und über die Stellung zu dendem Bundcsstaate nicht betretenden Staaten bindende 6Stande seien.

Die Gegenwart. Vll. 31

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