Der Socialismus in Deutschland. 529
gangspunkt betrachten und bei uns keine Staatsform still stehen läßt, zwar die Kraftjeder Bewegung aber auch ihrer nahen Gefahr bildend. Die Antworten auf diesefragen ergaben sich einerseits in der großen Thatsache des Proletariats, andererseitsi» dein Principe der Gleichheit. Die Thatsache des Proletariats in Frankreich zlft""ehst zeigt die Masse der Besitzlosen, die nicht durch Zufall oder Schuld, sonderndurch die volkswirthschastlichen Gesetze der Gütervertheilung ohne die Grundlage?iler persönlichen Entwickelung, den Besitz, geblieben sind und bleiben müssen. DaSPrincip der Gleichheit der Menschen steht daneben als die abstrakte Behauptung,daß alle Menschen ihrem Wesen, ja ihren Anlagen und Kräften nach gleich sind,und daß nur thatsächlich die Vertheilung des Eigenthums ihnen die Mittel genom-men, diese Gleichheit zu verwirklichen. Das wirkliche Leben der Menschheit ist da-hs,* ein absoluter Widerspruch mit dem innersten Wesen der Persönlichkeit; dieseshöhere Wesen, äußerlich begrenzt und seiner Verwirklichung durch die Güter undds" Besitz beraubt, muß deshalb unbedingt gegen Grundsätze und Zustände an-kämpfe dje jx„xn Widerspruch erzeugen. Diese Foderung ist eine absolute, ewige;d'e ganze menschliche Geschichte ist nur die Geschichte ihrer Vollziehung. Und so istEU» auch in Wahrheit die Verfassungsgeschichte nur ein Theil dieser Bewegung:erienige Theil, der jene Gleichheit der Güter zunächst im öffentlichen Rechte dar-uellt. Allein das ist klar, daß keine Bewegung der Freiheit bei dieser stehen bleibenkann. tzz ist aber der große, so unendlich folgenreiche Irrthum aller Zeiten,A sie mit einer Verfassung schon das Ziel jener Ideen erreicht zu haben glauben.
e>», in That, für wen ist diese Verfassung da? Offenbar am letzten Ortein s"* das Individuum, für die Entwickelung der einzelnen Persönlichkeit. Und. * nun die Verfassung und ihr Recht, die der Persönlichkeit die Möglichkeit oderaelt ^'"lichkeit ihrer weitem individuellen Entwickelung gibt? Nein — es man-dcr N "'it der Verfassung die erste, natürlichste Voraussetzung dieser letztem,Besitz an Gsitern, groß genug, um eben dem Individuum genügen zu können.2^>e Erreichung einer freien Verfassung, jenes höchste Ziel, nach welchem man inDeutschland strebte, ist daher nur ei» sehr untergeordneter Punkt; es ist im Gegen--A' ° keinem Verständigen mehr zu verkennen, daß man vom Gesichtspunkte derin. I ^ Pkksonlichkeit aus sofort weiter gehen und danach streben wird und muß,rcy die freie Verfassung zu einer neuen Ordnung , des Besitzes zu gelangen. DieBedeutung der Verfassung ist daher die, nur den Übergang zu dieser unendlich vielernstem und tiefem Frage zu bilden; die Gefahr aber der Kampfe für die Verfassungliegt eben darin, daß diese Kämpfe zugleich, unverkennbar und doch in ihren Folgenunermeßbar, Kämpfe gegen die bestehende Ordnung des Besitzes sind. Es ist mög-sich, dies zu übersehen, solange man in der Mitte rein staatlicher Freiheit steht; eS>st aber nicht erlaubt, es ist kaum möglich, dies für die Zukunft fernerhin zu verken->"n, sobald einmal die innere Nothwendigkeit jenes Zusammenhangs nachgewiesen ist.Und in dem Verständnisse dieses Zusammenhangs, in der weit über die Form derhinausgehenden Frage nach dem Verhältniß der materiellen Güter, desaber m ""d seines Rechts zur Idee der Freiheit und Gleichheit, liegt die wahre,schwerste Aufgabe der Erkenntniß des menschlichen Lebens und seiner Gesetze,daß mit den ^ nun so verhält, kann man auch zugleich nicht mehr leugnen,Ordnittm bekannten Begriffen von Staat und Bürgerthum, von Recht und
er mit» diese Erkenntniß nicht erschöpft ist. Es zeigt sich vielmehr, daß
Wort nt,,. "°ch eine andere Ordnung gibt, für die man lange genug ein
GeseUsckas, "och keinen Begriff gehabt hat: dies ist die Ordnung der menschlichenweder dur^ Wesen dieser Ordnung besteht darin, daß sie eben es ist, welchelichtn Reckc?^ gleiche juristische Recht jedes Einzelnen, noch selbst durch die staat-den Mensck».« erscheint, sondern daß sie auf der Vertheilung der Güter unterlEnrwickeluna °?"cht, und daß sie damit die wahre Voraussetzung aller wirklichenDie Gegenwart ^ Einzelnen und seinen unwiderstchlichcn^Einfluß auf