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Siebenter Band.
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Der Socialismus in Deutschland.

Selbst von unsern Lesern wird mehr als einer, indem er 10—15 Jahre in seinerErinnerung zurückgeht, Vieles in seiner Erinnerung wiederfinden, was hierher gehört-Wenige bedenken, daß alles Dies der Beobachtung und der Bewahrung werth iss-Dcnn Vieles, was der Gegenwart und wol auch der Zukunft angehört, wird klarwerden, wenn die folgende Auffassung richtig ist; uns scheint sie es zu sein. Aberdie volle Wahrheit wird nie von einem Einzelnen allein gesehen oder gesagt werdenkönnen.

Die sogenannte „liberale" Bewegung in Deutschland bestand bis zum TodeFriedrich Wilhelm's lll. wesentlich aus zwei Elementen, die sich im Grunde wenigumeinander kümmerten, und bis dahin wenigstens auch zwei sehr verschiedene Zielehatten. Das erste Element war daS national-deutsche, das die Herstellung des alte«Deutschen Deichs auf der vagen Idee der „Freiheit des Volks", von deren Jnhswsich Niemand Rechenschaft geben mochte, anstrebte. DaS zweite war das eigentlichkonstitutionelle. Die konstitutionelle Partei in Deutschland wollte, wie schon bemerkt,die Verwirklichung der Volksvertretung, Verantwortlichkeit der Minister, Steuerbt'willigung, eine verbriefte Verfassung; ihr schwebte als Ziel die parlamentarische Hell'schaff vor. Diese Partei hatte ihre Losungsworte aus der englischen und franzoftschen Verfassung genommen. ^ Es fiel ihr entweder gar nicht, oder doch nur in Meinzelnen Mitgliedern ein, über die Grundsätze dieser Verfassungen hinauszugehc«'sie nahm daher als Grundlage dieser ganzen Verfassung und fast ohne weitere ll«'tersuchung das Princip irgend eines Wahlcensus an. Ohne es selbst zu wisse«,stützte sie sich damit nicht auf die Gesammtheit des Volks, sondern auf einen g«"'bestimmten Theil seiner Gesellschaft. Sie ließ die besitzlose Classe zur Seite liege«'weil sie nichts besaß, und die privilegirten Stände, weil sie ohnehin genug besäße"'Sie vertrat die Idee der Herrschaft der industriellen Gesellschaft; sie glaubte abc«und in einer Beziehung mit vollkommenem Rechte, die Freiheit des ganzen „Volksdamit zu vertreten; denn allerdings ist die Staatsform der industriellen Gesellst?ein nothwendiger Durchgangspunkt für die Entwickelung aller staatlichen Frcih^'Sie hatte, wie daS in der Natur jeder besondern Partei liegt, lange Zeit geh««'durch sich allein den Sieg über ihre Gegner zu gewinnen, sie hatte sich daran Swohnt, das parlamentarische Leben Frankreichs und Englands als ihr Vorbilds,zusehen. Daß es außer diesen Elementen des Census und seiner staatlichengane noch große, gewaltige Mächte im Volksleben gebe, hatte sie sicher nicht geah"'Sie hatte daher Das, was sie für sich bisher errungen, als Rechte desund Das, was sie auf ihrem Wege zu erringen hoffte, als das Ziel der endMFreiheit und Selbstbeherrschung des Volks angenommen. So bewegten sich die

Mischen Ideen Deutschlands in einem sehr engen Kreise; diese hatten sich bis d«d,in allem Wesentlichen selbst genügt, und Viele hatten gehofft, allein mit ih»>Gegner zu bewältigen. ^

Mit der Entscheidung in Preußen aber war nun nach langem Hoffen diegroße Niederlage dieser ganzen Partei entschieden. Nicht allein, daß dieverbriefte Verfassung seit ihrer Vernichtung in Hannover und seit der resulta^eNiederlage ihrer Vorkämpfer die große Unsicherheit auch der „anerkanntendes Volk-" gezeigt: — jetzt war auch der weiter» Entwickelung die Spitze absu-chen. Die Partei, bisher die allein mächtige in Deutschland, hatte ihre Maäss ^igkeit erfahren, ihre bisherige Geschichte war definitiv erschöpft. Das Bewußtste".he«an, allgemein zu werden, daß die bisherigen Elemente nicht einmal für die ^digung des Bestehenden, viel weniger für die Erkämpfung weitem Fortschriü. ,xilreichten. Und so ward — und daS war das Charakteristische dieser Jahre,/",, ^als die wichtigsten Wendepunkte in der innern Geschichte Deutschlands bezeichnend'mit der hannoverschen Verfassung und den preußischen Hoffnungen der „sichkPunkt der „liberalen Politik" zu Grabe getragen. Jetzt kam eine eige«/, h-tttZeit. Der alte Mittelpunkt der politischen Ansichten löste sich aus; das 2-" r i"Glauben daran verloren. Ein Neues ward gesucht; man wußte es

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