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Siebenter Band.
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Der Socialismus in Deutschland.

dessen ganzes Leben umfaßt. Ohne Verständniß der Gesellschaft ist daher das Leben' des Einzelnen so wenig als das des Staats zu erfassen; die nothwendige Voraus-setzung beider ist die neue Wissenschaft der Gesellschaft; der Mangel dieser Wissenschaftist der Grund aller Entfremdung von Praxis und Theorie im öffentlichen Leben;-ihre Aneignung die Bedingung der wahren Staatskunst.

Wenn aber auf diese Weise jene Idee der Freiheit und Gleichheit eben erstdurch die materiellen Güter ihre Grundlage und in der Ordnung der einzelnen ge-sellschaftlichen Zustände ihre wirkliche Gestalt erhält, so ergibt sich weiter, daß einejede Revolution, in der einmal das Bewußtsein von jener Bedeutung der materiellenGüter geweckt ist, bei einer blos staatlichen Ordnung des Rechts nicht stehen bleibenwird und kann. Sie muß vielmehr mit unausbleiblicher Nothwendigkeit von dieserübergehen zu der gesellschaftlichen Ordnung; sie muß anfangen, die Freiheit nichtmehr in der Ausübung gewisser öffentlicher Rechte, sondern in dem Besitze derjenigenBedingungen zu suchen, welche es dem Einzelnen möglich machen, sie gut auszu-üben. Sie muß daher ihrem tiefen Inhalte nach stets eine sociale Revolution sein.Nicht zufällig, nicht weil Dieser lind Jener eS so sagt, oder weil Viele begonnen,das Volk darüber zu belehren, sondern weil Das die innerste Natur der Persönlich'keit und ihrer Entwickelung selbst ist.

Betrachtet man nun von diesem höhern Gesichtspunkte aus die GeschichteFrankreichs seit der ersten Revolution, so erscheint sie sofort in einem ganz neuenund, nicht blos für Frankreich, sehr ernsten Lichte. In der That ist diese Geschichteder französischen Revolutionen dann nicht mehr eine Reihenfolge von staatlichenKämpfen und Ordnungen, sondern sie ist eine Geschichte der Gesellschaft und ihrerRevolutionen. Aber was unendlich viel bedeutender ist als diese Betrachtung ^jene Geschichte der socialen Revolution ist mit dem bisher Geschehenen nicht abgt'schloffen, und kann es nicht sein. Denn was haben alle jene staatlichen Nevolutio'neu gerade Denen für ihre sociale Stellung genüht, die sie eben doch am E»^gemacht, die diese staatliche Freiheit mit ihrem Blute erkauft haben? Sind sie rei'cher, glücklicher, angesehener als vor und während der Revolution? Ist mit derVermehrung des öffentlichen Rechts Elend und Armuth vermindert? Im Ecgc»'theil: seit der Freiheit des Erwerbes hat eben diese Freiheit selbst statt der Herr"schaff des großen Grundbesitzers jetzt die Herrschaft der großen Capitalistcn eingeführtund nur der Herr ist gewechselt. Aber dennoch haben jene Revolutionen, die Th^'ricn, welche dieselben erzeugten, die Versuche gegen die bestehende Ordnung dssEigenthums, die in ihnen auftauchten, Eins hinterlassen — das ist das Bewußtstedes tiefen und gefährlichen Widerspruchs, in welchem sich Frankreich in diesigAugenblicke befindet, des Widerspruchs zwischen der staatlichen Freiheit und dersellschaftlichen Unfreiheit. Der Träger dieses Bewußtseins aber ist das Parlamc^'Das Proletariat unserer Gegenwart ist aus einer bloßen Masse von Staatsun!^thauen zu einem gesellschaftlichen Elemente geworden; es ist eben jenes Bewußts^das es dazu gemacht hat, und es ist eine Nothwendigkeit, daß dieses Bewußtsein bAin seinen Conscguenzen weiter bethätige. Dieses Bewußtsein muß als die w-A,Macht der Bewegung in der Masse gelten; schon hat es in den verschiedensten Astalten Ausdruck und Bethätigung gesucht, und die Zeit wird kommen, wo eszum Herrn der Staatsgewalt erheben wird. Denn in der That — schon diesprünglichen drei revolutionären Verfassungen sind viel mehr gegen die alteschaffliche Ordnung als gegen die Staatsgewalt gerichtet; die „Menschenrechtt^nicht ein Grundgesetz dcS Staats, sondern nur ein Grundgesetz der neuen Gesellsw^zFrankreich gewesen; die Zeit Napoleon's ist keineswegs blos eine Allmilitärische» Despotismus und centralisirtcr Administration, sondern vor alle"'.

Zeit der Ausbildung jener neuen wirthschaftlichen Gesellschaftsordnung; die -x,iTheorien Samt-Simon's und Fourier's sind nicht- Anderes als die ersten la ichtdoctrinärcn Versuche, jene Idee einer freien, aus der reinen Persönlichkeit,mehr auf der zufälligen Vcrtheilung des Eigenthums beruhenden Gesellschaft