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Siebenter Band.
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Der Socialismus in Deutschland.

len Richtung hauptsächlich Norddeutschland sein werde. Dazu aber kam noch einAnderes, was man in der gesellschaftlichen Bewegung unserer Zeit nicht vergessendarf. Der preußische Staat war durch die Persönlichkeit seiner Fürsten gebildet,aber durch strenge Organisation der Verwaltung stark gemacht. Das Gefühl, dieBasis dieser Stärke eben durch seine strenge Ordnung und seine Macht zu sein, lebtnoch heutigen Tags in der preußischen Beamtenwelt fort, und, genährt durch diehalbvcrsunkencn Zustände des polnischen Preußens, in denen der Beamtete wirklichdas höchste und beste Element des Ganzen ist, hat es sich trotz der innern Ent>Wickelung des übrigen Landes, das nach Selbstverwaltung strebt, stärker erhalten, alses für viele Dinge gut ist. Zugleich aber hat der Bcamtenstand damit auch dasBewußtsein in sich conservirt, seinerseits die erste Verantwortlichkeit für alles Guteund Schlimme, waS in Preußen entsteht, auf sich nehmen zu müssen. Das istwieder das Gute in dieser Bureaukratie des preußischen Wesens; denn es machtdieselbe empfänglich und beinahe dankbar für ein tüchtiges Streben, wenn dasselbenur mit gehöriger Vorsicht gegenüber jener historischen Eigenliebe auftritt. Als nundie sociale Bewegung in den Nordostcn Deutschlands drang, da deckte sie fast miteinem Schlage eine Reihe von Zuständen und Fragen auf, die auch die Beamtetennicht gekannt hatten. Es ließ sich sogar auch für die Hartnäckigsten unter ihnennicht leugnen, daß hier sich die Elemente einer Gefahr sammelten, die man mit derbisher unüberwindlichen Polizei nicht allein überwinden werde. Man fing daher ahzu wünschen, daß „das Publicum" sich der Sache annehmen möge; und das Publi'cum einer Hauptstadt hat gewöhnlich einen sehr seinen Sinn für Das, was gewünschtwird. Außerdem hatte der Mittelpunkt deutscher Intelligenz wirklich einerseits sehrviele tüchtige Männer, und andererseits war die Lage der niedern Classe gerade hie»keineswegs eine so ganz beruhigende. Kaum hakte daher die rheinisch-commnnistischtBewegung ihr höchstes Stadium im Jahre 1845 erreicht, als ihr halb instinctmäßißdie berliner Publicistik mit ihrer neuen Richtung als Gegengewicht zur Seite trat-Das Erste, was in dieser Richtung geschah, war allerdings ein ganz Neues-Es war die Bildung eines „Vereins für das Wohl der arbeitenden Classen", der,,wie wir meinen, im Jahre 1845 ins Leben trat, in Berlin seinen Ccntralverci»hatte und den, Plane nach sich über das ganze Land mit Localvereinen ausbreite»sollte. Die Aufgabe dieses Vereins war, die Zustände der niedern Classen zu er'forschen, ihre Hebung zu fördern, Organe für die Besprechung dieser Zwecke Estiften, und endlich wo möglich thätig einzugreifen. Das Unternehmen war an st^aller Achtung werth, im bessern Sinne zeitgemäß, und daher anfangs auch mit gr»'ßer Theilnahme begrüßt. Allein betrachtet man dasselbe genauer, wie wir es je§vermögen, so mußte es durchaus ein resultatloses bleiben. Denn der Grund ^Übels lag nicht so sehr in der materiellen Noth des Arbeiterstandes; wo das ab^der Fall war, da mußte ein wohlcingerichtetes Armenwesen vollkommen ausreichtund die Errichtung eines solchen Vereins mußte daher sehr bald entweder ein lcbck'diger Vorwurf für die bisherige Armenverwaltung'der Beamteten werden, oder »A.lwo diese Verwaltung vorwurfsfrei, mußte es sich beständig mit dieser kreuzen. ^Grundlage des ganzen unfertigen Zustandes war vielmehr eben eine allmälig im'"^deutlicher fühlbare Umgestaltung der Gesellschaft selbst, das Entstehen eines new.Elements in derselben, dessen Umfang, Macht, Ansprüche und wirkliches Ziel ,durchaus nicht abzusehen waren, während zu gleicher Zeit die Herrschaft des gr^>.Capitals minier entschiedener auftrat. Was konnte unter diesen Umständen ein 1cher Verein helfen, nützen, ändern? In der That sehr wenig, oder vielmehr 6nichts; er reichte gar nicht- bis auf diese eigentliche Grundlage herab. Dagegen »war fs, wenn er wirklich in Zustände der arbeitenden Classe hinabgehen wollte, .,vermeidnch, daß er eben jenen Ideen und Lebensanschauungen der Einzelnennete, die nach einer neuen Organisation der ganzen Gesellschaft, nach einertelung der Herrschaft des Capitals über die Arbeit trachteten. Wie Me "zu diesen Ideen verhalten? Sollte er sie ganz von sich weisen? Dann war

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