Preußen seit 184K bis Ende 1850. 485
die Äußerungen, welche der Minister bezüglich der frankfurter Versammlung that.3cht erst klagte man die Versammlung an, daß sie die von den Regierungen vor-geschlagenen Änderungen nicht berücksichtigt hätte. Jetzt erst erklärte das Ministe-riuni, daß die Annahme der Verfassung von Abänderungen abhängig gemacht wer-den müßte. Man ignorirte also die inzwischen abgegebene Erklärung der meistenRegierungen, die inzwischen gefaßten Beschlüsse der frankfurter Versammlung. ManHat, als sei man soeben erst von der Annahme der Verfassung in zweiter Lesungunterrichtet worden. Es war offenbar, man wollte noch länger Frist gewinnen, ver-buchen, ob man nicht den Enthusiasmus verrauchen lassen oder sich über gemeinsameMaßregeln, den Widerstand gewaltsam zu brechen, vereinigen könnte, sonst hätte manDas, was man am 21. April sagte, bereits am 2. April sagen müssen. Was fürAbänderungen verlangte denn das Ministerium jetzt noch? Herr Camphausen invtankfurt hatte noch ani 20. April keine Jnstrnctionen hierüber. Unter dem Vor-hände, daß Jnstructionen über schwebende Verhandlungen nicht mitgetheilt werdenLunten, hatte der Minister des Auswärtigen, Graf Armin, die in der ersten Kam-mer von Graf Dyhrn gestellte Interpellation unbeantwortet gelassen. Er hatte gutegründe dazu. An Camphausen waren in der That keine Jnstructionen abgegangen.Hingegen war ein militärischer Unterhändler abgesandt worden, der am 16. April inokankfurt eintraf und mit nichts Geringerm beauftragt war, als den Rcichsverweseriur Auflösung der Nationalversammlung zu bewegen, der überdies den Abbcrufungs-befehl für die preußischen Abgeordneten in der Tasche hatte. So entschieden waralso bereits der Untergang derselben Versammlung beschlossen, mit welcher das Mi-uisterium wenige Tage später, noch unterhandeln zu wollen, öffentlich vorgab.
- Die ministerielle Erklärung mußte natürlich ohne den geringsten Einfluß aufDebatte und Äbstimmung bleibe». Rodbertus führte noch einmal das Bild der Ver-wirrung vor Augen, das sich entrollen mußte in dem Augenblicke, wo man das frank-surter Werk umstieße und den Particularismus handeln ließe. Wol hatte er Recht,wenn er die vorliegende Frage fast für zu groß hielt für ein Geschlecht, welches innnem zerrissenen Deutschland aufgewachsen, welches durch den Polizeistaat für große5"^" ^Estumpft wäre. Noch einmal foderte Vincke das Ministerium zu andernn Ichließungen auf, nachdem er in seinem Vortrage die Politik des Cabinets, derer und seine Partei in der Adrcßdebatte ein unbedingtes Vertrauensvotum gegeben,l>er beißendsten Lauge seiner Dialektik überschüttet hatte. Jetzt aber war dieMajorität von ihren Illusionen geheilt. Hatte sie auch nicht mehr die Macht, dieEreignisse zu beherrschen, so konnte sie doch der Stimme des preußischen Volks denbisher vermißten feierlichen Ausdruck geben. Alle Vermittelungsanträge, auch derdes Centrums, freilich auch die beide» ersten Sätze des Nodbertussschen Antrags,wurden verworfen. Hingegen wurde der dritte Satz, also die Rechtsgültigkeit dermmkfurter Verfassung, mit 175 gegen 159 Stimmen zum Beschluß erhoben. 79^"m»cn hatten sich für das vom Grafen Schwerin gestellte Amendement erklärt,die m u-»H gegen Rodbertus stimmten. 254 von 350 Volksvertretern hatten somito >ti des Ministeriums in der deutschen Frage verworfen.
Summer- D-batt- wegen
Wachsender Zwiespalt zwischen dem Ministerium und der »""h" Ministerium«; AuflösungAufhebung des Belagerungszustandes in Berlin; bedrängte rage des w
der zweiten Kammer.
Bei einem solchen Zwiespalt« in der wichtigste" Krase ugen^E ^ar ^längeres Zusammengehen von Kammer lind Mimstermm g ch- Mysteriumden Theilen mußte weiche",,, und es ließ sich voraussth-», d ^der weichende Theil sein wurde. Der Regierung muß" eme so sranksurt sG g ' ^Volksvertretung unbequem sein, in dem Augenblicke, wo sie an tue Sp eng Z
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m beiden Kammern sehr scharf getadelt, und dieser Tadel sogar